TÜV Süd gibt Tipps zur Umsetzung der EU-Maschinenverordnung

Europa Digitalisierung und Recht
Bild: ©peterschreiber.media/stock.adobe.com

Die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 ist ab dem 20. Januar 2027 vollständig verpflichtend anzuwenden. Sie definiert Anforderungen an die Sicherheit von Maschinen und dazugehörigen Produkten sowie unvollständigen Maschinen. Die MVO beinhaltet zahlreiche Neuerungen, auf die sich Hersteller, Betreiber, Händler und Importeure vorbereiten müssen. TÜV Süd hat dazu sieben Tipps für Hersteller und Betreiber zusammengestellt.

1. Risikobewertung erweitern: Die MVO fordert die präzise Bewertung potenzieller

Gefährdungen und die umfassende Dokumentation von Schutzmaßnahmen. Das betrifft in Zukunft nicht nur die funktionale Sicherheit, sondern auch die Cybersicherheit. TÜV Süd empfiehlt deshalb eine umfassende Risikobewertung, die auch neue Aspekte wie Cybersicherheit, künstliche Intelligenz und digitale Betriebsanleitungen beinhaltet.

2. Cybersicherheit stärken: Um Sicherheitsrisiken durch Cyberangriffe zu reduzieren, sollten Bedrohungen entsprechend bewertet werden. Software, Firmware und sicherheitsrelevante Teile von Steuerungssystemen dürfen nicht so verändert oder manipuliert werden können, dass die sichere Funktion der Maschinen beeinträchtigt wird. Laut TÜV Süd sollten entsprechende Sicherheitsvorkehrungen implementiert und dokumentiert werden.

3. KI-Systeme absichern: Sicherheitsbauteile und Maschinen mit selbst lernenden

Komponenten, die Sicherheitsfunktionen gewährleisten, gelten als Produkte mit besonderem Gefährdungspotenzial (siehe Annex I Teil A der MVO). Unabhängig von der Existenz und Anwendung harmonisierter Normen für den KI-Einsatz ist für solche Produkte nach Ansicht von TÜV Süd ein gesondertes Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen, welches eine unabhängige Prüfung durch eine notifizierte Stelle beinhaltet. Dabei gilt es auch, kommende Anforderungen an den verantwortungsvollen Einsatz von KI zu berücksichtigen.

4. Wesentliche Änderungen vorausdenken: Wer eine wesentliche Änderung an einer Maschine vornimmt, kann rechtlich als Hersteller gelten und trägt in diesem Fall die volle Verantwortung – das gilt für Änderungen sowohl im Bereich der Hardwar, als auch im Bereich der Software. Laut TÜV Süd sollten Unternehmen auch kommende Anforderungen an Cybersicherheit und künstliche Intelligenz im Blick haben und bei Aktualisierungen berücksichtigen. 5. Digitale Betriebsanleitung schützen: Betriebsanleitungen und Konformitätserklärungen dürfen unter Berücksichtigung der entsprechenden Anforderungen digital bereitgestellt werden. Eine Betriebsanleitung enthält immer auch sicherheitskritische Informationen. Daher muss sie vor möglichen Beschädigungen und unberechtigten Änderungen geschützt werden. 6. CE-Kennzeichnung überprüfen: Die CE-Kennzeichnung einer Maschine setzt in Zukunft auch voraus, dass die grundlegenden Cybersicherheitsanforderungen erfüllt sind. Aus diesem Grund sollten die CE-Prozesse und die CE-Dokumentation überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden.

7. Proaktives Risikomanagement: Für die regelgerechte Umsetzung der MVO ist fundiertes und aktuelles Knowhow zu künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit nötig. Laut TÜV Süd sollten Unternehmen ihre Teams kontinuierlich schulen und ihre Schulungsprogramme regelmäßig aktualisieren. Dadurch können Risiken frühzeitig erkannt und wirksame Gegenmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Die neue Maschinenverordnung ist mehr als eine formale Anpassung der bisherigen Maschinenrichtlinie. Sie versucht, die dynamische Entwicklung in diesem Bereich zu berücksichtigen, und fordert eine wesentlich umfassendere Risikobewertung, die auch Bedrohungen durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz oder durch Cyberangriffe beinhaltet.



