Führungskräfte beschreiben Erfolge durch KI, können diese aber oft nicht belegen

Head of the Project Holds Laptop and Discusses Product Details
Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com

Revalize, ein Anbieter von PLM-, CAD- und CPQ-Software, hat eine neue Studie zum Stand der KI-Einführung veröffentlicht. Demnach überführen Fertigungsunternehmen KI-Pilotprojekte rasch in eine breitere Anwendung. Doch ihre Fähigkeit, die notwendigen Grundlagen in den Bereichen Daten, Fachkräfte, Integration und Prozesse zu schaffen, um den Return on Investment (ROI) von KI-Investitionen nachzuweisen, hält mit diesem Tempo oft nicht Schritt.

Für den Bericht wurden 500 Führungskräfte von Unternehmen in ausgewählten Fertigungsbereichen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den USA und dem Vereinigten Königreich befragt. Die Studie zeigt, dass Fertigungsunternehmen weiterhin in KI investieren, die Ambitionen der Führungsebene aber nicht mit der operativen Realität übereinstimmen.

Die Ergebnisse:

Vom KI-Boom in die KI-Ära: Im ersten Quartal 2026 hatten erst 36% der befragten Fertigungsunternehmen eine breite oder fortgeschrittene KI-Einführung erreicht. Sechs Monate später stieg dieser Anteil auf 60% – wobei KI in mehrere Betriebsabläufe integriert oder vollständig in die Arbeitsweise eingebettet ist. Nur 8% der Unternehmen befinden sich weiterhin in der anfänglichen KI-Exploration. Die erste Welle der KI-Einführung hat sich gelegt. Aus der Experimentierphase wurde tägliche Nutzung.

Wirkung von KI wird selten quantifiziert: 50% der befragten Hersteller weltweit erfassen KI-Ergebnisse nur uneinheitlich oder informell. Gleichzeitig geben 72% an, dass sie Geschäftsergebnisse auf KI zurückführen können, während fast ein Viertel nur bedingt von ihrer Wirkung überzeugt ist. Daraus ergibt sich eine Lücke zwischen der Wahrnehmung und dem nachgewiesenen Erfolg von KI.

Die KI-Strategie der Führungsebene ist der operativen Realität weit voraus: Führungskräfte auf C-Level berichten in der Studie mehr als doppelt so häufig wie Senior Manager von einer fortgeschrittenen KI-Einführung. Revalize zufolge deutet dies darauf hin, dass die Strategie an der Unternehmensspitze schneller voranschreitet als das, was Teams realistisch umsetzen und dauerhaft betreiben können.

Zölle schwanken, aber die damit verbundenen KI-Investitionen nicht: Zum Zeitpunkt der Befragung im Juli waren die Zoll- und Compliance-Kosten innerhalb der letzten zwölf Monate von 50 auf 39% gesunken. Der Anteil der Befragten, die angeben, keine messbaren finanziellen Auswirkungen zu spüren, hat sich gleichzeitig von 3 auf 13% vervierfacht. Laut den Studienverantwortlichen deutet dies zumindest auf eine gewisse geopolitische Entspannung hin. Mit Blick auf die Zukunft geben weltweit 44% der Fertigungsunternehmen an, die KI-Einführung weiter beschleunigen zu wollen, um gezielt zoll- und kostenbedingten Druck auszugleichen.

„Die KI-Einführung im Fertigungssektor ist nahezu flächendeckend. Jetzt benötigen Unternehmen messbare Ziele, um zu belegen, dass ihre Investitionen Ergebnisse liefern“, sagt Mike Sabin, CEO von Revalize. „Zu viele Führungskräfte schreiben Erfolge übermäßig der KI zu, ohne dass Daten dies belegen. Diese Lücke zwischen Annahme und operativer Realität wird sich nicht von allein schließen. Ohne echte Prozesse und eine Abstimmung vom C-Level hinunter bis zur Werkhalle können Fertigungsunternehmen KI nicht erfolgreich skalieren. Langfristig werden diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die diszipliniert in KI investieren und ihren Nutzen anhand konkreter, umsetzbarer Ziele nachweisen, die an reale Herausforderungen geknüpft sind.“

Zum Bericht: pro-file.com

Methodik: Im Auftrag von Revalize wurden 500 Entscheidungsträger für PLM-, CPQ- sowie Engineering-Modellierungs- und -Simulationssoftware in Unternehmen ausgewählter Fertigungsindustrien mit 100 oder mehr Mitarbeitern in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), dem Vereinigten Königreich und den USA befragt. Die Stichprobe umfasste 225 Befragte in der DACH-Region, 50 im Vereinigten Königreich und 225 in den USA. Die Befragung wurde vom 7. bis 17. Juli durchgeführt. Die Teilnehmer wurden von OpinionRoute rekrutiert, einem globalen Anbieter von Marktforschungspanels.



