Jupiter AI Factory soll KI-Turbo für Europa werden

Professor Holger Hoos (rechts), Dr. Julia Mann und Professor Sebastian Trimpe vom AI Center der RWTH.
Professor Holger Hoos (rechts), Dr. Julia Mann und Professor Sebastian Trimpe vom AI Center der RWTH. – Bild: © Peter Winandy

Mit der Jupiter AI Factory entsteht in Jülich ein zentraler Pfeiler der europäischen KI-Infrastruktur. Startups, Mittelstand und Industrie erhalten dort Zugang zu Europas erstem Supercomputer der Exascale-Klasse. Auch Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Sektor steht die KI-Fabrik offen.

Mit der Rechenleistung von Jupiter, der in den kommenden Monaten am Jülich Supercomputing Centre des Forschungszentrums Jülich in Betrieb gehen wird, können KI-Anwendungen künftig schneller als je zuvor entwickelt, getestet, verbessert und skaliert werden, so die Beteiligten. Wie aus der Pressemitteilung der RWTH Aachen weiter hervorgeht, wird der Supercomputer zudem mit einem speziellen Inferenzmodul ausgestattet, das den Zugriff auf KI-Modelle über die Cloud beschleunigen soll.

One-Stop-Shop für Forschung und Industrie

Die AI Factory in Jülich diene als One-Stop-Shop für Forschung und Industrie und biete Unterstützung bei der Nutzung des Supercomputers, heißt es weiter. Den Fokus legen die Beteiligten Partner auf die Anwendungsfelder Gesundheitswesen, Energie, Klimawandel, Bildung, Medien, öffentlicher Sektor und Finanzen.

Als erster Supercomputer der Exascale-Ära in Europa wird Jupiter die Marke von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde übertreffen und damit zu den weltweit leistungsstärksten Superrechnern für KI gehören, so die Beteiligten. Die AI Factory um den Supercomputer soll das Training von KI-Modellen der nächsten Generation vorantreiben und insbesondere deutsche und europäische Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung von KI-Anwendungen unterstützen.

Mehrere KI-Institutionen beteiligt

Die AI Factory (JAIF) wird mit rund 55Mio.€ von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC Joint Undertaking, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Wissenschaftsministerien in Nordrhein-Westfalen und Hessen gefördert. Mehrere deutsche KI-Institutionen haben sich zu dem Gemeinschaftsprojekt zusammengeschlossen.

Mit JAIF soll eine neue KI-Gemeinschaft entwickelt werden, deren Schwerpunkt auf der Bereitstellung von Dienstleistungen und Ressourcen für die Industrie liegt, indem alle KI-Fabriken des Gemeinsamen Unternehmens für europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC) zusammengebracht werden. JAIF will die Partnerschaften zwischen den europäischen KI-Fabriken aufbauen und koordinieren. Als Orchestrator des KI-Ökosystems will die AI Factory zudem eine jährliche Netzwerkveranstaltung für die KI-Fabriken organisieren, die den Dialog erleichtern und die Zusammenarbeit fördern, Industriepartner über neue Ressourcen, Dienstleistungen und Schulungen informieren, neue Industriepartner und Talente anziehen sowie die Sichtbarkeit aller KI-Fabriken erhöhen soll.

Neben dem koordinierenden Jülich Supercomputing Centre sind das Center for Artificial Intelligence der RWTH Aachen University (AI Center), die Fraunhofer-Institute für Angewandte Informationstechnik und für Intelligente Analyse- und Informationssysteme sowie das Hessian Center for Artificial Intelligence als Hauptpartner beteiligt. Darüber hinaus arbeitet die Jupiter AI Factory mit den deutschen KI-Servicezentren WestAI und hessian.AISC sowie dem KI Bundesverband als assoziierten Partnern zusammen.

Weitere Angebote der AI Factory

Das Angebot der AI Factory beinhaltet neben Zugangsmöglichkeiten für Jupiter individuelle Unterstützung für alle KI-Anwendungsfälle – von Benutzerschulungen und persönlicher Beratung bis hin zu Services zu Datenkuratierung, Basismodellen der nächsten Generation und Anwendungsoptimierung.

Seiten: 1 2



  • Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Schutz von Remote-Mitarbeitern

    Um die Verwaltung der Cybersicherheit einfacher und zugänglicher zu gestalten, stellt SonicWall die Zero-Touch-fähigen Multi-Gbit TZ-Firewalls mit SD-Branch-Funktionen vor. Die neuen Firewalls TZ570 und TZ670 sind die ersten Desktop-Firewalls, die…

    mehr lesen: Schutz von Remote-Mitarbeitern

  • Sicherheit vor Malware und Hackern

    Sicherheit vor Malware und Hackern

    Fernwirkanlagen und Scada-Systeme nutzen das Internet und sind damit potenziellen Angriffen von Hackern und Schadsoftware ausgesetzt. Auf der Seite der Datenbank kann auch das Unternehmen ConiuGo nur die bekannten Konzepte…

    mehr lesen: Sicherheit vor Malware und Hackern

  • Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

    Cloudanwendungen boomen: Aktuell gibt es nach Aussagen von führenden TÜV Rheinland-Experten mehr als 30.000 Cloudanwendungen weltweit, von denen Unternehmen aktiv durchschnittlich 1.500 Anwendungen nutzen – mit oder ohne Freigabe der…

    mehr lesen: Nutzung von Cloudanwendungen in Unternehmen

  • Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Maschinenbau baut digitale Dienste aus

    Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass…

    mehr lesen: Maschinenbau baut digitale Dienste aus

  • 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

    Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.

    mehr lesen: 15 Jahre SmartFactory Kaiserslautern

  • Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Eine Matte gegen Haltungsschäden

    Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.

    mehr lesen: Eine Matte gegen Haltungsschäden

  • Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

    Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern…

    mehr lesen: Verschlüsselungskomponenten, die Angreifern ausweichen

  • Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

    Das Internet der Dinge ist für viele Unternehmen in Deutschland sowohl eine Chance als auch ein Risiko, so das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag von Palo Alto Networks.

    mehr lesen: Unternehmen sehen Notwendigkeit für mehr IoT-Sicherheit

  • Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

    Die Gründungsmitglieder der Gaia-X-Initiative haben die Gründungsurkunden zur Gaia-X AISBL unterzeichnet. Interessierte Unternehmen und Initiativen sind aufgerufen, sich an der gemeinnützigen Vereinigung zu beteiligen.

    mehr lesen: Gaia-X-Mitglieder unterzeichnen Gründungsurkunde

  • TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    Der TÜV-Verband fordert in einem Positionspapier KI-gestützte Anwendungen und Systeme — etwa automatisierte Fahrzeuge oder Roboter — in Abhängigkeit vom Risiko zu regulieren.

    mehr lesen: TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

  • Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Die Nutzung von Containertechnologien steigt, was aber gilt es bei der Auswahl zu beachten? Der Software-Entwickler Red Hat gibt Antworten darauf.

    mehr lesen: Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

  • Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine…

    mehr lesen: Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation