Ein Blick auf neurodivergente Fachkräfte in der Cybersecurity-Branche

Close-up portrait of focused software engineer wearing eyeglasses looking at computer screen working with big data. Programming code reflecting in glasses. Data science, Machine Learning, AI concept
Bild: ©Arsenii/stock.adobe.com

Eine aktuelle ISC2-Studie wirft einen Blick auf die Erfahrungen neurodivergenter Fachkräfte – also Menschen mit Autismus, ADHS, Lese-Rechtschreib-Störung oder anderen neurokognitiven Besonderheiten – und darauf, wie Arbeitsstätten sie besser unterstützen können. Demnach identifizierten sich 12% der Befragten weltweit (1.852 von 16.029 Teilnehmenden aus der Cybersecurity-Branche) als neurodivergent. Während viele ihrer Berufserfahrungen denen nicht-neurodivergenter Kollegen und Kolleginnen stark ähneln, zeigt die Studie auch Unterschiede auf, die im Folgenden genauer betrachtet werden.

Arbeitsmuster und Zufriedenheitsfaktoren

Eine Beobachtung der Studienverantwortlichen ist es etwa, dass neurodivergente Fachkräfte etwas häufiger in kleinen Unternehmen (17% vs. 15% im Durchschnitt) und öfter in nicht-leitenden, höheren Positionen arbeiten (44% vs. 39%). Weitere Unterschiede zeigen sich in den Wegen zum Berufseinstieg: 6% der Befragten geben an, den Beruf durch eigenständige Exploration vor ihrer ersten Stelle entdeckt zu haben (4% im Durchschnitt), und 5% über den Militärdienst (vs. 3% im Durchschnitt).

Obwohl 79% angeben, ihrer Arbeit leidenschaftlich nachzugehen, liegt die Arbeitszufriedenheit bei neurodivergenten Befragten bei 67% – leicht unter den 70% der nicht-neurodivergenten Kollegen und Kolleginnen. Im Vergleich zu 2024 ist dies jedoch ein Anstieg um 7 Prozentpunkte. Als einen zentralen Faktor für Zufriedenheit offenbart die Studie das Gefühl der Beschäftigten, wertgeschätzt zu werden: Während 64% der neurodivergenten Befragten dies bestätigen, sind es bei den neurotypischen 71%. Neurodivergente Mitarbeitende, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, berichten nur eine Zufriedenheit von 28% – bei starker Wertschätzung steigt diese auf 87%.

Herausforderungen bei Arbeitsbelastung und Flexibilität

Im Vergleich zu nicht-neurodivergenten Fachkräften nennen neurodivergente Kollegen und Kolleginnen häufiger folgende Faktoren, die ihre Zufriedenheit beeinträchtigen:

  • Fehlende Karrierechancen (31% vs. 26%)
  • Überlastung durch Personalmangel (31% vs. 27%)
  • Zusätzliche Aufgaben außerhalb des eigenen Fachgebiets (23% vs. 18%)
  • Mangelnde flexible Arbeitsmodelle (17% vs. 14%)

Gleichzeitig betonen die Befragten die Bedeutung von Flexibilität: 43% sehen flexible Arbeitsregelungen (z.B. Remote-Optionen) als entscheidend für ihr Engagement – ein höherer Wert als bei nicht-neurodivergenten Kollegen und Kolleginnen (38%).

Unsicherheit bei Karrierewegen

Während 79% der neurodivergenten Fachkräfte langfristig in der Cybersecurity bleiben möchten (vergleichbar mit dem Durchschnitt), zeigen sie sich unsicherer in Bezug auf ihre individuelle Karriere: 32% stimmen der Aussage zu, sich unsicher über die langfristige Berufsperspektive zu fühlen (vs. 27% bei neurotypischen Fachkräften). Auch die Erschöpfung durch das rasante Tempo der Branche ist bei ihnen ausgeprägter (53% vs. 46% bei nicht-neurodivergenten Kollegen und Kolleginnen).