  • Swap-IT: Eine hochflexible Produktionsarchitektur für unterschiedliche Branchen

    Swap-IT: Eine hochflexible Produktionsarchitektur für unterschiedliche Branchen

    Produzierende Unternehmen müssen heute mit vielschichtigen Herausforderungen umgehen. Dazu gehören unter anderem Stückzahlbandbreiten von der Losgröße 1 bis zu größeren Serien und nicht zuletzt der Umgang mit Verzögerungen und Ausfällen…

    mehr lesen: Swap-IT: Eine hochflexible Produktionsarchitektur für unterschiedliche Branchen

  • Unternehmen halten am Homeoffice fest

    Unternehmen halten am Homeoffice fest

    Durch die Corona-Pandemie haben sich Homeoffice-Modelle in deutschen Unternehmen etabliert. Und wie eine ZEW-Studie zeigt, erwarten Firmen sogar einen weiteren Anstieg des Angebots.

    mehr lesen: Unternehmen halten am Homeoffice fest

  • Siemens erweitert Vorstand

    Siemens erweitert Vorstand

    Siemens hat Personalentscheidungen auf Vorstandsebene verkündet und den Vorstand des Konzern von fünf auf sieben Vorstandsmitglieder erweitert.

    mehr lesen: Siemens erweitert Vorstand

  • Wie die Deutschen mit KI-Bots sprechen

    Wie die Deutschen mit KI-Bots sprechen

    Knapp die Hälfte (46 Prozent) der Deutschen hat schon einmal einen KI-Chatbot verwendet – und pflegt dabei unterschiedliche Umgangsformen.

    mehr lesen: Wie die Deutschen mit KI-Bots sprechen

  • GBO Datacomp lädt ein zu ’We move it’

    GBO Datacomp lädt ein zu ’We move it’

    Am 25. September lädt der MES-Spezialist GBO Datacomb ins Sacher Hotel Wien zur Veranstaltung ’We move it’ ein. Das Thema: Digitalisierung in der Produktion.

    mehr lesen: GBO Datacomp lädt ein zu ’We move it’

  • Quantencomputer entwickeln sich schneller als erwartet

    Quantencomputer entwickeln sich schneller als erwartet

    Etwa die Hälfte der für eine QuEra-Studie befragten Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Industrie glauben, dass Quantencomputer schneller als erwartet Fortschritte machen. 40 Prozent sind sogar der Meinung, dass sie…

    mehr lesen: Quantencomputer entwickeln sich schneller als erwartet

  • Inform holt Thomas Kirn an Bord

    Inform holt Thomas Kirn an Bord

    Inform hat mit Thomas Kirn einen neuen Vertriebsverantwortlichen. Er soll u.a. die Vertriebsleitung für den Geschäftsbereich Workforce Management übernehmen.

    mehr lesen: Inform holt Thomas Kirn an Bord

  • Stimmung in der Automobilindustrie verdüstert sich weiter

    Stimmung in der Automobilindustrie verdüstert sich weiter

    Nach bereits trüber Stimmung im Vormonat hat sich das Geschäftsklima in der Automobilindustrie erneut verschlechtert.

    mehr lesen: Stimmung in der Automobilindustrie verdüstert sich weiter

  • Reichelt Elektronik expandiert nach Spanien und Irland

    Reichelt Elektronik expandiert nach Spanien und Irland

    Reichelt Elektronik intensiviert seine Aktivitäten in Europa und erweitert den Webshop um Irland und Spanien.

    mehr lesen: Reichelt Elektronik expandiert nach Spanien und Irland

  • Ocean Shipping Index zeigt Anstieg der Lieferzeiten

    Ocean Shipping Index zeigt Anstieg der Lieferzeiten

    Wetter, geopolitische Konflikte oder überlastete Häfen beeinträchtigen den Welthandel. Die Folge: Transitzeiten auf dem Seeweg haben sich laut Ocean Shipping Index für das zweite Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um…

    mehr lesen: Ocean Shipping Index zeigt Anstieg der Lieferzeiten

  • Eplan Network geht wieder auf Tour

    Eplan Network geht wieder auf Tour

    Im September startet die jährliche Roadshow von Eplan durch acht Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

    mehr lesen: Eplan Network geht wieder auf Tour

  • Rahmenprogramm Nachwuchs und Fachkräfte

    Rahmenprogramm Nachwuchs und Fachkräfte

    Die Fachkräftesicherung bleibt eine zentrale Herausforderung in der Metallbearbeitungsbranche und bedarf einer konsequenten qualifizierten Nachwuchsförderung.

    mehr lesen: Rahmenprogramm Nachwuchs und Fachkräfte