Ein Chatbot für den Wissenstransfer

ipk durchblick mit ki
Bild: Fraunhofer-Institut IPK/Vivek Chavan

Wenn Fachkräfte ein Unternehmen verlassen, geht auch oft Knowhow verloren. Im Projekt ‚Stark‘ untersuchen Forschende des Fraunhofer IPK gemeinsam mit der BSP Business and Law School – Hochschule für Management und Recht, der Technischen Universität Berlin sowie den Anwendungspartnern Harms & Wende und FBT Feinblechtechnik, wie Unternehmen diesem Wissensverlust entgegenwirken können. Dabei nehmen sie vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des produzierenden Gewerbes in den Blick. Diese sind besonders vom demografischen Wandel und dem Verlust von Erfahrungswissen betroffen, verfügen aber oft nicht über die Ressourcen und Prozesse, um dieses strukturiert zu sichern und weiterzugeben.

Change Management und KI-Chatbot

Im Fokus des Projekts steht ein breit aufgestellter und KI-gestützter Systemansatz. Im Rahmen eines Change-Management-Konzepts wollen die Beteiligten unter anderem Veränderungsfähigkeit und KI-Kompetenz adressieren. „Wir bringen dafür unsere Expertise im Bereich des KI-unterstützten Wissensmanagements ein“, sagt Maria Kretschmer, Projektleiterin am Fraunhofer IPK. Im Rahmen des Projekts entwickeln sie und ihr Team Methoden und Konzepte für die KI-unterstützte Sicherung, Aufbereitung und Weitergabe von Erfahrungswissen sowie einen Ansatz für die Gestaltung einer komplementären Mensch-Maschine-Interaktion. Dazu wolle man bestehende Verfahren der Erfahrungssicherung um KI-Komponenten erweitern und einen soziotechnischen Systemansatz verfolgen, um die Resilienz von Unternehmen zu stärken, so Kretschmer.

Die Projektpartner kündigen zudem die Entwicklung eines Chatbot-Prototypen an, der flexibel in verschiedene Unternehmensumgebungen integriert werden kann. Der ‚Stark-Buddy‘ soll als firmeneigenes, sprachbasiertes KI-Assistenzsystem den Wissenssicherungs- und Transferprozess in der Rolle eines Moderators und Mentors begleiten und Mitarbeitende in wissenskritischen Situationen unterstützen. Dabei sichert er benötigtes Wissen und bereitet es auf. Die Dialogführung kann über Wearables wie Smart Glasses erfolgen. Um die Akzeptanz und den verantwortungsvollen Umgang mit der KI-Technologie zu fördern, setzen die Beteiligten auf ein integriertes ELSI-Konzept (Ethical, Legal and Social Implications), das Transparenz und Nachvollziehbarkeit (‚Design for Trust‘) bei der Nutzung des Chatbots adressiert.

Das Chatbot-System wird durch einen interaktiven Praxisleitfaden mit Best Practices, Templates, Checklisten und einer beispielhaften KI-Policy ergänzt.

Tests unter realen Bedingungen

FBT sowie Harms & Wende werden die im Projekt entwickelten Methoden und KI-Werkzeuge unter realen Bedingungen erproben und iterativ weiterentwickeln. „FBT steht vor der Herausforderung, den demografischen Wandel und den rasanten technologischen Fortschritt gleichzeitig zu meistern“, sagt Robert Schmid, Prokurist und Betriebsleiter bei FBT Feinblechtechnik. Stark sei ein Schlüssel, um den anstehenden Generationenwechsel als Chance zu nutzen und tiefes Erfahrungswissen systematisch zu sichern.

„Wir wollen mit Stark vor allem Organisationen mit häufig wechselnden Teamstrukturen unterstützen und die flexible Zusammenarbeit in Teams fördern“, sagt Dr. Ronald Orth, Leiter der Abteilung Business Excellence Methoden am Fraunhofer IPK. Er ist überzeugt, dass Unternehmen Fachkräfteengpässe reduzieren können, wenn sie systematisch Wissen sichern. „Auf diese Weise können Firmen die Abhängigkeit von einzelnen Expertinnen und Experten verringern und ihre Widerstandsfähigkeit stärken“, so Orth.

