Ein Blick auf die Cyber-Bedrohungslandschaft 2026

2026 technology interface with digital fingerprint security and futuristic icons on tablet held by person in business suit innovation concept
Bild: ©Who is Danny/stock.adobe.com

Den Threat Predictions von FortiGuard Labs, der Threat-Intelligence- und Forschungssparte von Fortinet, zufolge zeichnet sich für das Jahr 2026 eine Cyber-Bedrohungslandschaft ab, die stärker denn je von Geschwindigkeit, Automatisierung und industriellen Strukturen geprägt sein wird. Demnach entwickelt sich Cyberkriminalität zu einem arbeitsteiligen Ökosystem, in dem KI-gestützte Agenten, optimierte Angriffspipelines und professionelle Untergrundmärkte die operative Schlagkraft der Angreifer erheblich verstärken.

Die vier wichtigsten Trends der Prognose im Überblick:

1. Autonome KI-Angriffsagenten erweitern die Angriffskapazitäten

Laut Fortinet-Prognose setzen Angreifer zunehmend auf spezialisierte KI-Agenten, die ganze Teilprozesse der Angriffskette eigenständig ausführen. Dazu gehören beispielsweise Credential Theft, interne Reconnaissance oder laterale Bewegung. Dadurch entstehen Skaleneffekte, die es selbst wenig erfahrenen Akteuren ermöglichen, komplexe Kampagnen parallel und nahezu ohne menschliche Steuerung durchzuführen. Dies steigert die operative Schlagkraft von Cyberkriminellen deutlich: Während früher nur eine Kampagne lief, können künftig Dutzende automatisiert parallel orchestriert werden.

2. Angriffe werden schneller, präziser und stärker automatisiert

Die Weiterentwicklung von Angriffen zielt laut Fortinet eindeutig auf eine Effizienzsteigerung ab. Automatisierte Reconnaissance, KI-generierte Skripte und standardisierte Angriffspipelines verkürzen den Zeitraum vom Erstzugriff bis zur Monetarisierung auf wenige Minuten. Zudem rückt GenAI in den Mittelpunkt der Post-Compromise-Phase: Sobald Angreifer Zugriff auf umfangreiche Datensätze erhalten – sei es durch Infiltration oder den Kauf im Darknet –, analysieren KI-Tools diese innerhalb kurzer Zeit, korrelieren relevante Informationen und identifizieren die wertvollsten Ziele für Erpressung oder Weiterverkauf.

3. Crime-as-a-Service erreicht ’industrielle Reife’

In seiner Prognose geht der Security-Spezialist zudem davon aus, dass Cyberkriminalität eine neue ’industrielle Phase’ erreicht, die von Automatisierung, Spezialisierung und eng verzahnten Dienstleistungsstrukturen geprägt ist. Dark-Web-Marktplätze werden sich demnach weiter professionalisieren und zunehmend legitimen E-Commerce-Plattformen ähneln – inklusive KI-gestützter Kunden- und Reputationssysteme sowie standardisierter Angebote. Laut Prognose dringt auch die traditionelle organisierte Kriminalität stärker in dieses Ökosystem vor, beispielsweise durch die Rekrutierung von Insidern, den Aufbau stabiler Geldwäscheketten und die Integration klassischer Deliktsbereiche in digitale Geschäftsmodelle.

4. Kritische Infrastruktur rückt stärker ins Visier

Eine weitere Annahme ist, dass Angreifer ihren Fokus zunehmend auf hochrelevante Sektoren wie die Fertigung, das Gesundheitswesen, die Energieversorgung sowie komplexe Lieferketten richten. Das Ransomware-as-a-Service-Modell breitet sich weiterhin in OT-Umgebungen aus. Dort verbinden sich Datendiebstahl, Erpressung und Betriebsstörungen inzwischen zu einem einheitlichen Angriffsszenario. Parallel dazu setzen kriminelle Gruppen zunehmend destruktive Techniken wie Firmware-Manipulation, Geräte-Bricking oder die Kompromittierung von IoT-Systemen, um den Erpressungsdruck zu maximieren.

Mehr Tempo gefordert

Laut Fortinet markiert das Jahr 2026 den Übergang zu einer industrialisierten Form der Cyberkriminalität, bei der der Erfolg vor allem von Geschwindigkeit und Skalierung abhängt. Da Angriffe zunehmend automatisiert und parallel orchestriert werden, müssen Security-Teams ihre Architektur konsequent an das Tempo von Maschinen anpassen.

