5G erreicht mehr als 90 Prozent Flächenabdeckung

5G circuit board with network hologram and HUD
Bild: ©denisismagilov/stock.adobe.com

Laut einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint ist die 5G-Flächenabdeckung in Deutschland innerhalb weniger Jahre auf über 90 Prozent gestiegen. Besonders heben die Studienautoren die starke Dynamik beim Ausbau von privaten Campusnetzen für die Industrie sowie die kontinuierliche Integration neuer Technologien wie Open RAN und die Markteinführung eines vierten Netzbetreibers hervor.

„5G ist eine echte Erfolgsgeschichte für Deutschland. Keine Mobilfunktechnologie wurde so schnell ausgerollt wie 5G: In nur fünf Jahren haben wir über 90 Prozent Flächenabdeckung erreicht. Zudem ist Deutschland weltweit führend bei 5G-Campusnetzen. Mit dem Markteintritt von 1&1 als viertem Netzbetreiber und dem zunehmenden Einsatz von Open RAN entstehen neue Dynamiken im Wettbewerb. Die nächsten Jahre stehen im Zeichen der vollständigen Flächenabdeckung sowie der Vorbereitung auf die nächste Mobilfunkgeneration“, so Julius Hafer, Partner bei BearingPoint.

Erfolgstreiber und Herausforderungen auf dem Weg zur Vollabdeckung

Laut Studie ist der Weg zur Netzabdeckung geprägt durch massive Investitionen, regulatorischen Vorgaben und technologischen Innovationen. Demnach investieren Mobilfunkbetreiber jährlich rund 5 bis 6Mrd.€ in den Ausbau und die Modernisierung der Netze. Eine Herausforderung bleibt die Versorgung ländlicher Regionen, verkehrsnaher Bereiche und die Indoor-Abdeckung. Nach den Zielen der Bundesnetzagentur sollen bis 2030 99 Prozent der Fläche und sämtliche Verkehrswege mit 5G versorgt sein. „Neu und besonders ist der Fokus auf die Fläche. Nachdem vormals Haushalte versorgt werden mussten, also bewohnte Flächen, löst die Bundesnetzagentur diese Einschränkung auf. Auch unbewohnte Gebiete müssen nun fast lückenlos mit 5G versorgt werden. 5G kommt damit bis an jede Milchkanne“, kommentiert Hafer.

Als weiteren Erfolgsfaktor nennen die Autoren die enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik. Deutschland nehme bei der Einführung von privaten 5G-Campusnetzen für die Industrie europaweit eine Vorreiterrolle ein, heißt es. Gleichzeitig treiben neue Technologien wie Open RAN, Edge Computing und die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) die Effizienz und Flexibilität der Netze voran. KI-basierte Tools optimieren bereits heute die Netzplanung, den Betrieb und die Wartung und helfen, den Fachkräftemangel zu bewältigen.

Investitionen und Ausblick: 6G als nächste Welle

Die Studie prognostiziert, dass die Investitionen in mobile Netzinfrastruktur in den Jahren 2025 bis 2030 in Summe auf rund 37,7Mrd.€ ansteigen werden. Während der Fokus bis 2030 klar auf der Erreichung der Versorgungsauflagen für die 5G-Flächenabdeckung und der kontinuierlichen Kapazitätssteigerung liege, rücke mit dem Ende des Jahrzehnts die nächste Generation – 6G – als Investitionstreiber in den Blick. 6G soll ab etwa 2030 zunächst in Pilotprojekten und urbanen Hotspots starten und erfordert eine massive Verdichtung der Infrastruktur, insbesondere durch zusätzliche Small Cells und die Integration von Edge Computing.

„Die nächste Phase des Netzausbaus wird durch regulatorische Vorgaben zur Flächenversorgung, steigenden Kostendruck und technologische Innovationen geprägt. Netzbetreiber reagieren zunehmend mit Standort-Sharing, gezieltem Einsatz modularer Netzarchitekturen und neuen Antennentypen wie Micro- und Nano-Cells – u.a. wegen fehlender geeigneter Grundstücke für neue Masten. Besonders herausfordernd bleiben die Versorgung ländlicher Regionen und verkehrsnaher Bereiche sowie der Indoor-Abdeckung – Faktoren, die für den Erfolg der nächsten Mobilfunkgeneration entscheidend sind“, sagt Marcel Tietjen, Partner bei BearingPoint.

