Daten arbeiten lassen – Wertschöpfung steigern

NOA lässt sich als Automatisierungsplattform an die spezifischen IIoTAnforderungen des Anwenders anpassen. -
NOA lässt sich als Automatisierungsplattform an die spezifischen IIoTAnforderungen des Anwenders anpassen. – Bild: KEB Automation KG

Häufig bestehen IIoT-Plattformen aus einer Edge- und Cloud-Komponente. Die Edge-Komponente ist eine Software, die auf Steuerungen oder Computern bei den Anwendern vor Ort (On-Premise) installiert ist. Maschinendaten werden von diesen Geräten gesammelt, verarbeitet und – sofern gewünscht – in die Cloud-Komponente übertragen. In der Cloud werden die Geräte verwaltet sowie die Maschinendaten für verschiedene Applikationen zur Verfügung gestellt. Typische Anwendungsfälle von IIoT-Plattformen sind: Maschinensteuerung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance sowie Fleet Management. Solche Plattformen können Unternehmen Hinweise zur Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit liefern. Dazu zählen die Verbesserung von Betriebsabläufen sowie die Reduzierung von Produktionsausfällen und daraus resultierender Kosten. Viele Unternehmen fragen sich, wie sie IIoT-Plattformen für sich nutzbar machen – oder sogar ihren Kunden anbieten können. Gerade der Mittelstand verfolgt dabei zwei mögliche Vorgehensweisen:

  • Erwerb einer (fertigen) IIoT-Plattform als Platform as a Service (PaaS),
  • Entwicklung einer eigenen IIoT-Plattform mit einem Partner zusammen, wie dem Dienstleister Elunic.

PaaS für den Mittelstand

Eine fertige Plattform stellt meist kostengünstig und schnell IIoT-Funktionen bereit. KEB Automation will das mit NOA leisten, einer Automatisierungsplattform as a Service. NOA ist auf die Anforderungen von Industrieunternehmen im Mittelstand abgestimmt und soll mit folgenden Merkmalen punkten:

  • Offenheit – NOA soll mit dem Unternehmen wachsen und etwa neue und individuelle Algorithmen aufnehmen können. Anwender können die Funktionalität ihrer Edge-Komponenten anreichern, da die Software als Container bereitgestellt wird. Sie sind somit nicht an einen App-Store gebunden. Außerdem können Automatisierungskomponenten von Drittanbietern eingebunden werden, denn die Edge-Komponente NOA-Core setzt lediglich Linux und Container-Technologie als Basis voraus.
  • Das Abrechnungsmodell für NOA ist skalierbar und besteht aus zwei Komponenten: Dem Einzellizenzmodell, bei dem jede installierte App auf der Edge bei Bedarf lizenziert werden kann, sowie einem Pay-As-You-Go-Modell, das auch kleinere IIoT-Anwendungsfälle kostengünstig ermöglichen soll.
  • Der Anwender kann auf das App-Portfolio von KEB zugreifen, um etwa ein Visualisierungssystem wie Helio, Condition Monitoring oder Connectoren für Kommunikationsprotokolle zu nutzen. Hierbei sollen Anwender nur die Funktionen auswählen können, die wirklich notwendig sind (Cherry-Picking). Die Cloud-Komponente mit dem NOA-Portal ist daher optional.
  • Das Thema Sicherheit adressiert KEB beispielsweise, indem Nachrichten zwischen den IIoT-Devices verschlüsselt ausgetauscht werden.

Darüber hinaus können OEMs ihren Kunden NOA als Automatisierungsplattform zur Verfügung stellen und als eigenes digitales Businessmodell vertreiben. Möglich wird dies durch Features wie Tenants und User Management sowie White-Labeling. So können OEMs ihre Maschinen mit digitalen Services anbieten, ohne eine eigene Plattform betreiben zu müssen. Das offizielle Release von NOA erfolgte auf der letzten SPS-Messe in Nürnberg.

Von der Suche in Bedienungsanleitungen über die Koordination von Wartungsarbeiten bis zur Auswertung von Maschinendaten: ShopfloorGPT soll als Anlaufstelle für die Produktionsüberwachung und -steuerung dienen.
Von der Suche in Bedienungsanleitungen über die Koordination von Wartungsarbeiten bis zur Auswertung von Maschinendaten: ShopfloorGPT soll als Anlaufstelle für die Produktionsüberwachung und -steuerung dienen.Bild: KEB Automation KG

Modulare IIoT-Plattform

Für Unternehmen mit spezifischen Anforderungen an ihre Produktionsprozesse und Betriebsabläufe ist eine flexible IIoT-Plattform entscheidend, die sowohl auf bewährten Standardlösungen als auch auf anpassbaren Modulen basiert. Ein Make&Buy-Ansatz ermöglicht es, Standardkomponenten mit maßgeschneiderten Elementen zu kombinieren und so die passende Systemlandschaft zu schaffen. Der hybride Ansatz dient als Möglichkeit, bestehende Systeme zu integrieren und branchenspezifische Herausforderungen zu adressieren. Die Zusammenarbeit mit Elunic ist dabei von zentraler Bedeutung. Das Unternehmen kombiniert technologische Expertise und strategische Beratung, um modulare IIoT-Plattformen zu entwickeln. Dabei setzt das Unternehmen auf KI-Agenten, die Maschinendaten in Echtzeit überwachen, Anomalien erkennen und Betriebsprozesse anpassen können, um die Effizienz der Produktionsabläufe zu steigern.

ShopfloorGPT an Bord

Die digitale Transformation erfordert die Integration neuer Systeme, ohne bestehende Prozesse zu gefährden. Die IIoT-Plattform Shopfloor.io von Elunic soll diese Herausforderung durch ihre agile, skalierbare Architektur adressieren. Das quelloffene System ermöglicht Integrationen und individuelle Anpassungen. Dabei ist mit ShopfloorGPT eine selbstlernende, dateninterpretierende KI enthalten, die Maschinendaten in Erkenntnisse umwandeln soll. Diese KI-Agenten können helfen, etwa Maschinenstörungen zu verhindern, Produktionsprozesse zu verbessern und Echtzeitanalysen zu liefern. ShopfloorGPT funktioniert zudem Standalone, auf Basis vorhandener Daten im Unternehmen. Dies ermöglicht einen Einstieg in den KI-Systembetrieb, ohne dass bestehende Systeme vollständig umstrukturiert werden müssen. Elunic begleitet Unternehmen auf Wunsch langfristig bei der Entwicklung und Nutzung von KI.

Wertschöpfung

Die zwei beschriebenen Vorgehensweisen zur Inbetriebnahme einer IIoT-Plattform bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich. Größe und Anforderungen des Unternehmens entscheiden letztlich über den passenden Weg. Außerdem haben Unternehmen die Möglichkeit, die beiden Ansätze miteinander zu kombinieren. Mit einer fertigen Plattform hat der Anwender schnellen Zugriff auf IIoT-Funktionen und kann diese später skalieren. Dieses Basissystem kann an die Anforderungen angepasst werden. Der Anwender kann etwa die Edge-Komponente von NOA nutzen und in seine eigene oder in eine anpassbare Plattform wie Shopfloor.io integrieren und die NOA-Funktionen um eigene Funktionen erweitern. In Summe sollte ein individuelles System entstehen, das deutlich günstiger als eine vollständig selbst entwickelte Anwendung ist.



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