Sparsame KI gegen Datenverschwendung

data center
Bild: ©.shock/stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Effizienz von Unternehmen erhöhen, steht aber zugleich für ökologische Herausforderungen. Laut Angaben aus der Pressemitteilung von NetApp belegt eine Schätzung der International Energy Agency, dass der Strombedarf von Rechenzentren bis 2030 auf 945 Terawattstunden steigen könnte. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch Japans und zeigt, welche Energiemengen hinter digitaler Infrastruktur stehen. Die Verfasser weisen darauf hin, dass Unternehmen Nachhaltigkeit zu einem zentralen Bestandteil ihrer Strategie machen sollten, um dem Anstieg entgegenzuwirken.

Wachsende Datenmengen als Herausforderung

Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens IDC soll das globale Datenvolumen von 175 Zettabyte im Jahr 2025 auf einen Yottabyte bis 2030 anwachsen. Diese Entwicklung befeuere die Annahme, größere Datenmengen führten automatisch zu besseren KI-Ergebnissen. NetApp stellt dem entgegen, dass künstliche Intelligenz vor allem gut strukturierte und präzise Datensätze benötigt. Überflüssige Daten erschwerten die Performance von KI-Systemen und erzeugten zusätzliche Energie- und Kostenbelastungen für Speicherung und Verarbeitung.

Folgen von Datenverschwendung

Nach den im Text genannten Studien bleiben mehr als zwei Drittel der gespeicherten Daten ungenutzt. Der daraus entstehende Energieverbrauch verursache einen CO2-Fußabdruck in einer Größenordnung, die dem des weltweiten Luftverkehrs ähnele. Schlechte Datenqualität führe zu ineffizientem Ressourcenverbrauch und zu Kosten für Unternehmen. Hinzu kämen Projektmisserfolge: NetApp verweist auf Erkenntnisse, wonach bis zu 20 Prozent der KI-Vorhaben an unzureichenden oder irrelevanten Datengrundlagen scheitern. Diese Zusammenhänge unterstreichen die Notwendigkeit, Datenmanagement neu zu denken.

Konzept der Frugal-AI

Als Lösungsansatz wird das Prinzip der Frugal-AI – also sparsame KI – vorgestellt. Der Ansatz basiert laut NetApp auf einem bewussten und sparsamen Einsatz von Daten. Ziel sei es, sowohl bestehende als auch neu entstehende Daten effizient zu verwalten. Dabei stehe die Qualität der Informationen im Vordergrund, nicht deren Masse. Effektives Datenmanagement bedeute, relevante Datensätze so zu organisieren, dass KI-Anwendungen optimal darauf zugreifen können. Unternehmen könnten dadurch sowohl Energieverbrauch als auch Betriebskosten senken und ihre Umweltbilanz verbessern.

Handlungsfelder für Unternehmen

Für die Umsetzung von Frugal-AI nennt NetApp mehrere Maßnahmen, die sich insbesondere an Organisationen richten, die ihre Datenstrategie an Nachhaltigkeitszielen ausrichten wollen:

  • Datenqualität priorisieren – Unternehmen sollen Daten gezielt kuratieren und bereinigen, um Relevanz und Nutzbarkeit zu erhöhen.
  • Dynamische Infrastrukturen schaffen – Flexible Systeme, idealerweise mit Nutzung erneuerbarer Energien, können an wechselnde Anforderungen angepasst werden.
  • Regelmäßige Datenanalyse – Datensätze sollten kontinuierlich auf Aktualität und Relevanz geprüft werden, um ineffiziente Bestände zu vermeiden.
  • Energieeffiziente Algorithmen verwenden – Klassische KI-Modelle verbrauchten weniger Energie als generative Anwendungen und seien für viele Aufgaben ausreichend.
  • Mitarbeitende schulen – Durch Sensibilisierung und Schulung könne ein stärkeres Bewusstsein für effizientes Datenmanagement im gesamten Unternehmen entstehen.

