Was noch fehle, seien vielfach notwendige Konkretisierungen, sagt Dehmel: „Das betrifft etwa Details zur angestrebten ‚Data Union Strategy‘ zur grenzüberschreitenden Verfügbarkeit von Daten, die für KI-Training und -Anwendung unerlässlich sind, aber auch die Frage, woher die notwendigen Mittel für den neuen europäischen KI-Plan genau kommen sollen. Ohne klare Finanzierung und Zeitpläne besteht die Gefahr, dass der AI Continent Action Plan nur eine weitere gute Idee ist, die verpufft. Europa muss beim Thema KI jetzt Tempo machen.“

Der KI-Bundesverband bemängelt eine fehlende übergreifende Governance-Struktur und eine klaren Moonshot-Strategie, die bestehende Maßnahmen bündelt, priorisiert und strategisch ausrichtet. „Die europäische KI-Branche braucht keine weiteren Ankündigungen bereits bekannter Maßnahmen und kleinteiliger Einzelstrategien, sondern funktionierende Förder- und Vergabeverfahren, die mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung Schritt halten können“, sagt Jörg Bienert, Vorstandsvorsitzender des KI Bundesverbandes.

Die bisherigen Fördermechanismen der EU sind aus Sicht des Verbandes nicht mehr zeitgemäß. Komplexen, langwierige Antragsverfahren und fragmentierten Zuständigkeiten stünden einer schnellen und effektiven Umsetzung von Innovationsprojekten im Weg, heißt es. Während andere Weltregionen ihre KI-Kapazitäten konsequent ausbauten, verliere Europa durch administrative Hürden wertvolle Zeit. Nach Ansicht des Verbands setzt der AI Continent Action Plan diesem Problem wenig entgegen – eine konkrete Maßnahme, wie Europa eigenständige, wettbewerbsfähige Alternativen zu US-amerikanischen Basismodellen aufbauen könnte, fehlten vollständig. Ohne eine solche strategische Ausrichtung bleibe auch der Zweck der geplanten fünf 100.000er-HPC-Cluster unklar.

Der KI Bundesverband fordert die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, bei der Umsetzung des AI Continent Action Plans eng mit der KI-Wirtschaft zusammenzuarbeiten und von Anfang an praxisnahe, funktionierende Lösungen zu entwickeln.

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