Neue Materialien für eine leistungsfähigere optische Datenübertragung

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert das Forschungsprojekt Athems der Professoren Christian Koos und Stefan Bräse vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit einem Synergy Grant. Ziel ist es, optische Kommunikationssysteme leistungsfähiger und energieeffizienter zu machen. Wie die Forschenden betonen, ist dies besonders angesichts steigender Anforderungen an die Übertragung großer Datenmengen durch Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI) relevant. Der ERC fördert das Projekt für sechs Jahre mit insgesamt 14Mio.€. Das Projekt wird unter anderem am Karlsruhe Center for Optics and Photonics (KCOP) durchgeführt, das 2025 eröffnet wird.

ERC Synergy Grant für das ATHENS-Projektteam mit Adrian Schwarzenberger, Professor Stefan Bräse, Professor Christian Koos, Hend Kholeif (v. l. n. r., Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)
ERC Synergy Grant für das ATHENS-Projektteam mit Adrian Schwarzenberger, Professor Stefan Bräse, Professor Christian Koos, Hend Kholeif (v. l. n. r., Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT) – Bild: Karlsruher Institut für Technologie

In Athens werden neue Materialsysteme und Bauteile für die Umwandlung elektronischer in optische Signale untersucht. „Unser Ziel ist es, Transceiver nicht nur leistungsfähiger zu machen, sondern auch effizienter, um höhere Datenübertragungsraten mit dem gleichen oder sogar einem geringeren Energieverbrauch als bisher zu ermöglichen“, erklärt Professor Christian Koos vom Institut für Photonik und Quantenelektronik und vom Institut für Mikrostrukturtechnik des KIT.

Kombination von Silizium mit anderen Materialien

Das vierköpfige Projektteam, zu dem neben Koos Professor Stefan Bräse vom Institut für Organische Chemie und dem Institut für Biologische und Chemische Systeme des KIT, Professor Carsten Ronning von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Professor Tobias Kippenberg von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne gehören, verfolgt einen hybriden Ansatz: Die Forschenden kombinieren Silizium mit anderen Stoffen. „Silizium-Bauteile sind kostengünstig und in großen Stückzahlen verfügbar, aber in ihren optischen Eigenschaften eingeschränkt. Wir verbinden Silizium mit weiteren Materialsystemen, um dieses Defizit auszugleichen und die Vorteile von Silizium weiter zu nutzen“, so Koos. Zum einen testet das Team den Einsatz organischer Materialien, also kohlenstoffbasierter Verbindungen. „Wir können diese Moleküle zunächst im Computer simulieren, bevor wir die Stoffe dann mit den gewünschten Eigenschaften synthetisch im Labor herstellen und sie dann auf Silizium-Wafer drucken“, erläutert Bräse. Eine zweite Methode ist die Kombination siliziumphotonischer Chips mit anderen Chips. Dabei spielen zusätzliche Materialplattformen eine Rolle, etwa sogenannte Crystal-On-Insulator-Plattformen, mit denen eine dünne, einkristalline Schicht eines Materials auf ein isolierendes Trägersubstrat übertragen und dort zu optischen Bauteilen weiterverarbeitet wird.

Nutzen auch für Quantentechnologie und Medizintechnik

Hybride Materialsysteme für Transceiver könnten nicht nur in KI-Modellen, so die Forschenden, sondern auch im Bereich der Quantentechnologie und in der Medizintechnik Anwendung finden, etwa in Sensoren für tragbare Geräte oder in optischen Lab-on-Chip-Anwendungen zur Blutwertanalyse.



  • Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

    Oliver Gürtler übernimmt ab November die Leitung des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft Deutschland und wird damit zugleich zum Mitglied der Geschäftsleitung berufen.

    mehr lesen: Oliver Gürtler leitet Mittelstandsgeschäft bei Microsoft Deutschland

  • Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

    Die meisten Firmen weltweit verzeichnen aufgrund der Corona-Pandemie Umsatzrückgänge. Doch neun von zehn Firmen investieren weiter in ihre Digitalisierung. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren von Tata Consultancy Services (TCS) nach…

    mehr lesen: Trotz Umsatzrückgang wird digitalisiert

  • Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

    Hyland will den Anbieter von Enterprise Content Management-Lösungen Alfresco kaufen. Die Verträge wurden bereits unterzeichnet, im vierten Quartal soll den Kauf abgeschlossen sein.

    mehr lesen: Hyland erwirbt Alfresco (Updated)

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

    Mit den Auswirkungen sowie den Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz für die mittelständische Arbeitswelt bietet, beschäftigt sich das Kompetenzzentrum ‚KI für die Arbeitswelt des industriellen Mittelstands‘.

    mehr lesen: Was künstliche Intelligenz für die Arbeitswelt bedeutet

  • Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

    Die Bedeutung von künstlicher Intelligenz im Ingenieurswesen wächst. Allerdings fehlen Verfahren, um das Verhalten der Systeme planbar und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Abhilfe schaffen soll das Kompetenzzentrum für KI-Engineering (CC-KING)…

    mehr lesen: Kompetenzzentrum für KI-Engineering gegründet

  • Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Abgelenkt und trotzdem produktiver

    Chefs glauben: Ein Drittel der Angestellten ist im Home-Office mit Tätigkeiten wie Wäsche waschen beschäftigt. Dennoch ist das Ansehen von Remote-Work bei Managern sogar gestiegen, ergab jetzt eine Umfrage von…

    mehr lesen: Abgelenkt und trotzdem produktiver

  • Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

    Am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entsteht gerade die Software KMUsecure. Das Programm soll produzierende KMU dabei unterstützen, kritische Netzwerkschnittstellen zu sichern und Vernetzung leichter zur Optimierung zu nutzen.

    mehr lesen: Mittler zwischen Mehrwert und Sicherheit

  • Accenture übernimmt Salt Solutions

    Accenture übernimmt Salt Solutions

    Der SAP-Partner und MES-Integrator Salt Solutions wird Teil von Accenture. Wie die Unternehmensberatung bekannt gab, ist die Vereinbarung bereits unterschrieben.

    mehr lesen: Accenture übernimmt Salt Solutions

  • Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

    Innovation gehört zu den drei wichtigsten Digitalisierungszielen im Mittelstand, gleich nach Mitarbeiterproduktivität und Prozessmodernisierung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im Auftrag des ERP-Anbieters Proalpha entstand. Doch wo ist…

    mehr lesen: Innovationsranking im produzierenden Mittelstand

  • Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

    Im Projekt Scale4Edge arbeiten 22 Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft an besonders vertrauenswürdiger Computerhardware. Entstehen soll ein skalierbares Edge-Computing-Ökosystem rund um die Risc-V-Architektur etwa für Industrieanwendungen, Heimautomation und selbstfahrende Autos.

    mehr lesen: Vertrauenswürdige Prozessoren aus Deutschland

  • Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im September 2020 um 1,7 Punkte auf 100,1 Punkte gestiegen. Erstmals seit Beginn der Corona-Krise liegt der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit nicht…

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer dreht ins Plus