Anwendungsfälle für die Zufahrtskontrolle

Kennzeichenerkennung sorgt für komfortable Zufahrt aufs Gelände.
Kennzeichenerkennung sorgt für komfortable Zufahrt aufs Gelände. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

Um eine Zufahrtskontrolle mit Kennzeichenerkennung umzusetzen, werden verschiedene Videokomponenten benötigt: eine leistungsstarke Videoüberwachungskamera, eine Videoanalyse-Software und, je nach Projektumfang, eine Verarbeitungssoftware. Für Standardfälle ist eine einfaches Standalone-System ausreichend, das sich auf die Zufahrt der bekannten Fahrzeuge beschränkt. Erkannt werden in der Regel europäische Kennzeichen, inklusive Nummernschilder aus der Türkei und Israel. Soll die Zufahrtskontrolle in Kombination mit einer Videoüberwachung genutzt werden, empfiehlt sich die Anschaffung einer Videomanagementsoftware, die zusätzlich zur Kennzeichenerkennung die Überwachung des Parkraums ermöglicht. Alle Kennzeichenformate werden ausgelesen, auch arabische oder kyrillische Zeichen – sogar auf mehreren Fahrspuren. Dabei ist auf eine optimale Positionierung und Ausleuchtung der Kamera zu achten.

Zufahrts- und Zutrittskontroll-Software integrieren

Sollen auch Fahrzeugdaten erfasst werden, könnten Betreiber die Kennzeichenerkennung mit einer Zutrittskontroll-Software kombinieren. Dexicon von PCS verfügt zum Beispiel über eine Fahrzeugdatenbank mit den wesentlichen Merkmalen wie Fahrzeugtyp und Kennzeichen. Die Software kann zuordnen, welches Fahrzeug zu welcher Person gehört oder für welche Parkzonen/Parkplätze ein Fahrzeug berechtigt ist. Kennzeichen und Zufahrtsrechte werden direkt im System verwaltet. Soll die Zufahrt zeitlich reglementiert werden, können Zeitfenster für die Einfahrt vergeben werden. Neben einer komfortablen Zufahrtskontrolle sorgt dieses System für mehr Transparenz auf dem Gelände. Es eignet sich auch für den Lieferverkehr – LKW können mit ihrem Kennzeichen vorangemeldet werden und erhalten automatisiert Zufahrt. Allerdings ist bei der Nutzung von Kennzeichenerkennung zu beachten, dass aus Datenschutzgründen unter Umständen die Einwilligung der betroffenen Personen einzuholen ist.

Equipment wie Kameras sind bei der 
Kennzeichenerkennung obligatorisch.
Equipment wie Kameras sind bei der Kennzeichenerkennung obligatorisch. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

Distanzen von bis zu 12 Metern möglich

Weniger datenschutzkritisch ist eine Umsetzung der Zufahrtskontrolle auf Basis von Weitbereichslesern. Ein UHF-Leser arbeitet auf der Frequenz von 865,6 bis 867,6MHz. Eine Lesereichweite von bis zu zwölf Metern kann sehr gut erreicht werden, wenn keine Störfaktoren wie Abschirmungen oder Reflektionen in einer metallischen Umgebung die Reichweite beeinflussen. Die Lesedistanz ist daher abhängig vom Montageort und sollte vorab getestet werden.

Vielfältige Formfaktoren

Zur Bedienung eignen sich passive UHF-Medien, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Am einfachsten zu nutzen sind Klebe-Transponder, die im Fahrzeug befestigt werden, ähnlich wie Mautvignetten. Alternativ sind UHF-Karten erhältlich, die im Cockpit des Autos gelagert werden und vom Weitbereichsleser von außen gelesen werden können. Für Fahrzeuge in der Logistik, wie Gabelstapler, eignen sich Transponder-Tags im Kunststoff-Gehäuse mit Montageblech. Die Metallplatte hat den Vorteil, dass sie die Reichweite des Transponders verstärkt – so wird eine Distanz von bis zu 15 Metern erreichbar. Für sicherheitskritische Anwendungen sind UHF-Transponder mit verschlüsselter Datenübertragung erhältlich.

