KI für Ergonomie am Arbeitsplatz

Quelle CasablancaAI GmbH Markus Vollmer kl
Bild: Casablanca.AI GmbH

Homeoffice, flexible Arbeitsplätze und -orte sowie Videokonferenzen – in den letzten Jahren hat die Veränderung der Arbeitswelt ordentlich an Fahrt aufgenommen. Dieser Wandel wird konstant bleiben. Durch fortschreitende Digitalisierung und Flexibilisierung ergeben sich für Unternehmen, Verbände und den Gesetzgeber neue Anforderungen, wie Arbeitsplätze auch unter Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte gestaltet werden müssen. Denn um das hohe Produktivitätsniveau der Unternehmen zu sichern beziehungsweise auszubauen, erweist es sich von zwingender Bedeutung, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Angestellten zu sichern.

In die Augen oder auf den Monitor schauen?

Zu den wichtigsten Punkten bei der Bildschirmarbeit zählt die Arbeitsplatzergonomie. Neben einem individuell eingestellten Büroarbeitsstuhl, einem höhenverstellbaren Tisch und einer ergonomischen Tastatur sowie Maus, ist vor allem die Blickrichtung essenziell für eine gesunde Arbeitshaltung. Die Blicklinie sollte nach der DGUV Information 215-410 circa 35 Grad betragen. Dies erweist sich in Videocalls aufgrund der Kameraposition als bisher genauso unmöglich, wie der für die Kommunikation unabdingbare gegenseitige Blickkontakt, da die Teilnehmer nicht gleichzeitig auf den Bildschirm und in die Kamera schauen können. Deshalb erweisen sich Videokonferenzen für viele Menschen als anstrengender und für Unternehmen weniger effektiv als physische Meetings. Eine effektive Lösung des Problems besteht in der Nutzung einer virtuellen Webcam.

Vielfältige negative Auswirkungen

Krampfhaftes Schauen in die Kamera, keine ergonomische Körperhaltung und falsche Entscheidungen bedingt durch fehlenden gegenseitigen Blickkontakt: Das sind nur einige Folgen, die aus Videokonferenzen resultieren können. In Konsequenz nehmen Stress und Reizpegel dramatisch zu. Wissenschaftler benennen diese Kombination aus Symptomen und den zugehörigen Ursachen ‚Zoom-Fatigue‘. Beobachten lassen sich weiterhin eine stetige Reduktion der Konzentration, wachsende Fahrigkeit, vermehrte Ungeduld, erhöhte Reizbarkeit und fehlende Balance. Durch unwirsches Agieren gegenüber Mitmenschen leidet das soziale Miteinander, Nutzerinnen und Nutzer kommunizieren eigentlich nur mit ihren Bildschirmen. Körperliche Beschwerden wie beispielsweise Kopf-, Rücken-, Glieder- oder Magenschmerzen bleiben nicht aus, ebenso wie Schlaf- und Sehstörungen. Bei genauem Hinsehen werden Parallelen zu den Auswirkungen deutlich, die durch unzureichende Arbeitsplatzergonomie und dauerhafte Fehlhaltungen entstehen.

Dann lieber zum Telefon greifen

Hier kommt letztlich auch der Gesetzgeber ins Spiel, der auf die neuen Umstände der Bildschirmarbeit reagieren sollte und entsprechende Punkte in bestehende Regelungen aufnehmen muss, um somit die Umsetzung anhaltend zu unterstützen. Geläufige Tipps von Beratern und Coaches führen heute häufig noch in eine falsche Richtung: Denn dann finden Gespräche keinesfalls mit der Person am anderen Ende statt, sondern mit der Kamera. Und das widerspricht den Leitfäden für ergonomische Bildschirmarbeit – und macht, nicht nur von außen betrachtet, keinen Sinn. Denn unterhalten sich zwei oder mehr Menschen nur mit der Kamera, sollte man diese und die ganze Videokonferenz ausschalten und das Telefon nutzen.

Seiten: 1 2



  • Keine Datengrundlage für besseren Service

    Keine Datengrundlage für besseren Service

    Vielen Unternehmen fehlt die nötige Datengrundlage, um ihre Serviceangebote zu verbessern. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Bearing Point hervor. Demnach haben 40 Prozent der befragten Unternehmen keinen oder…

    mehr lesen: Keine Datengrundlage für besseren Service

  • Maintenance in Dortmund

    Maintenance in Dortmund

    Die Maintenance geht 2020 ins mittlerweile elfte Jahr. Vom 12. bis zum 13. Februar werden rund 220 Aussteller in den Dortmunder Messehallen erwartet.

    mehr lesen: Maintenance in Dortmund

  • Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Die Nutzung von privaten 5G-Frequenzen kann beginnen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mitteilt, können Unternehmen ab sofort Anträge stellen.

    mehr lesen: Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Seit Anfang November ist Frank Steinhoff (Bild) neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation. Er ist am Hauptsitz des Unternehmens in Haar bei München tätig.

    mehr lesen: Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

  • Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Nach dem Start der Frequenzvergabe für industrielle und landwirtschaftliche 5G-Netze äußern sich die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu den Vergabebedingungen.

    mehr lesen: Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

  • Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Die Abkühlung der Weltwirtschaft hinterlässt Bremsspuren in den deutschen Maschinenexporten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten die Auslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 0,6% oder 0,82Mrd.€…

    mehr lesen: Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

  • Automation trifft Software

    Automation trifft Software

    Vom 26. bis zum 28. November 2019 wird das Nürnberger Messegelände zum Branchentreff der Automatisierungstechnik. Dabei weist die SPS – Smart Production Solutions in diesem Jahr erstmals bereits im Namen…

    mehr lesen: Automation trifft Software

  • Branchentreff in Hamburg

    Branchentreff in Hamburg

    Die Nortec – Fachmesse für Produktion lädt vom 21. bis zum 24. Januar nach Hamburg ein. Unter dem Motto ‘Zukunft? Läuft!‘ finden Besucher Lösungen und Technologien für eine moderne Produktion.

    mehr lesen: Branchentreff in Hamburg

  • Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Der Softwareanbieter Sage hat fünf IT-Trends identifiziert, die 2020 für Unternehmen wichtig werden — darunter die Themen Hybrid Cloud, Predictive Data Analytics und Nachhaltigkeit.

    mehr lesen: Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

  • VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    Im dritten Quartal 2019 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25%. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 29% zurück. Die Auslandsbestellungen verloren 23%.…

    mehr lesen: VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

  • Planungsoptimierung in Echtzeit

    Planungsoptimierung in Echtzeit

    Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes ProPlanE haben die Projektpartner den Prototypen einer Analyseplattform entwickelt, mit der sich die Fertigungsplanung auf Basis von Process-Mining-Verfahren in…

    mehr lesen: Planungsoptimierung in Echtzeit