Arbeitsvolumen sinkt erstmals seit der Corona-Pandemie

Nachdem das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen seit 2020 kontinuierlich gestiegen ist, geht es 2024 erstmals seit Corona um 0,1 Prozent auf 61,37 Milliarden Stunden zurück. Dies ergibt sich aus der nun veröffentlichten Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

350399 andrew shots AdobeStock 1092674766
Bild: ©andrew_shots/stock.adobe.com

Demnach ist die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 71.000 Personen gestiegen. Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist im Jahr 2024 um 0,2 Prozent auf 25,58 Millionen gesunken. Demgegenüber ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 1,2 Prozent gestiegen. Insgesamt wuchs die Gesamtzahl der abhängig Beschäftigten damit auf 42,31 Millionen Personen an. Die Teilzeitquote liegt im Vergleich zum Vorjahr mit 39,5 Prozent um 0,3 Prozentpunkte etwas höher. Dies liegt auch an einem Beschäftigungszuwachs gerade in Branchen mit einem hohen Teilzeitanteil wie dem Gastgewerbe oder dem Bereich Erziehung und Unterricht. Die Zahl der Selbstständigen und Mithelfenden sank weiter stark um 1,9 Prozent auf 3,77 Millionen Personen.

Aus der Erhebung geht weiter hervor, dass Erwerbstätige 2024 im Schnitt rund 1.332 Stunden pro Kopf arbeiteten, das sind 0,3 Prozent beziehungsweise 3,5 Stunden weniger als ein Jahr zuvor. Die Arbeitszeit aller abhängigen Beschäftigten (einschließlich Nebenjobs) ist im Jahr 2024 um 1,2 Stunden auf knapp 1.294 Stunden pro Kopf gesunken. Nur durch den Beschäftigungsaufbau bei Teilzeitjobs ergab sich trotzdem noch ein Anstieg des Arbeitsvolumens der abhängig Beschäftigten um 0,3 Prozent auf 54,728 Millionen Stunden. Dies glich aber nicht mehr den Rückgang des Arbeitsvolumens der Selbständigen und Mithelfenden um 3,0 Prozent aus. Deren Arbeitszeit pro Kopf schrumpfte um 1,1 Prozent auf 1.760 Stunden.

Weniger Überstunden

Gegenüber dem Vorjahr haben beschäftigte Arbeitnehmer 2024 weniger Überstunden geleistet. Im Durchschnitt waren es 13,1 bezahlte und 15,1 unbezahlte Überstunden, das sind 2,2, unbezahlte beziehungsweise 0,1 bezahlte Überstunden weniger als im Vorjahr.

Die Kurzarbeit ist im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Hochrechnungen im Jahresdurchschnitt 2024 um rund 60.000 auf nun 300 Tausend Personen angestiegen. Hauptursache für den Anstieg der Kurzarbeit ist die Krise in der Industrie. So entfiel der Großteil der Kurzarbeit zuletzt auf Beschäftigte aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Der Arbeitsausfall je Beschäftigten ist im Jahr 2024 mit 3,0 Stunden im Vergleich zum Vorjahr mit 2,5 Stunden ebenso gestiegen.

„Verluste bei Vollzeitjobs, weniger Überstunden, mehr Kurzarbeit, immer weniger Selbstständige – erstmals seit Corona ist das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen gesunken“, so Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs ‚Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen‘.



  • Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Deutsche Wirtschaft wächst leicht

    Mit einem leichten Wachstum im dritten Quartal ist die deutsche Wirtschaft knapp einer Rezession entgangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchs das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum um 0,1 Prozent.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wächst leicht

  • Proalpha übernimmt Tisoware

    Proalpha übernimmt Tisoware

    Der ERP-Anbieter Proalpha übernimmt Tisoware, ein Anbieter für Zeitwirtschaftssoftware. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihre Kunden noch besser bei der Digitalisierung unterstützen.

    mehr lesen: Proalpha übernimmt Tisoware

  • Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

    Trotz schwieriger Marktbedingungen befindet sich die Fertigungsindustrie weiter im Wachstum. Dies zeigt der Global Growth Index des Softwareanbieters Epicor. Demnach betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbefragung ein Prozent.

    mehr lesen: Fertigungsindustrie wächst, aber langsamer

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

    Die Richtlinie VDI/VDE/NAMUR 2658 Blatt 1 ‚Automatisierungstechnisches Engineering modularer Anlagen in der Prozessindustrie – Allgemeines Konzept und Schnittstellen‘ wurde im Oktober 2019 in deutsch und englisch veröffentlicht. Darin wird das…

    mehr lesen: Richtlinienreihe: Anlagen der Verfahrenstechnik modular entwickeln

  • Schäden übersteigen 100Mrd.€

    Schäden übersteigen 100Mrd.€

    Rund 100Mrd.€ Schaden ist deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr durch kriminelle Attacken entstanden. 75% der für eine Bitkom-Studie befragten Unternehmen waren von einer solchen Attacke betroffen.

    mehr lesen: Schäden übersteigen 100Mrd.€

  • Innovationstraining für den Mittelstand

    Innovationstraining für den Mittelstand

    Das Forschungsprojekt ReInnovate soll kleinen und mittleren Unternehmen dabei helfen, eigene Forschungskompetenzen zu entwickeln, um daraus neue Arbeits- und Weiterbildungsmodelle zu generieren.

    mehr lesen: Innovationstraining für den Mittelstand

  • Unternehmen schlecht auf Krisen vorbereitet

    Unternehmen schlecht auf Krisen vorbereitet

    Unternehmen sind sich bewusst, dass es in naher Zukunft zu Krisensituationen für den eigenen Betrieb kommen kann. Laut dem ‘PWC Global Crisis Survey‘, sind viele Unternehmen auf eine solche Situation…

    mehr lesen: Unternehmen schlecht auf Krisen vorbereitet

  • IBM Deutschland stellt Beratungssparte unter neue Leitung

    IBM Deutschland stellt Beratungssparte unter neue Leitung

    Der Aufsichtsrat von IBM Deutschland hat Christian Noll zum Geschäftsführer ernannt und ihm die Leitung der Beratungssparte Global Business Services übertragen.

    mehr lesen: IBM Deutschland stellt Beratungssparte unter neue Leitung

  • Digitale Plattformen in der Industrie

    Digitale Plattformen in der Industrie

    Das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat im Rahmen einer Studie untersucht, wie Plattformen in der Industrie angekommen sind. Demnach nutzt etwa ein Drittel der Betriebe im Verarbeitenden…

    mehr lesen: Digitale Plattformen in der Industrie

  • Industrie 4.0 kann Kreditwürdigkeit positiv beeinflussen

    Industrie 4.0 kann Kreditwürdigkeit positiv beeinflussen

    Der Mittelstand öffnet sich immer mehr den Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung: Das geht aus einer Umfrage des Finanzdienstleisters Creditshelf unter rund 250 Finanzentscheidern aus mittelständischen Industrieunternehmen hervor. So haben…

    mehr lesen: Industrie 4.0 kann Kreditwürdigkeit positiv beeinflussen

  • Neue Geschäftsführung beim ZVEI

    Neue Geschäftsführung beim ZVEI

    Dr. Wolfgang Weber (Bild), Vice President Unternehmenskommunikation und Regierungsbeziehungen für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei BASF, wechselt als Vorsitzender der Geschäftsführung zum ZVEI.

    mehr lesen: Neue Geschäftsführung beim ZVEI