Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

Maintenance engineer worker working with robotic machine automation
Bild: ©1st footage/stock.adobe.com

Welche Automatisierungslösungen sind wirklich nachhaltig – und wie gelingt es, diese einzuführen? Damit produzierende Unternehmen diese Fragen in Zukunft einfacher beantworten können, entwickeln Forschende des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover im Forschungsprojekt AutoSus eine Methode, um die Nachhaltigkeit verschiedener Automatisierungssysteme zu bewerte, sowie eine Strategie zur Einführung dieser Systeme. Mit Nachhaltigkeit meinen die Forschenden dabei ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Was ist Nachhaltigkeit?

Ökologische Nachhaltigkeit ist der schonende Umgang mit Ressourcen. Das bedeutet unter anderem, erneuerbare Ressourcen wie Sonnenenergie einzusetzen und den Abbau von nicht erneuerbaren Ressourcen wie Erz oder Erdöl zu reduzieren. Ökonomische Nachhaltigkeit heißt, so zu wirtschaften, dass zukünftige Generationen nicht gefährdet werden – beispielsweise, indem Materialien recycelt und Produkte möglichst langlebig gestaltet werden. Soziale Nachhaltigkeit meint unter anderem das Mitbestimmungsrecht aller Menschen, die Sicherung des sozialen Friedens und die Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Generationen. Eine Herausforderung ist hier die demografische Entwicklung in Deutschland: Sie sorgt dafür, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt verlassen werden, sodass der bereits existierende Fachkräftemangel weiter verstärkt wird.

Bewerten und integrieren

Für produzierende Unternehmen bedeutet Nachhaltigkeit also, Herstellungsprozesse ökonomisch effizient zu gestalten, ressourcenschonende Materialien und Geräte mit niedrigem Energieverbrauch einzusetzen sowie Arbeitsplätze ergonomisch und mitarbeitendenfreundlich zu gestalten. „Es gibt bisher keine Methode, die alle drei Aspekte der Nachhaltigkeit bewerten kann“, sagt Anne Rathje, die das Forschungsprojekt AutoSus am IPH leitet. Eine solche Bewertungsmethode zu entwickeln, die mit nur wenig ingenieurtechnischen Vorkenntnissen auf unterschiedliche Automatisierungslösungen anwendbar ist, ist die wissenschaftliche Herausforderung des Projekts.

Neben der Bewertungsmethode entwickeln die Forschenden eine Einführungsstrategie, um Unternehmen zu befähigen, nachhaltige Automatisierungslösungen für Montageprozesse zu implementieren.

Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

Produzierende Unternehmen können sich am Forschungsprojekt beteiligen: Als Mitglieder des Projektbegleitenden Ausschusses können sie in den Austausch treten und ihre Expertise beisteuern. „Uns ist es wichtig, praxistaugliche Methoden zu entwickeln“, sagt Rathje. „Erfahrungswissen aus unterschiedlichen Unternehmen ist dabei sehr hilfreich.“ Gesucht werden produzierende Unternehmen, die Interesse daran haben, ihre Montageprozesse nachhaltig zu automatisieren – unabhängig von der Branche und der Unternehmensgröße. Im Austausch mit dem Projektbegleitenden Ausschuss wollen die Forschenden zu Beginn des Projekts Anwendungsfälle identifizieren. Anschließend arbeiten sie Kriterien aus, nach denen die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bewertet werden kann, entwickeln Bewertungsmethoden und implementieren diese in einen Software-Demonstrator. Die Unternehmen des Projektbegleitenden Ausschusses können den Software-Demonstrator zuerst testen – bevor die Forschungsergebnisse veröffentlicht werden. Die Bewertungsmethode und die Einführungsstrategie, die die Forschenden innerhalb eines Handlungsleitfadens entwickeln, werden zum Ende des Forschungsprojekts anhand der Anwendungsfälle validiert.

Interessierte Unternehmen können sich bis Ende Juni bei Projektleiterin Anne Rathje telefonisch unter (0511) 279 76-228 oder per E-Mail rathje@iph-hannover.de melden.



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