Dafür seien integrierte Security-Operations-Modelle erforderlich, die Network Detection and Response (NDR), Endpoint Detection and Response (EDR) und Continuous Threat Exposure Management (CTEM) zu einem durchgängigen Ablauf verbinden, so der Security-Spezialist. Anstelle punktueller Sicherheitsprüfungen rückt zudem kontinuierliches Exposure Management in den Mittelpunkt. Ebenso hält Fortinet eine identitätszentrierte Sicherheitssteuerung für unerlässlich – für Menschen ebenso wie für Maschinen, automatisierte Agenten und KI-Prozesse.

„Im Jahr 2026 entsteht Cybersecurity nicht durch die Anschaffung weiterer Tools, sondern durch die Fähigkeit, Bedrohungsinformationen nahezu in Echtzeit in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Für Unternehmen bedeutet das, ihre Sicherheitsstrategien als kontinuierlichen, datengetriebenen und adaptiven Prozess zu gestalten. Nur wer Bedrohungsinformationen, Automatisierung und menschliche Expertise in einem integrierten System vereint, ist optimal gerüstet, um der Dynamik industrieller Cyberangriffe standzuhalten“, sagt Thorsten Henning, Regional Director Systems Engineering & Business Development DACH bei Fortinet.



  • Bosch erzielt positives Ergebnis

    Bosch erzielt positives Ergebnis

    Die Bosch-Gruppe hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Nach vorläufigen Ergebnissen blieb der Umsatz jedoch unter dem Vorjahresniveau.

    mehr lesen: Bosch erzielt positives Ergebnis

  • Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Sicherheit für künstliche Intelligenz

    Mit einem Kriterienkatalog für Ki-basierte Clouddienste will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine Grundlage für die Bewertung der Sicherheit von KI-Systemen schaffen.

    mehr lesen: Sicherheit für künstliche Intelligenz

  • Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

    Im Rahmen der Siemens-Hauptversammlung hat der langjährige Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser sein Amt an Roland Busch übergeben.

    mehr lesen: Siemens mit neuem Vorstandsvorsitzendem

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Umsatzplus bei Siemens

    Umsatzplus bei Siemens

    Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres lagen Auftragseingang, Umsatzerlöse sowie der Gewinn nach Steuern der Siemens AG über den Werten des Vorjahresquartals.

    mehr lesen: Umsatzplus bei Siemens

  • IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    IIoT-System mit überarbeitetem Interface

    Bei der Arbeit an der neuen Version der Ixon-IIoT-Cloud haben die Entwickler insbesondere die Themen Kollaboration und Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt gerückt. Der Hersteller schreibt, die Erweiterung eng an den…

    mehr lesen: IIoT-System mit überarbeitetem Interface

  • Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal erweitert Geschäftsleitung

    Mapal hat die Geschäftsleitung um Jacek Kruszynski und Siegfried Wendel erweitert. Der Wechsel fand bereit am 1. Oktober 2020 statt und soll dem Unternehmen helfen, die Kernkompetenzen zu stärken.

    mehr lesen: Mapal erweitert Geschäftsleitung

  • Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

    Curecomp gehört zukünftig zur Proalpha-Gruppe, wie der ERP-Anbieter am Montag mitgeteilt hat. Zudem erwarb der ERP-Anbieter eine Mehrheitsbeteiligung am Softwarehaus Böhme & Weihs.

    mehr lesen: Proalpha-Unternehmensgruppe wächst

  • Automobilindustrie erwartet Besserung

    Automobilindustrie erwartet Besserung

    Die deutschen Automobilbauer und ihre Zulieferer blicken etwas positiver in die Zukunft als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Anstieg in der aktuellen Ifo-Befragung fällt jedoch nur gering aus.

    mehr lesen: Automobilindustrie erwartet Besserung

  • Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

    Die 34. Control – Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung – findet auch in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung statt. Geplant war das Branchenhighlight für den 4. bis 7. Mai 2021.

    mehr lesen: Control 2021 als Präsenzmesse abgesagt

  • SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt Signavio

    SAP übernimmt das Berliner Startup Signavio, einen Anbieter von Business Process Intelligence und Prozessmanagement-Lösungen. Wie der Softwarekonzern mitteilt, wird der Abschluss der Transaktion für das erste Quartal 2021 erwartet, vorbehaltlich…

    mehr lesen: SAP übernimmt Signavio

  • Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen

    „Ich mache mir keine großen Sorgen, dass der Strukturwandel in der Automobilindustrie langfristig zu einem Aderlass im deutschen Maschinenbau führen wird“, betonte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel im Rahmen einer Pressekonferenz.

    mehr lesen: Strukturwandel im Maschinenbau erfolgreich bewältigen