KI erzeugt manipulative Designmuster für Webseiten

KI-Anwendungen generieren auch ungefragt manipulative Designs für Webseiten wie etwa 'Jetzt zugreifen'.
KI-Anwendungen generieren auch ungefragt manipulative Designs für Webseiten wie etwa ‚Jetzt zugreifen‘. – Bild: ©MK-Photo/stock.adobe.com

‚Jetzt zugreifen, nur noch drei Artikel verfügbar‘, ‚Ihr 10-Euro-Gutschein ist noch 30 Minuten gültig‘, vorausgewählte Produkte im Warenkorb oder gefälschte euphorische Kundenrezensionen sind einige Beispiele für Dark Patterns, manipulative Webseiten-Designs. Ihr Ziel: Besucherinnen und Kunden der Webseite sollen dazu animiert werden, schnell und viel zu kaufen.

Forschende des Athene-Zentrums für Cybersicherheit, der Universität Glasgow sowie der Humboldt-Universität zu Berlin haben untersucht, wie KI-Systeme mit manipulativen Design-Mustern bei der Erzeugung von Webseitencode umgehen. Die Ergebnisse zeigen: Selbst bei neutralen Anfragen, die nicht explizit nach Dark Patterns verlangten, wie ‚Erstelle eine Produktübersicht für einen Online-Shop‘ bauten die untersuchten KI-Anwendungen ChatGPT, Gemini und Claude AI regelmäßig manipulative Elemente in den HTML-Code der Shopseite ein, wie gefälschte Kundenrezensionen, künstlich erzeugte Zeitdruck-Anzeigen oder irreführende Preisvergleiche – ohne darauf hinzuweisen, dass es sich um rechtlich und ethisch fragwürdige Elemente handelt und ohne vor möglichen juristischen Folgen zu warnen.

Manipulative Designs sollen zum Kauf verleiten

„Diese Designmuster sind darauf ausgelegt, Nutzende zu Handlungen zu bewegen, die sie eigentlich nicht beabsichtigen“, erklärt Dr. Veronika Krauß, eine der Autorinnen der Studie. Sie forscht in der Arbeitsgruppe von Athene-Wissenschaftler Prof. Jan Gugenheimer an der Technischen Universität Darmstadt. „Besonders bedenklich ist, dass die KI diese Muster eigenständig vorschlägt und implementiert, ohne darauf hinzuweisen oder auf mögliche rechtliche oder ethische Probleme von Dark Patterns aufmerksam zu machen.“ Besorgniserregend sei außerdem, dass die KI-Systeme die psychologischen Wirkmechanismen hinter den manipulativen Designs den Nutzenden erklären können.

Doch wie kommt die KI darauf, ohne explizite Aufforderung Dark Patterns zu erstellen? Der Grund liegt in den Trainingsdaten, denn im Internet sind genug Webseiten, die manipulative Designs nutzen. Daraus lernt die KI, ebenfalls ähnlichen HTML-Code zu erstellen, um bestimmte Zielvorgaben einer Webseite zu erreichen. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass Ersteller von Webseiten manipulative Designs ohne Vorwissen mittels KI erzeugen können.

Präventionsmechanismen implementieren

Die Ergebnisse der Studie sollen dazu beitragen, KI-Systeme zukünftig verantwortungsvoller zu gestalten und Nutzende besser davor zu schützen, ungewollt manipulative Praktiken auf ihren eigenen Webseiten anzuwenden. Die Forschenden sprechen sich dafür aus, dass KI-Anbieter ihre Systeme mit robusten Erkennungs- und Präventionsmechanismen für manipulative Designs ausstatten sollten. Ihre Forschungsergebnisse stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der der ACM CHI Conference on Human Factors in Computing Systems vor, einer internationalen Konferenz im Bereich Mensch-Computer-Interaktion.



  • Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Produktion unter erschwerten Bedingungen

    Elektronikfertigung während der Pandemie Produktion unter erschwerten Bedingungen Da man in der Produktion nicht so ohne weiteres auf Homeoffice setzen kann, müssen sich Fertiger Konzepte einfallen lassen, wie sie unter…

    mehr lesen: Produktion unter erschwerten Bedingungen

  • Facton wird Teil der FOG

    Facton wird Teil der FOG

    Die FOG Software Group will mit der Übernahme von Facton ihr Portfolio an Softwarelösungen für die intelligente Fertigung ausbauen.

    mehr lesen: Facton wird Teil der FOG

  • Eplan startet Partnernetzwerk

    Eplan startet Partnernetzwerk

    Eplan startet mit der Gründung eines neuen Partnernetzwerks in das neue Jahr. Durch den Austausch der Partner soll unter anderem die Integration unterschiedlicher Systeme vereinfacht werden.

    mehr lesen: Eplan startet Partnernetzwerk

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Neuer Robotikverband gegründet

    Neuer Robotikverband gegründet

    Um den Robotereinsatz bei kleineren und mittleren Unternehmen zu fördern, wurde Ende des vergangenen Jahres der Deutsche Robotik Verband gegründet.

    mehr lesen: Neuer Robotikverband gegründet

  • Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

    Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

    Auf 2021 blicken die Entscheider in der Branche mit einer Mischung aus Zurückhaltung und leichtem Optimismus. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer von PwC hervor.

    mehr lesen: Umsatzerwartungen erstmals in der Pandemie positiv

  • SAS übernimmt Boemska

    SAS übernimmt Boemska

    SAS übernimmt den britischen Low-Code/No-Code-Spezialisten Boemska. Das Unternehmen ist bereits Technologiepartner von SAS.

    mehr lesen: SAS übernimmt Boemska

  • Die Produktion aufteilen

    Die Produktion aufteilen

    Die SmartFaxtory KL arbeitet an der Realisierung an einem Shared Production-Ansatz und bildet so die Grundlage für das europäische Infrastrukturprojekt GAIA-X.

    mehr lesen: Die Produktion aufteilen

  • Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

    Fortinet kündigt mit der FortiGate Rugged 60F und der FortiGate Rugged 60F mit integrierter LTE-Next-Generation-Firewall zertifizierte sichere SD-WAN-Appliances für den Einsatz in OT-Umgebungen an.

    mehr lesen: Sichere SD-WAN-Appliances für OT-Umgebungen

  • Inform erweitert Geschäftsführung

    Inform erweitert Geschäftsführung

    Zum Führungsteam beim Softwarehersteller Inform kommen im Januar vier neue Mitglieder hinzu. In diesem Zuge möchte das Unternehmen seinen Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Innovation und Internationalisierung legen.

    mehr lesen: Inform erweitert Geschäftsführung

  • Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

    Zum Jahreswechsel befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) traditionell deutsche Verbände nach ihren wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Jahr. In diesem Jahr berichten darin die meisten Branchen von einschneidenden…

    mehr lesen: Branchenverbände hoffen 2021 auf Besserung

  • Nachhaltigkeit wird zum Trend

    Nachhaltigkeit wird zum Trend

    Nachhaltigkeit und stärkeres Umweltbewusstsein erfahren in der Fertigungsindustrie neue Aufmerksamkeit. Der Übergang von der Linearwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Colin Elkins, Vice President Manufacturing bei IFS,…

    mehr lesen: Nachhaltigkeit wird zum Trend