Empfehlungen für Unternehmen

Der Berufsverband für Cybersecurity-Experten gibt folgende Handlungsempfehlungen an die Hand, mit denen Organisationen neurodivergente Fachkräfte unterstützen können:

  • Flexible Arbeitsmodelle fördern, da diese besonders wichtig für neurodivergente Mitarbeitende sind.
  • Wertschätzung sichtbar machen: Das Gefühl, geschätzt zu werden, korreliert stark mit der Arbeitszufriedenheit – bei neurodivergenten Fachkräften ist der Effekt besonders ausgeprägt. Inklusive Kulturen und sichtbare Anerkennung sind den Studienautoren zufolge hier entscheidend.
  • Barrierefreie Einstiegswege schaffen, z.B. durch Stipendien oder Berufswechselprogramme.
  • Arbeitsbelastung und Wohlbefinden überwachen, um Burnout vorzubeugen.


  • Itelligence übernimmt finnisches SAP-Beratungshaus

    Itelligence übernimmt finnisches SAP-Beratungshaus

    Der SAP-Partner Itelligence übernimmt das finnische SAP-Beratungshaus Pasafin Oy. Mit der Übernahme will das Unternehmen seine Position in Skandinavien stärken.

    mehr lesen: Itelligence übernimmt finnisches SAP-Beratungshaus

  • Was international tätige Projektingenieure können sollten

    Was international tätige Projektingenieure können sollten

    Zurzeit liegt weder ein fest umrissenes Berufsbild noch klar formulierte Anforderungen an Projektingenieure vor, die in internationalen Projekten eingebunden sind.

    mehr lesen: Was international tätige Projektingenieure können sollten

  • Neuer Geschäftsführer bei Cideon

    Neuer Geschäftsführer bei Cideon

    Zum 1. November hat Dr. Clemens Weis die operative Geschäftsführung von Cideon übernommen. Er folgt auf Clemens Voegele, der den Posten des Chief Digital Officers der Friedhelm Loh Group übernommen…

    mehr lesen: Neuer Geschäftsführer bei Cideon

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Partnerschaft für verbessertes Service Lifecycle Management

    Partnerschaft für verbessertes Service Lifecycle Management

    Gemeinsam wollen MHP und IFS verbesserte Lösungen für ein durchgängiges Service Lifecycle Management anbieten.

    mehr lesen: Partnerschaft für verbessertes Service Lifecycle Management

  • Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    25 Prozent der Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass in den kommenden fünf Jahren mehr Produktionsprozesse ausgelagert werden. Damit beschäftigen sich vor allem kleinere Unternehmen (bis 50Mio.€ Jahresumsatz). Etwa jede…

    mehr lesen: Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

  • Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Die Maschinenexporte aus Deutschland stabilisieren sich zunehmend. Im September verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland beim Exportgeschäft ein Minus in Höhe von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitraum Juli…

    mehr lesen: Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

  • 90 Anträge für Campusnetze

    90 Anträge für Campusnetze

    Mit Campusnetzen können Industrieunternehmen ihr eigenes 5G-Netzwerk betreiben. Ein Jahr nach Inkrafttreten der entsprechenden Vergabebedingungen sind bei der Bundesnetzagentur rund 90 Anträge eingegangen.

    mehr lesen: 90 Anträge für Campusnetze

  • Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach…

    mehr lesen: Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

  • SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf…

    mehr lesen: SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

  • Softeq eröffnet Innovation Lab

    Softeq eröffnet Innovation Lab

    Technologieentwicklung Softeq eröffnet Innovation Lab Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of…

    mehr lesen: Softeq eröffnet Innovation Lab

  • Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Genua hat seine Cyber-Diode für OPC UA erweitert. Die Securitylösung lässt den Datentransfer ausschließlich in eine Richtung zu – in Gegenrichtung blockt sie jeden Informationsfluss ab.

    mehr lesen: Sicherer Datentransfer mit OPC UA