BSI bewirbt sich um Marktaufsicht für vernetzte Produkte

Justitia vor Buecherregal mit Gesetzbuechern
Bild: ©Schemev/stock.adobe.com

Die europäische Regulierung Cyber Resilience Act (CRA) ist in Kraft getreten. Diese gesetzliche Neuerung gibt ein Mindestmaß an Cybersicherheit für vernetzte Produkte auf dem EU-Markt vor. Hersteller haben nun 36 Monate Zeit, ihre Produkte an die neuen Anforderungen anzupassen.

Ab Dezember 2027 muss jedes Produkt mit digitalen Elementen, das in der EU in Verkehr gebracht wird, die im CRA formulierten Cybersicherheitsanforderungen erfüllen. Der CRA soll die Transparenz bezüglich der Produktinformationen erhöhen und schreibt die Einhaltung von Mindestanforderungen an Cybersicherheit vor – zukünftig erkenntlich am CE-Kennzeichen. Bereits ab September 2026 müssen EU-Hersteller aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit ihren digitalen Produkten den zuständigen Behörden wie dem CSIRT (Computer Security Incident Response Team) des BSI melden.

Was in Deutschland noch aussteht, ist die Benennung einer nationalen Marktaufsichtsbehörde, die die Einhaltung der im CRA formulierten Anforderungen durch Hersteller und Händler gewährleistet. Zum Aufgabenspektrum gehört zudem die Koordination zwischen Behörden auf nationaler und europäischer Ebene. Eine zentrale, leistungsfähige Marktüberwachung sorgt verlässlich für die Sicherheit vernetzter Produkte, ist damit integraler Bestandteil des digitalen Verbraucherschutzes und trägt dazu bei, die Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU zu vereinheitlichen.

BSI-Vizepräsident Dr. Gerhard Schabhüser: „Das BSI strebt die Übernahme der Marktüberwachung im Rahmen des CRA an: Als zentrale Cybersicherheitsbehörde des Bundes verfügen wir über umfassende Erfahrung mit Blick auf die Absicherung digitaler Produkte und Prozesse. Bereits heute fungieren wir in diesem Zusammenhang als Aufsichtsbehörde, etwa für Betreiber Kritischer Infrastrukturen. Ebenso, wie unsere aus dieser Aufgabe gewonnenen Erkenntnisse in das von uns herausgegebene Cybersicherheitslagebild einfließen, würde die CRA-Marktaufsicht beim BSI den Blick auf die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland schärfen und damit die Cyberresilienz unseres Landes erhöhen. Als nationale Stelle für Zertifizierung und Standardisierung von Cybersicherheitsmaßnahmen verfügen wir über etablierte Strukturen, die schnell für die Marktüberwachung im Sinne des CRA nutzbar gemacht werden können. Eine strikte Trennung zwischen Vorgabenentwicklung, Zertifizierung und Marktaufsicht unter Einhaltung von Regulierungs- und Akkreditierungsvorgaben ist für das BSI seit jeher gelebte Praxis – etwa im Rahmen des europäischen Cyber-Sicherheitsschemas EUCC.“

Um die Anforderungen des CRA greifbarer zu machen, hat das BSI die technische Richtlinie TR-03183 erarbeitet, in der die im CRA formulierten Anforderungen an Hersteller und Produkte beschrieben und erklärt werden. Die Behörde will damit bereits jetzt einen herstellerneutralen, verbraucherorientierten Beitrag zur europäischen Standardisierung leisten.

Durch das vom BSI herausgegebene IT-Sicherheitskennzeichen hat die Behörde bereits Erfahrungen mit der Überwachung des nationalen Verbrauchermarktes und damit einhergehenden Schwachstellenmeldepflichten gesammelt: Das Sicherheitskennzeichen ist ein Angebot der Behörde, mit dem sich Hersteller auf die Umsetzung des CRA vorbereiten und gleichzeitig das Vertrauen in ihre Produkte stärken können. Die produktbezogenen Anforderungen des CRA und des IT-Sicherheitskennzeichens decken sich schon heute zu großen Teilen. Das IT-Sicherheitskennzeichen wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft weiterentwickelt.



  • Wibu-Systems lädt zum Informationstag

    Wibu-Systems lädt zum Informationstag

    Am 20. März 2024 veranstaltet Wibu-Systems einen Informationstag zum Thema IT-Security in der Fertigung.

    mehr lesen: Wibu-Systems lädt zum Informationstag

  • Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

    Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

    Mit einem Besucherzuwachs von 25 Prozent ziehen die Veranstalter der Messen Maintenance und Pumps & Valves ein positives Fazit und wollen die Veranstaltung auch im nächsten Jahr zeitgleich ausrichten.

    mehr lesen: Mehr als 5.000 Besucher kamen zur Maintenance

  • 8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen

    8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen

    Generative AI könnte in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle bei der Betrugsbekämpfung spielen. So planen 83 Prozent der Teilnehmer am Anti-Fraud Technology Benchmarking Report, die Technologie innerhalb der nächsten…

    mehr lesen: 8 von 10 Betrugsspezialisten wollen bis 2025 generative KI einsetzen

  • Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

    Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

    Trend Micro hat auf dem Mobile World Congress 2024 in Barcelona einen plattformbasierten Ansatz zur Absicherung von 5G-Implementierungen vorgestellt. Für solche Produkte gründete der Anbieter letztes Jahr extra die Tochtergesellschaft…

    mehr lesen: Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

  • Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

    Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

    Die EU strebt bis 2050 Klimaneutralität an. Das Projekt RISEnergy (Research Infrastructure Services for Renewable Energy) soll auf dem Weg dorthin die Entwicklung von Innovationen für erneuerbare Energien bis zur…

    mehr lesen: Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

  • Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

    Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

    Wie eine nachhaltige und ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft für kleine und leichte Elektrofahrzeuge bzw. Leichtkraftfahrzeuge aussehen kann, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal sowie der Hochschule Bochum im Projekt Pilot4CircuLEV.

    mehr lesen: Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

  • VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

    VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

    Mit dem Projekt Xpand will der VDI ein Mentoring-Programm etablieren, das Ingenieure und Ingenieurinnen ausländischer Herkunft bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen soll.

    mehr lesen: VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

  • Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Zwar verbessern sich laut aktueller Ifo-Kennzahlen die Exporterwartungen der Industrie, jedoch rechnen insgesamt nur wenige Branchen mit Zuwächsen.

    mehr lesen: Exportindustrie mit „Luft nach oben“

  • Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

    Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

    Mit der Veranstaltung AM4industry widmet die Rapid-Tech 3D Trendthemen rund um den industriellen 3D-Druck ein eigenes Fachforum. Initiator und Organisator ist die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing.

    mehr lesen: Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

  • Morten Wierod wird ABB-CEO

    Morten Wierod wird ABB-CEO

    Mit Wirkung zum ersten August wird Morten Wierod CEO bei ABB. Er folgt damit auf Björn Rosengren, der das Unternehmen zum Jahresende verlässt.

    mehr lesen: Morten Wierod wird ABB-CEO

  • Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

    Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

    Digitale Technologien können dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele im Jahr 2030 erfüllt. Der Branchenverband Bitkom hat dazu gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Accenture unterschiedliche Szenarien für die Sektoren Industrie, Energie,…

    mehr lesen: Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

  • Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Zwar verbessern sich laut aktueller Ifo-Kennzahlen die Exporterwartungen der Industrie, jedoch rechnen insgesamt nur wenige Branchen mit Zuwächsen.

    mehr lesen: Exportindustrie mit „Luft nach oben“