Mittelstand setzt auf Mittelstandssoftware

0:000:00

Female UX Architect Has Discussion with Male Design Engineer, They Work on Mobile Application Late at Night, She Drinks Coffee. In the Background Wall with Project Sticky Notes and Other Studio Employees.
Female UX Architect Has Discussion with Male Design Engineer, They Work on Mobile Application Late at Night, She Drinks Coffee. In the Background Wall with Project Sticky Notes and Other Studio Employees. –

Der deutsche Mittelstand setzt bei seiner Digitalisierung laut einer Studie im Auftrag des Bundesverbands IT-Mittelstand e.V. zu großen Teilen auf Software aus dem heimischen IT-Mittelstand – und nicht einseitig auf globale Softwarekonzerne. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam.

Laut Untersuchung nutzen 44,3% des deutschen Mittelstands Unternehmenssoftware des IT-Mittelstands. Auch mehr als 20% der Großunternehmen setzen auf mittelständische IT-Anbieter.

Forderungen an die Politik

Der Bundesverband fordert anhand dieser Ergebnisse, dass sich dies auch in politischen Entscheidungen widerspiegeln müsse. Die Studie mache deutlich, dass mittelständische Anwenderunternehmen bei Unternehmenssoftware in erheblichem Maße auf Anbieter aus der eigenen Größenklasse vertrauen.

„Diese Zahlen sind ein Weckruf an die Politik“, so BITMi-Präsident Dr. Oliver Grün. „Während in politischen Reden ständig von Digitaler Souveränität, Mittelstand und Innovationskraft gesprochen wird, sieht die Realität oft anders aus: Wenn es konkret wird, werden viel zu häufig die großen internationalen Softwarekonzerne berücksichtigt – und der IT-Mittelstand bleibt außen vor.“

Dabei zeige die Studie das Gegenteil dessen, was in vielen politischen Entscheidungsprozessen offenbar noch immer vorausgesetzt werde: nämlich, dass der IT-Mittelstand zu klein, zu spezialisiert und zu unbedeutend sei. Tatsächlich ist er längst eine tragende Säule der Digitalisierung in Deutschland, so der BITMi.

„Der Mittelstand setzt bereits auf den IT-Mittelstand. Jetzt muss auch die Politik endlich nachziehen“, so Grün weiter. Wer technologische Selbstbestimmung will, muss heimische Softwareanbieter systematisch stärken, wenn sie vergleichbare Lösungen anbieten.“

Bürokratie abbauen

In der Pressemitteilung zu den Studienergebnissen fordert der BITMi deshalb eine politische Kurskorrektur, um die Bürokratie im IT-Mittelstand zu reduzieren. Dazu müsse in erster Linie die unübersichtliche Menge an Regulierungen wie beispielsweise Bundestariftreuegesetz, NIS2, Cyber Resilience Act, AI Act oder Data Act mittelstandsgerechter gestaltet werden. Der Verband verweist hier auf eine Studie des KfW. Laut dieser finanzieren Unternehmen für jeweils 15 Beschäftigte eine komplette Vollzeitstelle zusätzlich, um allen Regulierungen nachzukommen, und das bereits vor der Einführung dieser neuen Regulierungen. Es drohe eine Erhöhung des Bürokratieaufwands für Softwareunternehmen von bis zu 50%, warnt der BITMi. Deshalb fordert der Verband ein Moratorium für neue Regulierungen von 24 Monaten.

„Der IT-Mittelstand braucht faire Chancen statt neuer Hürden“, so Grün. „In der politischen Debatte wird der Mittelstand gerne als Rückgrat der Wirtschaft bezeichnet. In konkreten Regelungen wird er aber viel zu oft behandelt, als müsse er sich erst gegen einen Generalverdacht rechtfertigen.“

Dies zeige sich etwa in Vergabeverfahren, in denen Konzernsoftware oder Open-Source-Produkte häufig strukturell bevorzugt würden, während leistungsfähige Mittelstandssoftware zu wenig Beachtung finde, so der IT-Mittelstandsverband. Ebenso problematisch seien politische Vorgaben, die sich an der Welt großer Konzerne orientierten und dabei die Realität mittelständischer Unternehmen verfehlten.

