Nahtlos vom Wareneingang bis zum Versand

3D-Modell der neu 
errichteten Recyclingfabrik von Re.Lion.Bat.
3D-Modell der neu errichteten Recyclingfabrik von Re.Lion.Bat.Bild: Artschwager und Kohl Software GmbH

Am Wareneingang der neuen Fabrik Re.Lion.Bat. werden ankommende LKW verwogen, und die angelieferte Ladung mithilfe der Lieferantenchargen erfasst. Anschließend erhält jede Transporteinheit eine Artikelnummer mit Stückliste, sie werden einzeln verwogen, vermessen und einem Lagerplatz zugewiesen. Das Lagerverwaltungssystem (LVS) verwaltet unterschiedliche Lagerbereiche: Hochregallager, Hallenlager sowie Freilager für große Transporteinheiten wie Akkupacks. Besondere Anforderungen wie die Lagerung von Havarie-Akkus auf Steinflächen werden ebenfalls unterstützt. Alle Transporteinheiten erhalten Etiketten mit einer Handling Unit (HU). Dieser Prozess stellt sicher, dass die angelieferten Materialien jederzeit nachverfolgbar sind. Die Gewichtsanteile der Akkupacks werden entsprechend ihrer Stückliste ins ERP-System gebucht.

Weitere Behälter, die rückverfolgt werden müssen.
Weitere Behälter, die rückverfolgt werden müssen.Bild: Artschwager und Kohl Software GmbH

Staplerleitsystem für die innerbetriebliche Logistik

Das Staplerleitsystem (SLS) organisiert innerbetriebliche Transporte zwischen Lager- und Produktionshallen. Abhängig von Quell- und Zielplatz sowie der Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge generiert das SLS die Transportaufträge. Es werden unterschiedliche Fahrzeuge eingesetzt: Schubmaststapler mit Zinken-Kameras für das Hochregallager, Fünf-Tonnen-Gabelstapler für den Transport zwischen und Zwei-Tonner für den Betrieb innerhalb der Produktionshallen. Transferplätze automatisieren die Übergabe zwischen verschiedenen Transportmitteln. So bucht ein Gabelstapler eine Transporteinheit auf einen Transferplatz, woraufhin das SLS automatisch einen Folgeauftrag für den Schubmaststapler erstellt. Dieser Prozess reduziert Leerlaufzeiten und sichert die Integration zwischen den verschiedenen Lager- und Produktionsbereichen. Ebenso wird die Produktionsversorgung – etwa mit leeren Ladungsträgern oder Rohmaterialien – gesteuert.

Die Behälter und Transportfahrzeuge müssen auf die 
Anforderungen angepasst sein, die sich etwa aus den 
Unterschieden der zugelieferten Altbatterien ergeben.
Die Behälter und Transportfahrzeuge müssen auf die Anforderungen angepasst sein, die sich etwa aus den Unterschieden der zugelieferten Altbatterien ergeben. Bild: Artschwager und Kohl Software GmbH

Granular gesteuerte Produktion

Das Manufacturing Execution System (MES) ist das digitale Herzstück der Produktionsprozesse. Es umfasst Auftragsmanagement, Materialmanagement, Datenerfassung, Qualitätssicherung und Informationsmanagement. In der ersten Stufe der Produktion werden Akkumodule manuell aus den angelieferten Akkupacks ausgebaut. Mithilfe einer Bilddatenbank erhalten die Module Artikelnummern und Seriennummern. Nach dem Ausbau werden die Module etikettiert und den Arbeitsplätzen zugeordnet.

Elektrisches Entladen und Paloxen-Management

Die elektrisch entladenen Akkumodule werden in Paloxen gesammelt und verbucht. Zur Nachverfolgbarkeit wird jede Paloxe mit dem Produktionsauftrag verknüpft. Volle Paloxe werden vom SLS ins Hochregallager oder direkt an den Schredder transportiert. Am Schredder scannt der Arbeiter die Paloxe oder einzelne Module, bevor sie dem Schredder zugeführt werden. Der Schredder zerkleinert die Akkumodule und sackt die entstehenden Fraktionen an 14 BigBag-Abfüllstationen ab, die mit Waagen ausgestattet sind. Die kontinuierlich anfallenden Analysedaten werden automatisch ins MES übertragen und automatisiert den BigBags zugeordnet. Sobald ein BigBag voll ist, erstellt das MES eine Produktionschargennummer, druckt ein Etikett und bucht die Materialien als Zugang ins ERP-System. Anschließend werden die BigBags auf Entsorgungsplätze verbracht, von wo aus das SLS den Weitertransport organisiert.

