Retrieval Augmented Generation als Unterstützung für LLMs

Die Qualität der Antworten von Chatbots, die auf großen Sprachmodellen basieren, hängt von den Trainingsdaten ab: Grundlage sind meist eine Fülle öffentlich zugänglicher Dokumente. Die Verlässlichkeit der Antworten sollten Nutzerinnen und Nutzer kritisch prüfen.
Die Qualität der Antworten von Chatbots, die auf großen Sprachmodellen basieren, hängt von den Trainingsdaten ab: Grundlage sind meist eine Fülle öffentlich zugänglicher Dokumente. Die Verlässlichkeit der Antworten sollten Nutzerinnen und Nutzer kritisch prüfen. – Bild: © Galeanu Mihai/istock.com

Large Language Models (LLM) bzw. große Sprachmodelle liefern in Chatbots auf alltägliche Anfragen häufig gute bis sehr gute Ergebnisse, die oft für eine erste Orientierung mehr als ausreichend sind. Forschende am Fraunhofer IWU geben allerdings zu bedenken, dass Trainingsdatensätze unvollständig oder veraltet sowie einige Informationen unscharf oder gar falsch sein können. Sie raten daher zu einer Überprüfung der erhaltenen Auskünfte. So sollte man sich etwa bei Rechtsfragen nicht ‚blind‘ auf einen Chatbot verlassen. Und was, wenn von den Angaben die Sicherheit von Menschen abhängen kann? Doch wieder selbst eingehend relevante Dokumente studieren?

Retrieval Augmented Generation

Mit Retrieval Augmented Generation (RAG) wollen Forschende am Fraunhofer IWU hier Abhilfe schaffen und zusätzliche Leitplanken für Sprachmodelle schaffen. Das LLM durchleuchtet dann in erster Linie maßgebliche Texte bzw. Textstellen. Das Sprachmodell wird dabei nicht neu trainiert, sondern selektiv erweitert.

Betrieb auch auf Standard-PCs

Als Sprachmodell verwenden die Forschenden LLaMA (Large Language Model Meta AI). Dieses sei groß bzw. leistungsfähig genug und überfordere dennoch nicht Rechenleistung und Grafikkarte eines hochwertigen Standard-PCs. Die Anwendung kann somit auf einem lokalen Rechner betrieben werden und Unternehmen behalten die Hoheit über ihre Daten. Bei weniger sensiblen Daten ist auch der Betrieb in der Cloud möglich.

Wie funktioniert RAG?

Zunächst müssen die ins LLM zu importierenden Daten auf den reinen Text reduziert werden (Cleaning). Sobald dieser in kleinere Abschnitte (Chunks; auffindbare Bausteine) segmentiert ist, folgt der Aufbau eines Suchsystems (Retrieval System), das die Chunks effizient durchsuchen kann. Die Chunks werden nach relevanten Passagen gegliedert und in einer Vektordatenbank abgelegt, also in mathematische Vektoren umgewandelt, die ihre Bedeutung repräsentieren. Auch die Prompts werden in Vektoren umgewandelt. So wird das Modell in die Lage versetzt, nach den in der Anfrage enthaltenen Wörtern zu suchen und gleichzeitig den Prompt tatsächlich zu ‚verstehen‘ (semantische Suche). Das Modell kann jetzt die zu einer Nutzeranfrage passenden Chunks kürzen, neu strukturieren, die wichtigsten Informationen herausfiltern und zu einem verständlichen Zusammenhang kombinieren. Liegt eine konkrete Suchanfrage vor, stehen ausgewählte Chunks zur Verfügung, auf deren Grundlage das Modell faktenbasierte Antworten geben kann. Das Modell nutzt den zusätzlichen Kontext der Chunks und muss nicht neu trainiert werden.

Seiten: 1 2



  • Weniger deutsche Unternehmen abhängig von Vorprodukten aus China

    Weniger deutsche Unternehmen abhängig von Vorprodukten aus China

    Im Vergleich zu einer Untersuchung kurz vor Beginn Kriegs in der Ukraine, geben in einer aktuellen Untersuchung des Ifo Instituts weniger Unternehmen an, auf Vorprodukte aus China angewiesen zu sein.

    mehr lesen: Weniger deutsche Unternehmen abhängig von Vorprodukten aus China

  • Nachhaltigkeitsthemen im Datenmanagement abbilden

    Nachhaltigkeitsthemen im Datenmanagement abbilden

    Technologien wie Robotic Process Automation (RPA) oder künstliche Intelligenz (KI) können Unternehmen beim Management von ESG-Daten unterstützen. Der Softwarespezialist Blue Prism beleuchtet die Möglichkeiten.

