Unternehmen sehen Abhängigkeit bei KI und Software

PM Abb1 DigSouveraenitaet. DE EN
Bild: ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Ein großer Anteil der Unternehmen in Deutschland nimmt sich laut einer Untersuchung des ZEW bei zentralen Technologiefeldern stark abhängig von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern wahr. An der repräsentativen Befragung haben sich im September 2025 rund 1.100 Unternehmen beteiligt. Insbesondere in den Bereichen Software und generative künstliche Intelligenz (KI) fühlen sich die Unternehmen sehr abhängig – noch häufiger als in den Jahren 2024 und 2021. Besonders betroffen sind laut Studie große Unternehmen.

„Digitale Souveränität gilt als wichtige Voraussetzung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie die strategische Unabhängigkeit Deutschlands und Europas. Die Abhängigkeit von ausländischen – insbesondere nicht-europäischen – Anbietern und Partnern kann die digitale Souveränität von Unternehmen jedoch entscheidend einschränken“, erklärt Studienleiter Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich ‚Digitale Ökonomie‘. „Digitale Souveränität beschreibt grundsätzlich die Fähigkeit, die digitale Transformation mit Blick auf Hardware, Software, Dienstleistungen sowie Kompetenzen selbstbestimmt zu gestalten. Bezogen auf digitale Technologien und Anwendungen bedeutet das, selbstständig entscheiden zu können, inwieweit man sich von Anbietern und Partnern abhängig macht.“

Abhängigkeit vor allem bei Software und KI

In der Informationswirtschaft schätzen mehr als 60% der Unternehmen, dass sie in mindestens einem der acht abgefragten Technologiefelder stark von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern abhängig sind. Im Verarbeitenden Gewerbe beträgt dieser Anteil fast 50%.

Besonders häufig sehen sich Unternehmen im Bereich Software und Anwendungen sehr abhängig von nicht-europäischen Anbietern und Partnern (Informationswirtschaft: 47%, Verarbeitendes Gewerbe: 31%). Im Verlauf der letzten Jahre ist dieser Anteil gestiegen.

„Beim Thema Künstliche Intelligenz nehmen Unternehmen insbesondere im Bereich der generativen KI – wie etwa ChatGPT – Abhängigkeiten wahr. Hier fühlt sich mehr als jedes dritte Unternehmen in der Informationswirtschaft und etwa jedes vierte Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe sehr abhängig von nicht-europäischen Anbietern. Im Vergleich zu 2024 ist damit der Anteil in beiden Branchen um jeweils sechs%punkte gestiegen“, so Erdsiek.

Größere Unternehmen fühlen sich häufiger abhängig

Der Anteil der Unternehmen, die sich in mindestens einem der acht abgefragten Technologiefelder stark von nicht-europäischen Anbietern oder Partnern abhängig fühlen, fällt laut Studie für größere Unternehmen höher aus. Während sich in der Informationswirtschaft unter den kleinen Unternehmen (fünf bis 19 Beschäftigte) 60 Prozent sehr abhängig fühlen, beträgt dieser Wert bei den mittleren Unternehmen (20 bis 99 Beschäftigte) bereits 66 Prozent und bei großen Unternehmen (100 oder mehr Beschäftigte) sogar 74 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe sehen 44 Prozent der kleinen und 63 Prozent der großen Unternehmen starke Abhängigkeiten.

„Bei der Interpretation der Unterschiede nach Größenklassen ist allerdings zu beachten: Es handelt sich um subjektive Einschätzungen möglicher Abhängigkeiten. Kleinere Unternehmen könnten ähnlich stark von nicht-europäischen Anbietern abhängig sein wie größere, sich dieser Abhängigkeiten jedoch weniger bewusst sein. Das könnte auch daran liegen, dass sie seltener in direkten Beziehungen zu solchen Anbietern stehen oder mittelbare Abhängigkeiten weniger erkennen“, erläutert Erdsiek.