Nachhaltigkeit als Teil der digitalen Transformation

In der Pressemitteilung heißt es, Frugal-AI werde zunehmend zu einem Bestandteil der digitalen Transformation. Wer frühzeitig Nachhaltigkeit im Datenmanagement verankere, könne nicht nur seine Innovationskraft unter Beweis stellen, sondern auch zu einer umweltverträglicheren Digitalisierung beitragen. Durch die richtige Balance zwischen Datenmenge und Qualität ließen sich laut NetApp die Potenziale der KI ausschöpfen und zugleich ökologische Belastungen verringern. Zum Erreichen dieser Balance bietet NetApp eine ganze Reihe von Produkten an.



  • VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    Im dritten Quartal 2019 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25%. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 29% zurück. Die Auslandsbestellungen verloren 23%.…

    mehr lesen: VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

  • Planungsoptimierung in Echtzeit

    Planungsoptimierung in Echtzeit

    Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes ProPlanE haben die Projektpartner den Prototypen einer Analyseplattform entwickelt, mit der sich die Fertigungsplanung auf Basis von Process-Mining-Verfahren in…

    mehr lesen: Planungsoptimierung in Echtzeit

  • Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

    Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

    Maschinen- und Anlagenbauer sind Vorreiter bei der Nutzung von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Mehr als jedes Dritte Unternehmen (34%) nutzt die Technologien bereits – doppelt so viele…

    mehr lesen: Maschinenbauer suchen Virtual-Reality-Designer

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

    Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

      Schneider Electric hat seinen ersten Innovation Hub in der DACH-Region eröffnet. Ab sofort steht Kunden, Partnern, Schülern und Studenten auch im Schwarzwald ein Schneider Electric Innovation Hub offen.

    mehr lesen: Schneider Electric startet erstes Innovationszentrum in der DACH-Region

  • Cyberangriff bei Pilz

    Cyberangriff bei Pilz

    Mitte Oktober ist Pilz Ziel eines schweren Cyberangriffs geworden. Weltweit waren Server- und Kommunikationssysteme des Automatisierungsanbieters betroffen.

    mehr lesen: Cyberangriff bei Pilz

  • Bundesregierung zieht Bilanz

    Bundesregierung zieht Bilanz

    Vor einem Jahr hat die Bundesregierung ihre Strategie Künstliche Intelligenz beschlossen. Das Ziel: Die weitere Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz ganzheitlich politisch zu gestalten. Nun zog man seitens der…

    mehr lesen: Bundesregierung zieht Bilanz

  • Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Mit einem leichten Wachstum im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft knapp einer Rezession entgangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchs das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum um 0,1 Prozent.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wächst leicht

  • Proalpha übernimmt Tisoware

    Proalpha übernimmt Tisoware

    Der ERP-Anbieter Proalpha übernimmt Tisoware, ein Anbieter für Zeitwirtschaftssoftware. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihre Kunden noch besser bei der Digitalisierung unterstützen.

    mehr lesen: Proalpha übernimmt Tisoware

  • Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Trotz schwieriger Marktbedingungen befindet sich die Fertigungsindustrie weiter im Wachstum. Dies zeigt der Global Growth Index des Softwareanbieters Epicor. Demnach betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbefragung ein Prozent.

    mehr lesen: Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

  • Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Die Richtlinie VDI/VDE/NAMUR 2658 Blatt 1 ‚Automatisierungstechnisches Engineering modularer Anlagen in der Prozessindustrie – Allgemeines Konzept und Schnittstellen‘ wurde im Oktober 2019 in deutsch und englisch veröffentlicht. Darin wird das…

    mehr lesen: Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

  • Schäden übersteigen 100Mrd.€

    Schäden übersteigen 100Mrd.€

    Rund 100Mrd.€ Schaden ist deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr durch kriminelle Attacken entstanden. 75% der für eine Bitkom-Studie befragten Unternehmen waren von einer solchen Attacke betroffen.

    mehr lesen: Schäden übersteigen 100Mrd.€