Transparenz im Incident Management: Künstliche Intelligenz im IT-Support

Happy young male customer support executive working in office
Bild: ©ty/stock.adobe.com

Ein gut funktionierender IT-Support spielt auch in der industriellen Fertigung eine zentrale Rolle. Schließlich können Ausfälle und Störungen gesamte Produktionslinien zum Stillstand bringen und damit für großen wirtschaftlichen Schaden sorgen. In der Realität sieht dies jedoch oft anders aus. Gründe sind in der Regel sperrige Prozesse und ein Mangel an Transparenz über die IT-Infrastruktur sowie die Auslöser von Störungen. Doch künstliche Intelligenz kann helfen.

Das Incident Management

Relevante Kennzahlen wie Produktionskosten, Lagerbestand oder Durchsatzraten im Blick zu haben, ist wichtig. Im Bereich Incident Management gibt es jedoch oft Defizite. So sind selbst grundlegende Kennzahlen wie Ticketanzahl, SLA-Verletzungen, Störungsschwerpunkte oder Reaktionszeiten oft nicht in standardisierten Berichten abrufbar. Es besteht somit die Gefahr, dass das Ausmaß von IT-Problemen als auch die damit zusammenhängenden Kosten unterschätzt werden. Hier gilt es, bei der Ticketdokumentation anzusetzen bzw. den Prozess dahinter sowie den IT-Support zu entlasten. Beispielsweise werden kleinere Störfälle häufig nicht erfasst, weil die Dokumentation länger dauern würde als die Lösung selbst. Manchmal fehlt auch die Zeit und im schlimmsten Fall melden Anwender Störungen aufgrund der langen Bearbeitungszeiten gar nicht erst. Werden Tickets hingegen ordnungsgemäß erfasst, sind wiederum die Beschreibungen der erfassten Störfälle oft unzureichend.

Hochwertige Daten als Basis

Damit künstliche Intelligenz ihren Nutzen ausspielen kann, ist eine qualitativ hochwertige Datengrundlage erforderlich. Ergänzende Tools für den First Level Support bieten hier eine Möglichkeit. Durch die Bereitstellung von Basisinformationen wie Clientname oder Festplattenauslastung können zeitaufwändige Recherchen vermieden werden. Sind Lösungsmöglichkeiten für Standardfälle integriert, kann dies die die Effizienz im IT-Support erhöhen und die Anwenderzufriedenheit verbessern. Die automatisierte Dokumentation würde zudem sicherstellen, dass auch die einfachsten Störfälle erfasst werden.

Ein solches Tool würde nicht nur eine Datenbasis für weitere Optimierungsmaßnahmen durch KI schaffen, sondern auch Einsparpotenzial bieten. Eine Beispielrechnung: In einem Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern und einem gemeldeten Störfall pro Person und Monat entstehen jährlich 12.000 Tickets. Eine Reduktion der Ticketbearbeitungszeit um nur 10 Minuten pro Ticket würde insgesamt 250 eingesparte Arbeitstage ergeben. Mit einem angenommenen Tagessatz von 250 Euro im First Level Support wären das 62.500 Euro pro Jahr.

KI-gestützte Ticketanalyse

Ist die Datengrundlage geschaffen, kann KI im Rahmen einer automatisierten Ticketanalyse Ticketbeschreibungen auswerten und Tickets anhand von Kontext und Schlüsselbegriffen klassifizieren. So könnten auch Themencluster visuell dargestellt werden – je näher bestimmte Tickets einander sind, desto eher haben sie thematische Parallelen. Unternehmen können so die häufigsten gemeldeten Störungen visualisieren und einsehen, welcher Anteil der Tickets beispielsweise Netzwerkprobleme betrifft und welche Störungen ihre Ursache doch eher clientseitig haben.

Support für den Support

Auf diese Weise ermöglicht beispielsweise der Softwarehersteller und IT-Dienstleister Consulting4IT seinen Kunden eine KI-basierte Ticketanalyse und kombiniert dazu das selbst entwickelte Tool F4SD – eine Anwendung für den First Level Support mit Datenermittlung und Ticketdokumentation.