Für eine Zufahrtskontrolle mit Weitbereichslesern wird vorab eine Testinstallation empfohlen.
Für eine Zufahrtskontrolle mit Weitbereichslesern wird vorab eine Testinstallation empfohlen. – Bild: PCS Systemtechnik GmbH

Vernetzung ist vorteilhaft

Solche Zufahrtskontroll-Systeme eignen sich für die Steuerung von Parkplätzen, Garagen oder auch für Schranken oder Rolltore in der Logistik, z.B. um einen Gabelstapler passieren zu lassen. Auch hier ist es möglich, den Weitbereichsleser als Standalone-System zu betreiben. Der Nachteil einer unvernetzten Anwendung ist aber, dass die genutzten Transponder einen festen Nummernkreis aufweisen müssen, sonst muss jeder weitere Transponder neu eingelernt werden. Langfristig ist es sinnvoller, eine Verbindung mit dem Netzwerk vorzusehen und die Verwaltung des Longrange-Systems über das Zutrittssystem vorzunehmen. Egal ob eine Kennzeichenerkennung oder ein Weitbereichsleser eingesetzt wird, beide Systeme ermöglichen eine komfortable Zufahrtskontrolle und mehr Sicherheit auf dem Gelände.



  • Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

    Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

    Wechselnde Umgebungsbedingungen durch Ad-hoc-Vernetzung, ständige Rekonfigurationen bedingt durch kleine Losgrößen und Softwareupdates im Feld sind Indikatoren dafür, dass das Testen von Systemen im laufenden Betrieb zunehmend an Bedeutung gewinnt. Um…

    mehr lesen: Vernetzte Systeme im Vorfeld testen

  • Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

    Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

    Unternehmen mit KI-Projekten sind dann am erfolgreichsten, wenn die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter den gleichen Stellenwert wie Investitionen in intelligente Technologien hat. Dazu gehört auch das Schaffen einer Lernkultur, die…

    mehr lesen: Unternehmen gewichten Technologie und Qualifizierung gleich

  • Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

    Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

    Von Februar bis April befragte der Digitalverband Bitkom Industrieunternehmen nach dem Stand der Digitalisierung. Im Vergleich zur Studie von vor zwei Jahren zeigt sich eine positive Entwicklung.

    mehr lesen: Wie ist der Stand der Industrie 4.0?

  • Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

    Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

    Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Exporte der deutschen Maschinenbauer im ersten Quartal gesunken — im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent.

    mehr lesen: Weniger Ausfuhren, Entspannungstendenzen aus China

  • Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

    Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

    63 Prozent der KMU rechnen laut einer McKinsey-Befragung mit einem Umsatzrückgang im aktuellen Quartal. Dennoch blicken 77 Prozent nach wie vor positiv in die Zukunft.

    mehr lesen: Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden

  • SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

    SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

    Im Production Level 4 Demonstrator stellt die SmartFactoty-KL neue Produktionstechniken vor — ein Update der Industrie 4.0.

    mehr lesen: SmartFactory-KL präsentiert Production Level 4 Demonstrator

  • Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

    Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

    Unternehmen, die dank digitaler Technologien auf Servitization setzen, können laut einer Studie 30 Prozent mehr Umsätze im Service-Bereich erzielen, als ihre Mitbewerber.

    mehr lesen: Welche Vorteile bringt Servitization für die Fertigung

  • Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus

    Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus

    Easy Software und Rhenus Office Systems gehen eine strategische Partnerschaft ein, um Kunden eine Rundumlösung für ihr Dokumentenmanagement zur Verfügung zu stellen.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Easy Software und Rhenus

  • TeDo Verlag erwirbt agt Verlag

    TeDo Verlag erwirbt agt Verlag

    Der TeDo Verlag erweitert sein Fachmedienportfolio und hat die Medienmarken des agt Verlags aus Ludwigsburg übernommen.

    mehr lesen: TeDo Verlag erwirbt agt Verlag

  • André Panné ist neuer Geschäftsführer der GIS

    André Panné ist neuer Geschäftsführer der GIS

    Die GIS hat einen neuen Geschäftsführer ernannt. André Panné löst Dr. Ansgar Niehof beim Spezialisten für Instandhaltungslösungen im Segment Industrie ab.

    mehr lesen: André Panné ist neuer Geschäftsführer der GIS

  • Selbstlernende KI-Appliance

    Selbstlernende KI-Appliance

    Fortinet stellt FortiAI vor. Die On-Premises KI-Appliance nutzt selbstlernende tiefe neuronale Netze, um Sicherheitsanalysen durchzuführen und die Bedrohungsbeseitigung zu beschleunigen.

    mehr lesen: Selbstlernende KI-Appliance

  • Corona-Pandemie trifft Maschinenbau flächendeckend

    Corona-Pandemie trifft Maschinenbau flächendeckend

    Die Corona-Pandemie ist im Maschinenbau inzwischen flächendeckend zu spüren. Neun von zehn Betrieben sehen sich als Betroffene der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, lautet das Ergebnis der vierten VDMA-Blitzumfrage unter seinen…

    mehr lesen: Corona-Pandemie trifft Maschinenbau flächendeckend