Über die Studie: Die von Prof. Dr. Norbert Gronau durchgeführte Studie hat die Marktanteile von Unternehmenssoftware im deutschen Mittelstand untersucht. Anhand der Verbreitung von ERP-Systemen als häufigste Standardsoftwarelösung in Unternehmen ermittelt die Analyse die Bedeutung des IT-Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft. Neben der Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße bietet die Umfrage auch eine Übersicht der Marktanteile des IT-Mittelstands in unterschiedlichen Anwenderbranchen.



  • Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Nach vier Rückgängen in Folge ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Januar wieder gestiegen. Die zahlen deuten u.a. auf weiter steigende Beschäftigung hin.

    mehr lesen: Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

  • EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    Die EU-Kommission hat eine neue Normungsstrategie vorgestellt. Diese sieht u.a. vor, die Einflussnahme von Akteuren aus nicht-Mitgliedsstaaten eindämmen. Zudem soll die Rolle Europas bei globalen Normen gestärkt werden.

    mehr lesen: EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

  • Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    IFM Solutions hat den Big-Data-Spezialisten Statamath übernommen. Alexander Hoffmann und Christian Friedrich sollen das Unternehmen weiterhin führen.

    mehr lesen: Statamath wird Tochter von IFM Solutions

  • Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Die Industrial Digital Twin Association und Alliance Industrie du Futur haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Beide wollen sich u.a. auf Digital Twin-Projekte fokussieren, die der Industrie zu mehr Nachhaltigkeit…

    mehr lesen: Kooperation zwischen AIF und IDTA

  • Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

    Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

    Rund 500.000€ investiert der Smart Systems Hub in den Ausbau seines ‚IoT-Labs‘. Unternehmen und Institute können dort beispielsweise Roboter per über die Cloud mithilfe von 5G fernsteuern.

    mehr lesen: Smart Systems Hub erweitert IoT-Labor

  • World of Quantum geht in München an den Start

    World of Quantum geht in München an den Start

    Eine Plattform für die Quantentechnologie will die Messe München mit der World of Quantum bieten, die erstmals im Rahmen der Laser World of Photonics stattfinden soll.

    mehr lesen: World of Quantum geht in München an den Start

  • Pandemie hemmt Innovationen und ist zugleich Impulsgeber

    Pandemie hemmt Innovationen und ist zugleich Impulsgeber

    Im Jahr 2020 haben deutsche Unternehmen ihre innovationsausgaben reduziert. Wie aus Erhebungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hervorgeht, sind die Innovationstätigkeiten dabei vor allem bei Großunternehmen zurück gegangen.

    mehr lesen: Pandemie hemmt Innovationen und ist zugleich Impulsgeber

  • FMB 2022 findet früher statt

    FMB 2022 findet früher statt

    Die Vorverlegung der SPS führt dazu, dass die FMB – Zuliefermesse Maschinenbau nun ebenfalls früher stattfindet. Statt wie ursprünglich geplant Mitte November, sind die Veranstalter auf einen Termin Mitte Oktober…

    mehr lesen: FMB 2022 findet früher statt

  • iGrafx übernimmt Logpickr

    iGrafx übernimmt Logpickr

    Mit der Übernahme von Logpickr hat sich der Prozessdatenmanagement-Spezialist iGrafx Knowhow in Sachen Process Mining gesichert.

    mehr lesen: iGrafx übernimmt Logpickr

  • Machine Learning für die hochautomatisierte Fertigung

    Machine Learning für die hochautomatisierte Fertigung

    Der Automobilzulieferer Valeo hat mit dem Fraunhofer KI-Spin-off Plus10 und der Technischen Hochschule Ingolstadt ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt gestartet. Ziel des Projekts Palim (Performance-Accelerated Learning for Intelligent Manufacturing) ist es,…

    mehr lesen: Machine Learning für die hochautomatisierte Fertigung

  • Ifo Geschäftsklima legt im Januar zu

    Ifo Geschäftsklima legt im Januar zu

    0,9 Punkte mehr als noch im Dezember: Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar gestiegen. Aus der Industrie kommen dabei positive Signale.

    mehr lesen: Ifo Geschäftsklima legt im Januar zu

  • Neuer Vorsitzender der VDI/VDE-GMA

    Neuer Vorsitzender der VDI/VDE-GMA

    Nach Atilla Bilgic übernimmt Michael Weyrich den Vorsitz der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA).

    mehr lesen: Neuer Vorsitzender der VDI/VDE-GMA