Das Projekt wird bis 31. Dezember 2028 mit rund 2Mio.€ im Rahmen des Programms ‚Zukunft der Arbeit‘ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.



  • Jedes Dritte Unternehmen setzt auf Outsourcing im eigenen Land

    Jedes Dritte Unternehmen setzt auf Outsourcing im eigenen Land

    Welchen Stellenwert IT-Outsourcing für deutsche Unternehmen haben kann, zeigt ein Whitepaper von IDC und Comarch. Darin geht man der Fragestellung nach, wie verbreitet Onshoring und Offshoring sind. Demnach lagert jede…

    mehr lesen: Jedes Dritte Unternehmen setzt auf Outsourcing im eigenen Land

  • Trumpf übernimmt Lantek

    Trumpf übernimmt Lantek

    Mit der Übernahme von Lantek erweitert Trumpf sein Softwareportfolio. Das spanische Unternehmen entwickelt Software für die Blech- und Metallbearbeitung.

    mehr lesen: Trumpf übernimmt Lantek

  • Kriterien für das Reifegradmodell wählen

    Kriterien für das Reifegradmodell wählen

    Auf dem Weg zur ‚Industrie 4.0‘ entwickeln Unternehmen die Fähigkeiten, in Echtzeit datenbasierte Entscheidungen innerhalb von Wertschöpfungsnetzwerken zu treffen und agil auf Marktveränderungen zu reagieren. Bei diesem Weg unterstützt die…

    mehr lesen: Kriterien für das Reifegradmodell wählen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • 42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

    42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

    Mit dem ‚Startup-Radar‘ gibt der VDMA einen Einblick in die KI-Startup-Szene für den Maschinenbau. Demnach entstehen 42 Prozent der relevanten Startups in Europa.

    mehr lesen: 42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

  • Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

    Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

    Siemens Smart Infrastructure erweitert sein Angebot aus Dienstleistungen, Assets und Services für Sicherheitsanforderungen im Gebäudebetrieb. Das Komplettpaket Security as a Service (SecaaS) umfasst die Bereiche Gefahrenleitsysteme, Zutrittskontrolle, Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachungssysteme…

    mehr lesen: Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

  • MPDV stellt neue MES-Generation vor

    MPDV stellt neue MES-Generation vor

    Hydra X plattformoptimiert und interoperabel MPDV stellt neue MES-Generation vor Softwarehersteller MPDV läutet den Generationswechsel seiner MES-Lösung Hydra ein. Hydra X wird ab dem 1. April als modulare Software auf…

    mehr lesen: MPDV stellt neue MES-Generation vor

  • Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

    Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

    Das Schwestermagazin Industrial Communication Journal bekommt tatkräftige Unterstützung.

    mehr lesen: Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

  • Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

    Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

    Gaia-X startet mit einem Förderwettbewerb in die Anwendungsphase. Interessierte können sich dafür noch bis zum 7. Mai bewerben.

    mehr lesen: Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

  • Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

    Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

    Am 20. und 21. April findet das 16. Anwenderforum ‘Einsatz mobiler Lösungen‘ statt. In diesem Jahr als reine Online-Veranstaltung.

    mehr lesen: Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

  • Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

    Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

    Die Prozessindustrie stellt spezifische Anforderungen an die Sicherheit ihrer Anlagen. Wesentliche Elemente sind dabei die PLT-Sicherheitseinrichtungen.

    mehr lesen: Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

  • Talend wird von Thoma Bravo übernommen

    Talend wird von Thoma Bravo übernommen

    Für 2,4Mrd.US$ will das Private Equity Unternehmen Thoma Bravo den Cloud-Integrator Talend übernehmen. Das Board of Directors von Talend hat der Absichtserklärung zugestimmt.

    mehr lesen: Talend wird von Thoma Bravo übernommen