Um das Potenzial der Mobilfunknetze weiter zu heben, empfiehlt BearingPoint:

  • Konsequente Umsetzung der Flächenabdeckung und gezielte Investitionen in ländliche Regionen und Verkehrswege
  • Förderung von Forschung, Entwicklung und Pilotprojekten für neue Technologien (z.B. Open RAN, Edge Computing, KI)
  • Stärkung von Aus- und Weiterbildungsprogrammen für Fachkräfte im Bereich Netztechnik und Digitalisierung
  • Ausbau von Partnerschaften zwischen Netzbetreibern, Industrie, Forschung und öffentlicher Hand
  • Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle zur Finanzierung der Infrastruktur und Vorbereitung auf 6G


  • Trumpf übernimmt Lantek

    Trumpf übernimmt Lantek

    Mit der Übernahme von Lantek erweitert Trumpf sein Softwareportfolio. Das spanische Unternehmen entwickelt Software für die Blech- und Metallbearbeitung.

    mehr lesen: Trumpf übernimmt Lantek

  • Kriterien für das Reifegradmodell wählen

    Kriterien für das Reifegradmodell wählen

    Auf dem Weg zur ‚Industrie 4.0‘ entwickeln Unternehmen die Fähigkeiten, in Echtzeit datenbasierte Entscheidungen innerhalb von Wertschöpfungsnetzwerken zu treffen und agil auf Marktveränderungen zu reagieren. Bei diesem Weg unterstützt die…

    mehr lesen: Kriterien für das Reifegradmodell wählen

  • 42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

    42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

    Mit dem ‚Startup-Radar‘ gibt der VDMA einen Einblick in die KI-Startup-Szene für den Maschinenbau. Demnach entstehen 42 Prozent der relevanten Startups in Europa.

    mehr lesen: 42 Prozent der maschinenbaurelevanten Startups kommen aus Europa

  • Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

    Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

    Siemens Smart Infrastructure erweitert sein Angebot aus Dienstleistungen, Assets und Services für Sicherheitsanforderungen im Gebäudebetrieb. Das Komplettpaket Security as a Service (SecaaS) umfasst die Bereiche Gefahrenleitsysteme, Zutrittskontrolle, Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachungssysteme…

    mehr lesen: Security as a Service für den sicheren Gebäudebetrieb

  • MPDV stellt neue MES-Generation vor

    MPDV stellt neue MES-Generation vor

    Hydra X plattformoptimiert und interoperabel MPDV stellt neue MES-Generation vor Softwarehersteller MPDV läutet den Generationswechsel seiner MES-Lösung Hydra ein. Hydra X wird ab dem 1. April als modulare Software auf…

    mehr lesen: MPDV stellt neue MES-Generation vor

  • Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

    Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

    Das Schwestermagazin Industrial Communication Journal bekommt tatkräftige Unterstützung.

    mehr lesen: Ohne die richtigen Informationen funktioniert’s nicht

  • Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

    Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

    Gaia-X startet mit einem Förderwettbewerb in die Anwendungsphase. Interessierte können sich dafür noch bis zum 7. Mai bewerben.

    mehr lesen: Bund fördert Gaia-X-Leuchtturmprojekte

  • Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

    Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

    Die Prozessindustrie stellt spezifische Anforderungen an die Sicherheit ihrer Anlagen. Wesentliche Elemente sind dabei die PLT-Sicherheitseinrichtungen.

    mehr lesen: Sichere Anlagen in der Prozessindustrie

  • Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

    Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

    Am 20. und 21. April findet das 16. Anwenderforum ‘Einsatz mobiler Lösungen‘ statt. In diesem Jahr als reine Online-Veranstaltung.

    mehr lesen: Neue Lösungen in Instandhaltung und Service

  • Talend wird von Thoma Bravo übernommen

    Talend wird von Thoma Bravo übernommen

    Für 2,4Mrd.US$ will das Private Equity Unternehmen Thoma Bravo den Cloud-Integrator Talend übernehmen. Das Board of Directors von Talend hat der Absichtserklärung zugestimmt.

    mehr lesen: Talend wird von Thoma Bravo übernommen

  • Besserer Schutz bei der Arbeit mit Cobots

    Besserer Schutz bei der Arbeit mit Cobots

    Im Forschungsprojekt ‘Digitale Gefahrenprävention für kollaborative Roboterarbeitsplätze mithilfe einer webbasierten Planungshilfe (CobotPlaner)‘ hat das Fraunhofer IFF im Auftrag der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) eine webbasierte Planungshilfe entwickelt, die für…

    mehr lesen: Besserer Schutz bei der Arbeit mit Cobots

  • SAP-Kunden überdenken Pläne zur ERP-Umstellung

    SAP-Kunden überdenken Pläne zur ERP-Umstellung

    Die Corona-Pandemie führt bei Firmen zu verzögerten S/4Hana-Umstellungen. Der Befragung zufolge wollen die meisten Unternehmen ihre SAP-Installationen dennoch bis 2025 umgestellt haben. Besonders beliebt sind wohl Hybrid-Cloud-Infrastrukturen.

    mehr lesen: SAP-Kunden überdenken Pläne zur ERP-Umstellung