    mehr lesen: Nachhaltigkeitsthemen im Datenmanagement abbilden

  • Ein Stück näher am Quanteninternet

    Ein Stück näher am Quanteninternet

    Das Quanteninternet verspricht signifikante Verbesserungen in verschiedenen technologischen Schlüsselbereichen. Um dieses jedoch im bestehenden Glaserfasernetz zu realisieren, sind Quantenfrequenzkonverter nötig, die die Wellenlänge von Photonen an das Telekomband (1.550nm) anpassen…

    mehr lesen: Ein Stück näher am Quanteninternet

  • BlackBerry und AMD kooperieren

    BlackBerry und AMD kooperieren

    Im Rahmen einer Kooperation haben sich BlackBerry und AMD zum Ziel gesetzt, Präzision und Steuerung von Robotersystemen zu verbessern.

    mehr lesen: BlackBerry und AMD kooperieren

  • Gaia-X Hub: neue Arbeitsgruppe für vernetzte Lieferketten

    Gaia-X Hub: neue Arbeitsgruppe für vernetzte Lieferketten

    Am Gaia-X Hub wurde eine neue Branchenarbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit digital vernetzten Lieferketten beschäftigt.

    mehr lesen: Gaia-X Hub: neue Arbeitsgruppe für vernetzte Lieferketten

  • MVTec eröffnet Niederlassung in Taiwan

    MVTec eröffnet Niederlassung in Taiwan

    Bereits seit 2020 unterhält MVTec ein Vertriebsbüro in Taiwan. Dieses wertet der Bildverarbeitungsspezialist nun zu einer eigenen Niederlassung, der MVTec Taiwan, auf.

    mehr lesen: MVTec eröffnet Niederlassung in Taiwan

  • Lohnt sich ein Retrofit?

    Lohnt sich ein Retrofit?

    Oft ist unklar, ob es sich lohnt, ältere Maschinen mit neuen Sensoren auszustatten. Im Projekt ‚DiReProFit‘ wollen Forschende dieses Problem mit künstlicher Intelligenz lösen.

    mehr lesen: Lohnt sich ein Retrofit?

  • Digital Future Congress nimmt Techniktrends in den Blick

    Digital Future Congress nimmt Techniktrends in den Blick

    Der zweitägige virtuelle Digital Future Congress stellt im April die Potenziale aktueller Technologietrends in den Mittelpunkt. Per Video-Chat können sich die Teilnehmer untereinander sowie mit Spezialisten vernetzen.

    mehr lesen: Digital Future Congress nimmt Techniktrends in den Blick

  • Neue Vice President Channel & Marketing bei Schneider Electric DACH

    Neue Vice President Channel & Marketing bei Schneider Electric DACH

    Mit der Zusammenlegung von Marketing und Channel-Organisation stellt Schneider Electric die Kommunikationsarbeit in der DACH-Region neu auf.

    mehr lesen: Neue Vice President Channel & Marketing bei Schneider Electric DACH

  • Erwerbstätige sind beim KI-Einsatz geteilter Meinung

    Erwerbstätige sind beim KI-Einsatz geteilter Meinung

    Rund die Hälfte der vom Branchenverband Bitkom befragten Erwerbstätigen würde Routineaufgabe an eine KI abgeben. Die andere Hälfte lehnt dies jedoch ab. Zudem sehen nur wenige der Befragten keinerlei Nachteile…

    mehr lesen: Erwerbstätige sind beim KI-Einsatz geteilter Meinung

  • Technologiemonitor weist Weg zur klimaneutralen Produktion

    Technologiemonitor weist Weg zur klimaneutralen Produktion

    Fraunhofer IAO und IPA sowie das IAT und EEP der Universität Stuttgart haben gemeinsam mit der Umwelttechnik BW in Stuttgart eine Studie vorgestellt: Die ’Roadmap Klimaneutrale Produktion’ soll Unternehmen in…

    mehr lesen: Technologiemonitor weist Weg zur klimaneutralen Produktion

  • Autobauer sehen sich im Aufwind

    Autobauer sehen sich im Aufwind

    Die deutschen Autobauer blicken wieder zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Laut aktueller Zahlen des Ifo Instituts fallen vor allem die Exportaussichten positiv auf.

    mehr lesen: Autobauer sehen sich im Aufwind