  • Philippine de T’Serclaes wird Chief Sustainability Officer

    Philippine de T’Serclaes wird Chief Sustainability Officer

    Nachhaltigkeitsstrategie Philippine de T’Serclaes wird Chief Sustainability Officer Dassault Systèmes beruft Philippine de T’Serclaes zum Chief Sustainability Officer. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsstrategie stärken.

    mehr lesen: Philippine de T’Serclaes wird Chief Sustainability Officer

  • ZEW-Konjunkturerwartungen für Eurozone im Dezember verbessert

    ZEW-Konjunkturerwartungen für Eurozone im Dezember verbessert

    Entspanntere Energiemärkte beflügeln Konjunktur ZEW-Konjunkturerwartungen für Eurozone im Dezember verbessert Im Dezember 2022 haben sich die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone verbessert. Fachleute aus dem Finanzmarkt gehen von einem…

    mehr lesen: ZEW-Konjunkturerwartungen für Eurozone im Dezember verbessert

  • Bechtle beruft CTO

    Bechtle beruft CTO

    Plattformstrategie im C-Level verankert Bechtle beruft CTO Dirk Müller-Niessner (Bild) hat zum 1. Januar 2023 die neu geschaffene Position des CTO besetzt. Damit will das Systemhaus die Verantwortung für seine…

    mehr lesen: Bechtle beruft CTO

  • FlexPro forscht an Industrie 5.0

    FlexPro forscht an Industrie 5.0

    Wissensbasierte Produktionsplanung FlexPro forscht an Industrie 5.0 Im Herbst 2021 ist das Industrie 5.0-Forschungsprojekt FlexPro gestartet. Nun legen die Projektpartner erste Erkenntnisse vor.

    mehr lesen: FlexPro forscht an Industrie 5.0

  • Warum stockt die digitale Transformation

    Warum stockt die digitale Transformation

    In der neuen Expertise des Forschungsbeirats der Plattform Industrie 4.0 untersuchen die beiden Fraunhofer-Institute IAO und IPA die Gründe, warum die digitale Transformation in Unternehmen oftmals nur langsam vorankommt. Die…

    mehr lesen: Warum stockt die digitale Transformation

  • Dominik Bösl wird zweiter Geschäftsführer von Micropsi Industries

    Dominik Bösl wird zweiter Geschäftsführer von Micropsi Industries

    Dominik Bösl zukünftig als Geschäftsführer, gemeinsam mit Gründer Ronnie Vuine, das Berliner Robotik-Startups Micropsi Industries.

    mehr lesen: Dominik Bösl wird zweiter Geschäftsführer von Micropsi Industries

  • Japan weltweit größter Hersteller von Industrierobotern

    Japan weltweit größter Hersteller von Industrierobotern

    45 Prozent des weltweiten Roboterangebots kommt aus Japan. Wie die International Federation of Robotics mitteilt, wurden im Jahr 2020 136.069 Industrieroboter von dort aus exportiert.

    mehr lesen: Japan weltweit größter Hersteller von Industrierobotern

  • Intel investiert in europäische Chip-Fertigung

    Intel investiert in europäische Chip-Fertigung

    Intel investiert 17 Mrd.€ in zwei neue Halbleiterfabriken in Magdeburg. Insgesamt sollen der in den nächsten zehn Jahren bis zu 80Mrd.€ in die europäische Chip-Herstellung fließen.

    mehr lesen: Intel investiert in europäische Chip-Fertigung

  • QSolid entwickelt ersten deutschen Quantencomputer

    QSolid entwickelt ersten deutschen Quantencomputer

    25 Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Start-ups aus ganz Deutschland tun sich im im Projekt QSolid zusammen, an dessen Ende ein in Deutschland hergestellter Quantencomputer stehen soll.

    mehr lesen: QSolid entwickelt ersten deutschen Quantencomputer

  • Hohe Energiepreise belasten Unternehmen

    Hohe Energiepreise belasten Unternehmen

    Der Krieg in der Ukraine wirkt sich negativ auf deutsche Unternehmen aus. Laut einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sorgen vor allem hohe Energiepreise und fehlende Gaslieferungen für…

    mehr lesen: Hohe Energiepreise belasten Unternehmen

  • Maschinenbauer spüren die Auswirkungen des Krieges

    Maschinenbauer spüren die Auswirkungen des Krieges

    Der Krieg in der Ukraine wirkt sich auf die Maschinen- und Anlagenbauer aus. Laut Blitz-Umfrage des VDMA sehen 85 Prozent der Firmen den Krieg als gravierendes oder merkliches Risiko für…

    mehr lesen: Maschinenbauer spüren die Auswirkungen des Krieges

  • Omron ernennt CEO für EMEA-Region

    Omron ernennt CEO für EMEA-Region

    Fernando Colas soll bei Omron den Bereich Industrieautomation in der EMEA-Region leiten. Er löst damit Seigo Kinugawa ab.

    mehr lesen: Omron ernennt CEO für EMEA-Region