Nachhaltigkeitsdaten zentral erfassen

 Mit der IT-Plattform können Nachhaltigkeitsdaten erfasst, zentral aufbereitet und Erkenntnisse für eine nachhaltige Produktion gewonnen werden.
Mit der IT-Plattform können Nachhaltigkeitsdaten erfasst, zentral aufbereitet und Erkenntnisse für eine nachhaltige Produktion gewonnen werden.
– Bild: © Fraunhofer IPA

Im Forschungsprojekt EcoHub haben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA gemeinsam mit Partnern eine Plattform entwickelt, die Nachhaltigkeitsdaten zentral erfasst und verarbeitet. Diese soll es produzierenden Unternehmen erleichtern, Umweltberichte zu verfassen oder Zertifikate zu beantragen.

Die Plattform sammelt die Daten unter Berücksichtigung von Aspekten der Datensicherheit und Zugriffsberechtigungen an zentraler Stelle und bereitet sie auf. Der Datenspeicher bzw. Hub ermöglicht weitere Analysen und liefert Feedback. Nutzer können auf dieser Basis beispielsweise Materialverschwendung erkennen oder Energieverbrauch und Schadstoffemissionen reduzieren. Anhand der Messdaten werden Anomalien identifiziert sowie KI-basierte Vorhersagen von Anomalien möglich. Wie die Forschenden mitteilen, bietet der Daten-Hub auch die Voraussetzungen für Services wie Lebenszyklusanalysen (LCA), Material Flow Cycle-Analysen (MFCA), Datenvalidierung oder Reporting. Die Plattform greift auch auf das Enterprise-Resource-Planning- (ERP) und das Manufacturing-Execution-System (MES) eines Unternehmens zu. Berichte liegen mit wenigen Klicks vor.

„Das gezielte Datenmanagement, das für die Steuerung von Wirtschaftlichkeit und Performance der Unternehmen herangezogen wird, steckt für Nachhaltigkeit noch immer in den Kinderschuhen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Jörg Mandel vom Fraunhofer IPA. Das Ziel müsse also lauten, Nachhaltigkeitsdaten so bereitzustellen und zu managen, dass sie für unterschiedliche Managementsysteme nutzbar seien. „Etablierte Plattformen zur Sammlung von Nachhaltigkeitsdaten gibt es in diesem Umfang noch nicht. Erste Ansätze zur strukturierten Bereitstellung von Nachhaltigkeitsdaten zielen meist auf einzelne Anwendungsfälle und bilden keine anwendungsübergreifende Plattform. Genau darauf fokussieren wir uns mit unserem Tool“, führt er weiter aus.

Plattform bereit zum Ausrollen

Die 17 Projektpartner haben die Software in zehn Use Cases validiert. Zunächst haben nur Mitarbeitende des eigenen Unternehmens Zugriff auf die Daten. Langfristig soll jedoch auch ein unternehmensübergreifender Austausch von Nachhaltigkeitsdaten möglich sein.

Der Prototyp der Plattform ist fertiggestellt und kann ausgerollt werden. Einige der Projektpartner nutzen das System bereits. Das Fraunhofer IPA bietet interessierten Unternehmen Unterstützungsentscheidung und strategische Begleitung für das Setup und die Implementierung der Software. Diese wird vom Projektpartner ConAct gehostet und lizenziert. Geplant ist, eine Demo-Version bereitzustellen. Ende Februar haben Prof. Dr. Jörg Mandel und Prof. Dr. Alexander Sauer, Institutsleiter am Fraunhofer IPA, im Log_X Verlag ein Buch zur Thematik veröffentlicht: ‚Nachhaltigkeit managen. Der Eco-Business-Hub für Unternehmen‘.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung und Bildung BMBF gefördert. Die Industriepartner stammen aus den Branchen Papier und Chemie, Recycling, Metallverarbeitung sowie Agrar und Lebensmittel.

Beteiligt sind: Apium Additive Technologies, Arla Foods Deutschland, ConAct, Feindrahtwerk Adolf Edelhoff, Franz Kessler, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, Hochwald Foods, Invisium, Modular Robotics, PNZ-Produkte, Römerwall Naturbrunnen- und Getränke, Wilhelm Bahmüller Maschinenbau Präzisionswerkzeuge, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie



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