  • Maschinen lernen voneinander

    Maschinen lernen voneinander

    Das Kunststoff-Zentrum SKZ in Würzburg führt im Rahmen des Forschungsprojekts Darwin mit dem Fraunhofer Spin-off plus10 mehrere Versuchsreihen durch. Ziel ist die Entwicklung kontinuierlich lernender Modelle, die eine höhere Qualität…

    mehr lesen: Maschinen lernen voneinander

  • Wirtschaftliche Lage in Deutschland im August

    Wirtschaftliche Lage in Deutschland im August

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal gewachsen. Damit setzt die deutsche Wirtschaft ihren Erholungskurs fort.

    mehr lesen: Wirtschaftliche Lage in Deutschland im August

  • Digitalisierungsziele werden oft noch nicht erreicht

    Digitalisierungsziele werden oft noch nicht erreicht

    Laut einer Studie von Tata Communications hat die große Mehrheit der 750 befragten Unternehmen ihre Digital-First-Ziele noch nicht erreicht. Dabei werden die Unternehmen in drei Reifegrad-Kategorien eingeteilt.

    mehr lesen: Digitalisierungsziele werden oft noch nicht erreicht

  • Der Fokus liegt auf der Elektromobilität

    Der Fokus liegt auf der Elektromobilität

    Eine gemeinsame Studie von VDA und Deloitte zeigt, dass Automobilzulieferer sich mitten in der Transformation befinden, aktuell jedoch noch 85 Prozent des Umsatzes aus der Verbrennertechnologie generiert wird. Dabei geht…

    mehr lesen: Der Fokus liegt auf der Elektromobilität

  • Förderung für den Messeauftritt

    Förderung für den Messeauftritt

    Kleine und mittlere Unternehmen können für Ihren Auftritt bei bestimmten Messen eine Förderung des BMWi in Anspruch nehmen. Auf bis zu 12.000€ kann sich der Förderbetrag belaufen.

    mehr lesen: Förderung für den Messeauftritt

  • Wenn Cyberangriffe schiefgehen

    Wenn Cyberangriffe schiefgehen

    Ransomware hat sich zu einem kriminellen Geschäft mit hohen Um- und Einsätzen entwickelt. Doch nicht jeder Angriff verläuft wie geplant. Der Security-Anbieter Sophos zählt einige Pannen auf.

    mehr lesen: Wenn Cyberangriffe schiefgehen

  • Universal Robots erzielt +75 Prozent

    Universal Robots erzielt +75 Prozent

    Nach einem großen Umsatzplus im zweiten Quartal rechnet Universal Robots auch im 3. Quartal mit einem zweistelligen Umsatzwachstum.

    mehr lesen: Universal Robots erzielt +75 Prozent

  • Internationale Lieferketten bleiben bestehen

    Internationale Lieferketten bleiben bestehen

    Deutsche Unternehmen halten an ihren international aufgestellten Lieferketten fest — trotz der Probleme während der Pandemie. Dabei setzen Großunternehmen auf mehr Zulieferer, kleinere und mittlere Unternehmen auf mehr Lagerhaltung, so…

    mehr lesen: Internationale Lieferketten bleiben bestehen

  • German Edge Cloud und Schuler kooperieren

    German Edge Cloud und Schuler kooperieren

    German Edge Cloud kooperiert mit dem Anlagenbauer Schuler. Im Zuge der Kooperation bietet Schuler innerhalb seiner Digital Suite eine Track- und Trace-Lösung für Presswerke an, die auf der Technologie der…

    mehr lesen: German Edge Cloud und Schuler kooperieren

  • Bechtle übernimmt Cadmes

    Bechtle übernimmt Cadmes

    Bechtle baut die Präsenz in den Niederlanden und Belgien aus. Das Unternehmen hat den CAD/CAM/PLM-Spezialisten Cadmes übernommen.

    mehr lesen: Bechtle übernimmt Cadmes

  • Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

    Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

    Torsten Nolting (Bild) übernimmt am 1. August die Leitung der Business Area Elektrifizierung in Deutschland. Er folgt damit auf Uwe Laudenklos, der am 1. April des Jahres zum Lead Business…

    mehr lesen: Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

  • Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus

    Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus

    Mit einem Auftrags- und Umsatzplus hat Siemens das dritte Quartal abgeschlossen. Der Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr wurde zudem angehoben.

    mehr lesen: Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus