Wie Unternehmen Cyberattacken meistern können

G DATA Incident Readiness
Bild: G DATA CyberDefense AG

Dass IT-Sicherheit auf die Managementebene gehört, predigen Sicherheitsfachleute seit Jahren. Auch Europäische Initiativen wie etwa die NIS-2-Direktive (NIS steht für Network and Information Security) oder der Cyber Resilience Act betten dieses Thema in entsprechende gesetzliche Regelungen ein. Das Ziel: eine Stärkung der IT-Sicherheit entlang der Wertschöpfungs- und Lieferketten. Auch wenn im Hintergrund noch an der Umsetzung in nationales Recht gearbeitet wird, ist heute schon klar, dass kein Unternehmen mehr auf Risiko spielen kann. Zu hoffen, dass schon alles gut gehen wird, kann schnell nach hinten losgehen. Gerade wenn es einmal zu einem ausgewachsenen IT-Sicherheitsvorfall kommt, macht sich das besonders schmerzhaft durch finanzielle Verluste bemerkbar. Und auch Unternehmen, die nicht direkt von diesen Vorgaben betroffen sind, sollten ihre IT-Strategie überdenken und gegebenenfalls anpassen. Dabei sollten Verantwortliche die Gelegenheit nutzen, die IT-Sicherheit zu verbessern, wichtige Geschäftsprozesse zu prüfen und sinnvoll abzusichern. Zusätzlich zu allen Sicherheitsmaßnahmen muss jetzt auch das Eintreten eines IT-Notfalls in die Überlegungen einbezogen werden. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von Incident Readiness.

G DATA Stefan Karpenstein MG 5305 300dpi mittel
Bild: G DATA CyberDefense AG

Am besten auf Papier

Für IT-Notfälle brauchen Firmen einen Krisenplan – am besten auf Papier. Dieser sollte unter anderem eine Übersicht des eigenen Netzwerkes und der verwendeten Geräte enthalten. Im Notfall sind diese Informationen wichtig und im Aktenschrank besser aufgehoben als auf dem möglicherweise verschlüsselten Server oder einem nicht funktionsfähigen Notebook. Dieser Krisenplan sorgt dafür, dass ein externes Incident-Response-Team deutlich schneller die Arbeit aufnehmen kann und das Unternehmen so in kürzerer Zeit wieder arbeitsfähig ist. Dadurch lässt sich der finanzielle Schaden begrenzen. Ein eigenes Incident-Response-Team ist in den wenigsten Unternehmen vorhanden und ist auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für viele Unternehmen nicht sinnvoll.

Vorbereitet sein

Angreifer bleiben oft lange unbemerkt. Wenn nicht zufällig ein aufmerksamer IT-Mitarbeitender Unregelmäßigkeiten entdeckt, ist es in der Regel erst der gesperrte Bildschirm mit einer Lösegeld-Forderung, der einen Ransomware-Angriff offenbart. Ab diesem Punkt schlägt die Stunde der Fachleute im Bereich Incident Response.

Bevor ein Incident-Response-Team aktiv werden kann, braucht es Informationen zum aktuellen Notfall. Daher müssen Verantwortliche zentrale Eckpunkte zeitnah klären – vergleichbar mit den zentralen Fragen beim Notruf für die Feuerwehr. Diese Antworten schaffen ein tieferes Verständnis für die aktuelle Situation im Unternehmen:

  • Was ist passiert oder was passiert gerade?
  • Wann ist es passiert?
  • Wie ist es aufgefallen? Aus dieser Frage lassen sich auch schon Indizien zum Angriffsvektor ableiten.
  • Welche Maßnahmen wurden schon getroffen? Hier geht es um die Frage, ob bereits forensische Spuren gesichert oder Indizien versehentlich unbrauchbar gemacht wurden. Dies kann schnell passieren, wenn den handelnden Personen vor Ort die notwendigen Kenntnisse fehlen.
  • Welches Unternehmen ist betroffen? Handelt es sich um ein produzierendes Gewerbe, um ein KRITIS-Unternehmen oder eine staatliche Organisation?

Vorab sind auch technische Detailfragen zu klären, um die Situation vor Ort besser einzuschätzen und den Einsatz zu planen. Daher brauchen die Fachleute Informationen zur IT-Infrastruktur, zur Netzwerkgröße, zu den Betriebssystemen sowie deren Patch-Status und den eingesetzten Sicherheitskomponenten.

Die Do’s und Don’ts

Wer gut vorbereitet und handlungsfähig bleiben will, sollte einige Do’s and Don’ts berücksichtigen.

Seiten: 1 2



  • Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

    Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

    Auf der Fachmesse K hat der Hersteller von Kunststoffspritzgießmaschinen Wittmann Battenfeld zusammen mit dem MES-Partner Ice-Flex die Einzelmaschinen-MES-Lösung Temione präsentiert.

    mehr lesen: Einzelmaschinen-MES von Wittmann Battenfeld

  • Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

    Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

    Mit InFrame Synapse Equipment Connector (EQC), einer neuen Integrationssoftware von CamLine, sollen Fertigungsunternehmen ihre nicht IIoT-fähigen Anlagen nach dem Plug&Play-Prinzip mit einer digitalen Schnittstelle ausstatten können.

    mehr lesen: Alte und neue Maschinen IIoT-fähig machen

  • NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck

    NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck

    Siemens Digital Industries Software hat den Additive Manufacturing (AM) Path Optimizer vorgestellt. Die Beta-Technologie ist in die Engineering-Anwendung NX integriert, um Anwendern bei der Lösung von Überhitzungsproblemen bei Designs für…

    mehr lesen: NX-integriertes Tool gegen Überhitzung beim 3D-Druck

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Neues Batchnesting-Tool in 4D_Additive

    Neues Batchnesting-Tool in 4D_Additive

    Das Software-Unternehmen CoreTechnologie hat auf der Formnext in Frankfurt die neueste Version der Software 4D_Additive vorgestellt. Das Release wird unter anderem mit einem neuen Batchnesting-Tool ausgeliefert, mit dem sich in…

    mehr lesen: Neues Batchnesting-Tool in 4D_Additive

  • Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

    Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

    Datensicherheit und Zugriffsschutz sind bei der Einrichtung industrieller Router eine oft komplexe Materie. Mit dem Tool Simply.

    mehr lesen: Industrierouter in einer Minute einsatzbereit

  • Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

    Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

    Eine voranschreitende digitale Kommunikation, der Breitbandausbau und die quasi überall mögliche Verarbeitungsmöglichkeit von Daten beflügeln die Diskussion um Big Data in der Öffentlichkeit und Fachwelt gleichermaßen.

    mehr lesen: Richtlinie zur Implementierung und dem Betrieb von Big-Data-Anwendungen

  • Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

    Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

    Trend Micro hat kürzlich zwei Sicherheitslösungen für industrielle Steuerungssysteme (ICS) auf den Markt gebracht. Sie wurden von dem Joint Venture TXOne Networks entwickelt, in dem Trend Micro und der Hardware-Spezialist…

    mehr lesen: Neue IT-Sicherheitslösungen für Steuerungssysteme

  • Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

    Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

    Aus drei mach eins: Aus den ERP-Anbietern Step Ahead Software, Germering, Godesys und Informing wird die Step Ahead Group.

    mehr lesen: Drei ERP-Anbieter verschmelzen zur Step Ahead Group

  • 5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

    5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

    Gemeinsam mit Unternehmen und Forschungspartnern Einsatzgebiete der neuen Mobilfunktechnologie 5G in der Produktion zu erforschen und praxisnah zu erproben, ist das Ziel des 5G-Industry Campus Europe.

    mehr lesen: 5G-Anwendungen für die Industrie erforschen

  • Neuer CEO bei M&M Software

    Neuer CEO bei M&M Software

    Klaus Hübschle tritt Anfang 2020 die Nachfolge von Andreas Börngen als CEO von M&M Software an.

    mehr lesen: Neuer CEO bei M&M Software

  • Trends für die Fabrik der Zukunft

    Trends für die Fabrik der Zukunft

    Wohin entwickeln sich die Fabriken in den nächsten Jahren? Philipp Wallner von MathWorks wagt die Prognose, das fünf Faktoren darunter sein werden, die individuelles Fertigen und Ressourceneffizienz in Einklang bringen.

    mehr lesen: Trends für die Fabrik der Zukunft