ERP-gekoppelter Versand

Der Versandprozess wird über das LVS gesteuert. Auf Basis von Kundenaufträgen erstellt der Versandleiter Versandaufträge und wählt spezifische BigBags aus – etwa basierend auf Lieferantenchargen. Jede verladene Transporteinheit wird dem Versandauftrag zugeordnet. Sind alle BigBags verladen, können Lieferscheine gedruckt und die Aufträge abgeschlossen werden. Die ERP-Integration sorgt für eine automatische Ausbuchung der Materialien und Belastung der Kontrakte.

Transparenz und Effizienz durch Integration

A+K Lomas, bestehend aus LVS, Transportmanagement und MES, ermöglicht dem Recyclingunternehmen eine durchgängige Chargenverfolgung – vom Wareneingang bis zum Versand. Externe Systeme wie ERP-Anwendung, Waagen und Analysegeräte sind nahtlos integriert. Die umfassenden Recherchemöglichkeiten erlauben es dem Personal, jederzeit die Herkunft und den Verbleib von Materialien zu verfolgen. Alles trägt dazu bei, die Effizienz und Qualität hoch zu halten und so zuverlässig zu operieren. Das ist ein überaus wertvoller Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.



  • Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

    Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

    Trend Micro hat auf dem Mobile World Congress 2024 in Barcelona einen plattformbasierten Ansatz zur Absicherung von 5G-Implementierungen vorgestellt. Für solche Produkte gründete der Anbieter letztes Jahr extra die Tochtergesellschaft…

    mehr lesen: Zero-Trust-Konzept für 5G-Campusnetze

  • Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

    Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

    Die EU strebt bis 2050 Klimaneutralität an. Das Projekt RISEnergy (Research Infrastructure Services for Renewable Energy) soll auf dem Weg dorthin die Entwicklung von Innovationen für erneuerbare Energien bis zur…

    mehr lesen: Konsortium will Innovationen für die Klimaneutralität beschleunigen

  • Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

    Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

    Wie eine nachhaltige und ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft für kleine und leichte Elektrofahrzeuge bzw. Leichtkraftfahrzeuge aussehen kann, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal sowie der Hochschule Bochum im Projekt Pilot4CircuLEV.

    mehr lesen: Pilotprojekt erforscht Kreislaufwirtschaft in der Fahrzeugproduktion

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

    VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

    Mit dem Projekt Xpand will der VDI ein Mentoring-Programm etablieren, das Ingenieure und Ingenieurinnen ausländischer Herkunft bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen soll.

    mehr lesen: VDI setzt Mentoringprogramm für ausländische Ingenieure auf

  • Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

    Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

    Mit der Veranstaltung AM4industry widmet die Rapid-Tech 3D Trendthemen rund um den industriellen 3D-Druck ein eigenes Fachforum. Initiator und Organisator ist die VDMA-Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing.

    mehr lesen: Neues Fachforum auf der Rapid.Tech 3D

  • Morten Wierod wird ABB-CEO

    Morten Wierod wird ABB-CEO

    Mit Wirkung zum ersten August wird Morten Wierod CEO bei ABB. Er folgt damit auf Björn Rosengren, der das Unternehmen zum Jahresende verlässt.

    mehr lesen: Morten Wierod wird ABB-CEO

  • Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Zwar verbessern sich laut aktueller Ifo-Kennzahlen die Exporterwartungen der Industrie, jedoch rechnen insgesamt nur wenige Branchen mit Zuwächsen.

    mehr lesen: Exportindustrie mit „Luft nach oben“

  • Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

    Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

    Digitale Technologien können dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele im Jahr 2030 erfüllt. Der Branchenverband Bitkom hat dazu gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Accenture unterschiedliche Szenarien für die Sektoren Industrie, Energie,…

    mehr lesen: Studie identifiziert CO2-Einsparpotenzial digitaler Technologien

  • Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Exportindustrie mit „Luft nach oben“

    Zwar verbessern sich laut aktueller Ifo-Kennzahlen die Exporterwartungen der Industrie, jedoch rechnen insgesamt nur wenige Branchen mit Zuwächsen.

    mehr lesen: Exportindustrie mit „Luft nach oben“

  • ProAlpha übernimmt HR-Spezialisten Quiply

    ProAlpha übernimmt HR-Spezialisten Quiply

    Mit der Übernahme von Quiply baut der ERP-Spezialist ProAlpha sein Angebot im Bereich HR-Management aus. Die App des Kölner Unternehmens unterstützt mittelständische Unternehmen in der DACH-Region bei ihrer internen Kommunikation.

    mehr lesen: ProAlpha übernimmt HR-Spezialisten Quiply

  • Edag und Bosch arbeiten zusammen

    Edag und Bosch arbeiten zusammen

    Edag und Bosch wollen bei der Fahrzeugentwicklung zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet.

    mehr lesen: Edag und Bosch arbeiten zusammen