  • Dan Smoot wird CEO bei Riverbed

    Dan Smoot wird CEO bei Riverbed

    Riverbed ernennt Dan Smoot zum President und CEO und will damit die nächste Wachstumsphase vorantreiben.

    mehr lesen: Dan Smoot wird CEO bei Riverbed

  • Fachkräftemangel im Maschinenbau verschärft sich wieder

    Fachkräftemangel im Maschinenbau verschärft sich wieder

    Im Maschinen- und Anlagenbau gewinnt der konjunkturelle Aufschwung deutlich an Fahrt. Doch nun rücken wieder zunehmend Fachkräfteengpässe in den Fokus der Unternehmen. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA unter rund…

    mehr lesen: Fachkräftemangel im Maschinenbau verschärft sich wieder

  • T-Systems CTO steht Board of Directors der Gaia-X Association vor

    T-Systems CTO steht Board of Directors der Gaia-X Association vor

    Maximilian Ahrens, CTO von T-Systems, wurde zum Vorsitzenden des Board of Directors der Gaia-X-Initiative gewählt.

    mehr lesen: T-Systems CTO steht Board of Directors der Gaia-X Association vor

  • Instabile Lieferketten machen Unternehmen zu schaffen

    Instabile Lieferketten machen Unternehmen zu schaffen

    Durchschnittlich 1Mio.€ Verlust Instabile Lieferketten machen Unternehmen zu schaffen Seit Anfang 2020 sind auch die Lieferketten weltweit immer instabiler und anfälliger geworden. Der Nachschub von Komponenten wie etwa Chips oder…

    mehr lesen: Instabile Lieferketten machen Unternehmen zu schaffen

  • SAP und TeamViewer arbeiten zusammen

    SAP und TeamViewer arbeiten zusammen

    Durch die strategischen Partnerschaft zwischen TeamViewer und SAP soll u.a. die AR-Lösung Frontline in das SAP-Angebot integriert werden.

    mehr lesen: SAP und TeamViewer arbeiten zusammen

  • Konsortium für Quantencomputing gegründet

    Konsortium für Quantencomputing gegründet

    Mit dem QUTAC haben sich zehn Unternehmen in einem Konsortium zusammengeschlossen um industrielle Anwendungen für Quantencomputing zu entwickeln.

    mehr lesen: Konsortium für Quantencomputing gegründet

  • Remote Work in der Fertigungsindustrie

    Remote Work in der Fertigungsindustrie

    Okta hat im Rahmen einer Studie ermittelt, wie Arbeitnehmer künftig arbeiten wollen. Demnach möchten sie ihr Arbeitsmodell zukünftig selbst wählen. Einige glauben jedoch nicht, dass ihr Arbeitgeber ihnen diese Flexibilität…

    mehr lesen: Remote Work in der Fertigungsindustrie

  • Siemens kauft Nextflow Software

    Siemens kauft Nextflow Software

    Transiente Strömungssimulation mit Simcenter Siemens kauft Nextflow Software Siemens erwirbt das französische Startup Nextflow Software. Durch die Integration deren CFD-Technologie ins Xcelerator-Portfolio sollen Anwender komplexe Applikationen mit transienten Strömungen und…

    mehr lesen: Siemens kauft Nextflow Software

  • Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

    Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

    Unternehmen sind in Deutschland in unterschiedlichen Registern erfasst, zwischen denen Daten selten oder gar nicht ausgetauscht werden. Mit dem nun beschlossenen Basisregister müssen Unternehmen ihre Daten künftig nur noch einmal…

    mehr lesen: Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

  • BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

    BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

    Am neuen BSI-Stützpunkt in Saarbrücken will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtung seine Arbeit im Bereich künstliche Intelligenz ausbauen.

    mehr lesen: BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

  • Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

    Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

    Mit einer VR-Version seines Simulationsspiels Interactive Protection Simulation will Kaspersky Führungskräften Knowhow darüber vermitteln, welchen Einfluss Entscheidungen auf die Cybersicherheit haben können.

    mehr lesen: Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

  • Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel

    Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel

    Gemeinsam mit CEO Jed Ayres leitet CTO Matthias Haas zukünftig die Geschicke der Igel Technology GmbH.

    mehr lesen: Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel