Optimierter Werksverkehr

Präzision in großem Maßstab: Damit Bauteile für die Gasturbinenfertigung zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstehen, 
werden die internen Transporte bei Siemens Energy zentral gesteuert.
Präzision in großem Maßstab: Damit Bauteile für die Gasturbinenfertigung zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstehen, werden die internen Transporte bei Siemens Energy zentral gesteuert.Bild: Siemens Energy

Rund 8.000 Transporte rollen bei Siemens Energy am Standort Berlin jeden Monat durch die Werkshallen. Bewegt werden dabei sehr verschiedene Materialien und Bauteile, von Kleinteilen und Paletten über LKW-Trailer bis hin zu großformatigen Komponenten und Schwerteilen für das Gasturbinenumfeld. Diese Größenordnung kommt dabei nicht von ungefähr. Siemens Energy zählt weltweit zu den führenden Unternehmen der Energietechnologie und unterstützt Kunden dabei, die Energieversorgung zuverlässig zu sichern und sie zunehmend nachhaltiger zu gestalten. Am Standort Berlin werden Gasturbinen produziert, bearbeitet und instandgesetzt. Das bedeutet komplexe Abläufe, hohe Taktung und einen Materialfluss, der nur dann stabil bleibt, wenn er durchgängig transparent ist und optimal gesteuert wird.

Vom Suchen zum Steuern

Eine solche Steuerung ist im Alltag jedoch alles andere als selbstverständlich. Gerade dort, wo Bauteile in großer Vielfalt und Menge bewegt werden, ist nicht nur ihre Verfügbarkeit entscheidend, sondern auch ihre Transparenz. Wo befindet sich das Material gerade, wer hat es übernommen und wann kommt es dort an, wo es gebraucht wird? Anfang der 2010er-Jahre wuchs bei Siemens Energy der Anspruch, die bereits gut funktionierenden Abläufe noch stärker zu vernetzen und Materialbewegungen durchgängig sichtbar zu machen. Auch in eingespielten Prozessen stieg der Bedarf an vorausschauender Steuerung, da Produktionsvolumen und Variantenvielfalt zunahmen. Mit einem zentralen System sollten Transparenz, Planbarkeit und die aktive Steuerung der Transporte weiter ausgebaut werden, um stabilere Abläufe, schnellere Reaktionen im Tagesgeschäft und eine spürbare Entlastung der Teams zu erreichen. Siemens Energy suchte nach einer passenden Anwendung und fand diese 2012 in dem Intralogistik Management System Syncrotess des Aachener Softwareunternehmens Inform. Zunächst wurde das System in einer Halle getestet, danach folgte der Rollout Schritt für Schritt in weitere Bereiche.

Steuerung in Echtzeit

Als zentrales System ermittelt Syncrotess auf Basis von entscheidungsintelligenten Algorithmen dynamisch optimierte Abwicklungsreihenfolgen. Es bewertet die Situation in Echtzeit, berechnet eine optimierte Transportreihenfolge und weist die Aufträge dem jeweils am besten geeigneten Flurfördermittel zu, vom kleineren Stapler und E-Karren bis hin zu 20t-Frontstaplern und Trailern.

In den Berliner Werkshallen schafft das Intralogistik Management System Transparenz über Materialbewegungen und unterstützt die Koordination der Transporte.
In den Berliner Werkshallen schafft das Intralogistik Management System Transparenz über Materialbewegungen und unterstützt die Koordination der Transporte.Bild: Inform GmbH

Für die Auftragsausführung arbeiten die Fahrer mit mobilen Handscannern, die zu Schichtbeginn entnommen und per Kennung angemeldet werden. Jeder Transport wird beim Aufnehmen und bei der Ablieferung gescannt und am Ziel zusätzlich per Barcode bestätigt. Erst dann gilt der Auftrag als abgeschlossen. Ändern sich Rahmenbedingungen, etwa durch eine Eilpriorität, einen Engpass oder einen Ausfall, organisiert das System die Abwicklung in Sekunden neu, ohne dass manuell umdisponiert werden muss. So bleiben Prioritäten, verfügbare Kapazitäten und die Abwicklung über das gesamte Auftragsnetz hinweg optimal synchronisiert.

Was zunächst auf Transporte innerhalb der Werkshallen ausgerichtet war, wurde mit der Zeit Schritt für Schritt auf ein standortübergreifendes Netzwerk ausgebaut. Erste externe Flächen wurden angebunden und Materialflüsse verlagerten sich nach außen, entsprechend gewannen mehrstufige Transportketten an Bedeutung. Heute sind unter anderem Außenstandorte in Falkensee, Ludwigsfelde, Schenkendorf und Köpenick an die Software angebunden. Aktuell geht man bei Siemens Energy noch einen Schritt weiter und testet die Mehrstufigkeit bis direkt an den Maschinenstand der Endmontage. Ziel ist es, die Versorgung noch planbarer zu machen und unnötige Vorzieheffekte zu reduzieren.

Positives Fazit

Das Projektteam bei Siemens Energy zieht ein positives Fazit. „Früher hatten wir viele Rückfragen und Abstimmungsschleifen. Heute sind die Informationen zentral verfügbar, das nimmt spürbar Druck aus dem Tagesgeschäft“, sagt Sven Burr, Logistikkoordinator bei Siemens Energy. Durch die bessere Planbarkeit konnten zudem Fuhrpark- und Fahrkapazitäten gezielter eingesetzt und dort reduziert werden, wo es im Tagesgeschäft sinnvoll war.



  • Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

    Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

    Ein Umsatzplus von 7 Prozent hat das Softwareunternehmen SoftProject im vergangenen Jahr erzielt. Auch der Datenverkehr im eigenen Rechenzentrum nahm zu.

    mehr lesen: Low Code-Plattform lässt SoftProject-Umsatz wachsen

  • TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

    Im Forschungsprojekt TransKI arbeiten die Beteiligten daran. KI-Modelle für bestimmte Anwendungen auf ähnliche Anwendungen zu übertragen. Das sogenannte Transfer Learning soll Zerspanprozesse effizienter machen.

    mehr lesen: TransKI untersucht die Übertragbarkeit von KI-Modellen

  • Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

    Allgemein besteht die Annahme, dass digitale Technologien zu Energieeffizienzverbesserungen führen und dadurch CO2-Emissionen erheblich reduziert werden können. Eine Studie des ZEW in Mannheim deutet allerdings darauf hin, dass digitale Technologien…

    mehr lesen: Digitalisierte Produktion reduziert Emissionen nicht so stark wie erwartet

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

    Ein Auftragsplus von 32 Prozent haben die Maschinen- und Anlagenbauer im vergangenen Jahr erzielt. Dabei legten die Bestellungen auch im Dezember zu — im Vorjahresvergleich um 21 Prozent.

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbauer mit Auftragsplus

  • Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

    Mit einem Umsatzplus von 11 Prozent hat Dassault Systèmes das Geschäftsjahr 2021 abgeschlossen. Dabei war vor allem der Softwarebereich Wachstumstreiber.

    mehr lesen: Dassault Systèmes erzielt Umsatzwachstum

  • M&M Software unter neuer Leitung

    M&M Software unter neuer Leitung

    Ab Juli steht M&M Software unter neuer Leitung. Der Langjährige Geschäftsführer Klaus Hübschle übergibt an Christian Gnädig und Thomas Gaus.

    mehr lesen: M&M Software unter neuer Leitung

  • Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

    Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

    Mit einem Plus von 5,4 Punkten liegt der Ifo-Bitkom-Digitalindex nun bei 30 Punkten. Die deutsche Digitalbranche hat somit wieder ihr Vor-Corona-Niveau erreicht. Die Personalsorgen der Branche sind laut Index jedoch…

    mehr lesen: Geschäftsklima in der Digitalbranche erreicht Vor-Corona-Niveau

  • Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

    Nach vier Rückgängen in Folge ist das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Januar wieder gestiegen. Die zahlen deuten u.a. auf weiter steigende Beschäftigung hin.

    mehr lesen: Arbeitsmarkt kommt ‚ohne große Schrammen‘ durch die Welle

  • EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

    Die EU-Kommission hat eine neue Normungsstrategie vorgestellt. Diese sieht u.a. vor, die Einflussnahme von Akteuren aus nicht-Mitgliedsstaaten eindämmen. Zudem soll die Rolle Europas bei globalen Normen gestärkt werden.

    mehr lesen: EU-Kommission stellt neue Normungsstrategie vor

  • Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    Statamath wird Tochter von IFM Solutions

    IFM Solutions hat den Big-Data-Spezialisten Statamath übernommen. Alexander Hoffmann und Christian Friedrich sollen das Unternehmen weiterhin führen.

    mehr lesen: Statamath wird Tochter von IFM Solutions

  • Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Kooperation zwischen AIF und IDTA

    Die Industrial Digital Twin Association und Alliance Industrie du Futur haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Beide wollen sich u.a. auf Digital Twin-Projekte fokussieren, die der Industrie zu mehr Nachhaltigkeit…

    mehr lesen: Kooperation zwischen AIF und IDTA