Wettbewerbsvorteile durch Manufacturing-X

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Unternehmen stehen aktuell unter erheblichem Druck: Globale Lieferketten werden komplexer, die regulatorischen Anforderungen nehmen zu und Qualitätsprobleme verursachen hohe Kosten. Gleichzeitig fehlt es häufig an durchgängig digitalen Prozessen und vernetzten Daten, um Qualitätsabweichungen frühzeitig zu erkennen und systematisch zu vermeiden. Dies trifft insbesondere den deutschen Mittelstand. Datenräume wie jene der Initiative Manufacturing-X bieten eine technische Infrastruktur für den souveränen Datenaustausch. Damit geht das Qualitätsmanagement einen großen Schritt in die Produktion der Zukunft.

Herausforderungen im Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement umfasst alle organisatorischen Maßnahmen, Methoden und Systeme, die sicherstellen, dass Produkte und Prozesse definierte Standards erfüllen. In der Praxis bedeutet dies Fehler zu vermeiden, statt sie zu korrigieren. Dafür ist ein verlässlicher, durchgängiger Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette vom Zulieferer über die Produktion bis hin zum Endkunden essenziell. Heute ist dieser Informationsfluss jedoch vielfach fragmentiert. Daten werden in isolierten Systemen gesammelt, Prozesse sind oft papierbasiert oder dokumentengetrieben und damit reaktiv statt proaktiv. Die Rückverfolgbarkeit lässt sich in vielen Fällen nicht auf Einzelteil-, sondern lediglich auf Chargenebene leisten. Das erschwert die Ursachenanalyse und erhöht den Aufwand bei Abweichungen. Die Folge sind oft umfangreiche Reklamationen und zusätzliche Kosten für Unternehmen. Allein in der deutschen Automobilindustrie müssen heute ca. zwei bis vier Prozent der Umsatzerlöse für Garantierückstellungen eingeplant werden, ergab eine Schätzung der Plattform Industrie 4.0. Regulatorische Anforderungen, Auditpflichten sowie der hohe manuelle Prüfaufwand verkomplizieren diese Situation zusätzlich.

Manufacturing-X als Lösungsansatz

Manufacturing-X adressiert zentrale Schwachstellen des heutigen Qualitäts-managements, indem es einen sicheren, souveränen und interoperablen Datenaustausch zwischen Unternehmen ohne zentrale Datenhaltung ermöglicht. Die technische Infrastruktur ist dabei nicht von Drittparteien abhängig, denn die Daten bleiben beim jeweiligen Eigentümer. Der Austausch der benötigten Produkt-, Prozess- und Qualitätsdaten entlang der Wertschöpfungskette erfolgt anhand klarer Nutzungsrichtlinien. Unternehmen entscheiden selbst über die Freigabe und welche Informationen kontextabhängig geteilt werden. Sensible Unternehmensdaten werden dabei geschützt. Die Daten werden in Form von digitalen Produkt- und Prozesszwillingen abgebildet. Ihr Austausch erfolgt über standardisierte Schnittstellen, die Konnektoren. Dadurch werden Informationen aus ERP-, MES-, Logistik- oder QMS-Anwendungen verknüpft und entlang der Wertschöpfungskette rückverfolgbar.

Über das Projekt Scale-MX

Scale-MX ist die zentrale Transferinitiative von Manufacturing-X mit dem Ziel, die Potenziale souveräner Datenräume insbesondere für den deutschen Mittelstand zugänglich zu machen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und von einem breiten Konsortium aus Verbänden und Innovationspartnern getragen. Durch praxisnahe Demonstratoren, Workshops und Pilotanwendungen unterstützt das Vorhaben Unternehmen dabei, datenbasierte Qualitätsprozesse zu implementieren, notwendige Standards zu verstehen und technologische wie organisatorische Voraussetzungen zu schaffen.

Was nutzt das?

Unternehmen können Abweichungen auf Bauteil-, Chargen- oder Systemebene nachvollziehen und Frühwarnsysteme durch Mustererkennung wie Drifts der Prozessparameter installieren. Manuelle Nacharbeit ließe sich durch automatisierte Prüf- und Analyseabläufe ersetzen und digitale Qualitätsnachweise auf Knopfdruck für Audits oder spezielle Kundenanforderungen erzeugen. Im Dienstleistungsbereich ermöglicht dies neue digitale Services, die bisher analoge Vorgänge ersetzen. So ließen sich Zertifizierungsplattformen umsetzen und Qualitätsmonitoring-as-a-Service anbieten. Auch Endkunden können über die digitale Bereitstellung von Qualitäts- und Nachhaltigkeitsdaten profitieren. So steigt die Transparenz beispielsweise durch QR-Codes am Endprodukt oder eine mögliche Umsetzung des digitalen Produktpass (DPP). Unternehmen wiederum reduzieren Fehler- und Rückrufkosten und beschleunigen Reklamationsprozesse.

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