Mit IoT, KI und Explosionszeichnung zu mehr Effizienz

0:000:00

1
Bild: Valantic GmbH

Serviceportale bündeln alle relevanten Informationen, Prozesse und Kommunikationswege rund um Produkte und Maschinen an einem zentralen Ort. Neben dem Zugriff auf Artikelkataloge, Rechnungen, Wartungshistorien oder Dokumentationen bieten sie personalisierte Angebote, rollenbasierte Nutzerzugänge, Self-Service-Funktionen sowie direkte Kommunikationskanäle per Chat oder Ticketsystem.

Diese Art von Portal dient als ‚Single Point of Contact‘ für Kunden und ist ein zentraler Einstiegspunkt für sämtliche Serviceanliegen, der Transparenz, Effizienz und Kundenzufriedenheit fördert. Unternehmen können Support-Prozesse optimieren, was insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau mit seinen individuellen Anforderungen von Bedeutung ist.

Interaktive Explosionszeichnung als digitaler Helfer

Ein praxisrelevanter Bestandteil moderner Serviceportale sind etwa digitale Explosionszeichnungen. Sie erlauben es Nutzern, Maschinen grafisch zu erkunden und benötigte Ersatzteile visuell zu identifizieren. Statt über Artikelnummern oder Tabellen zu suchen, klicken sich Kunden direkt durch die virtuelle Darstellung der Anlage – bis hin zur gewünschten Komponente.

Die Effekte: Die Fehlerquote bei Bestellungen sinkt, Rückfragen werden reduziert und der gesamte Prozess beschleunigt sich. Vor allem bei komplexen Maschinen, bei denen ein Bauteil je nach Konfiguration unterschiedliche Varianten haben kann, ist diese visuelle Navigation hilfreich. Kunden sparen Zeit und der Support wird entlastet. 3D-Visualisierungen, mit denen Bauteile in dreidimensionaler Ansicht rotiert und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden können, bieten hier besonders bei komplexen Maschinenkonstruktionen einen Mehrwert.

Per IoT zum intelligenten Portal

Sind Serviceportale unmittelbar mit Maschinendaten verknüpft, können Anlagen über IoT-Technologien kontinuierlich Statusinformationen an das Portal senden – etwa zu Laufzeiten, Temperaturen oder Verschleißgrenzen. Mögliche Probleme werden so früher sichtbar.

Ein Beispiel: Erkennt die Maschine auf Basis von Sensorwerten einen drohenden Ausfall, wird automatisch eine Wartungsempfehlung im Portal angezeigt. Gleichzeitig kann das System prüfen, welche Ersatzteile benötigt werden und Mitarbeiter können die erforderlichen Bestellungen abgeben. Dies reduziert Ausfallzeiten, die Wartungsplanung wird effizienter und Materialkosten werden gespart.

maschinenbau serviceportal
Bild: ©gorodenkoff/istockphoto.com

KI für Personalisierung und Automatisierung

Darüber hinaus hilft KI, den Service weiter zu individualisieren. KI-Algorithmen analysieren die im Portal generierten Daten, wodurch etwa auf dem bisherigen Nutzerverhalten basierende, automatisch passende Produktempfehlungen oder Anleitungen im Serviceportal eingeblendet werden können. Auch saisonale Muster oder typische Verschleißzyklen lassen sich identifizieren und liefern Erkenntnisse für Serviceverantwortliche und Produktentwicklung.

Ein weiterer Effekt ist, dass repetitive Aufgaben im Kundenservice – etwa häufig gestellte Fragen oder Standardprozesse – durch KI-gestützte digitale Berater oder automatische Workflows übernommen werden können. Dies reduziert den Aufwand für die Support-Teams und unterstützt die Servicegeschwindigkeit.

Systemintegration als Erfolgsfaktor

Damit diese Funktionen bestmöglich zusammenspielen, bedarf es der Integration des Serviceportals in die bestehende Systemlandschaft. Ob ERP, PIM, CRM, Shop, Konstruktionstools – viele Datenquellen müssen verknüpft werden. Besonders bei interaktiven Explosionszeichnungen ist die Qualität und Aktualität der Daten entscheidend: Nur wenn die Zeichnung mit den hinterlegten Stücklisten und Lagerinformationen synchronisiert ist, kann die Bestellung fehlerfrei erfolgen. Um solche Portale aufzusetzen, können Unternehmen auf externe Partner zurückgreifen. Diese helfen etwa mit strategischer Beratung, technischer Integration oder dem UX-Design.

Datenschutz beachten

Unternehmen sollten beim Einsatz von IoT-Technologien und KI zudem auf transparente Prozesse und eine datenschutzkonforme Architektur achten. Die Nutzer eines Serviceportals müssen nachvollziehen können, welche Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden – und wofür. Hier unterstützen Serviceportale Opt-in-Funktionen, rollenbasierte Zugriffskontrollen und detaillierte Protokollierungen. Überdies sollten Unternehmen nur Informationen erfassen, die benötigt werden, um die Kundeninteraktion zu verbessern.

Serviceportale sind Schlüssel zur Kundenbindung

Die Digitalisierung des Servicegeschäfts bietet für den Maschinen- und Anlagenbau Potenzial. Serviceportale können hier Funktionen wie IoT-gestützte Wartung, KI-basierte Personalisierung und visuelle Ersatzteilidentifikation über Explosionszeichnungen vereinen. Sie versprechen eine schnelle, treffsichere Ersatzteilbestellung über visuelle Navigation, vorausschauende Wartungsprozesse durch Echtzeitdatenanalyse, automatisierten und personalisierten sowie einen zentralen Zugang zu allen relevanten Informationen und Services. Damit werden Serviceportale zu digitalen Dreh- und Angelpunkten für das Kundenmanagement im Maschinenbau.



  • Dauerkrisen kosten Deutschland fast eine Billion Euro

    Dauerkrisen kosten Deutschland fast eine Billion Euro

    Corona, Kriege oder die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump haben die deutsche Wirtschaft seit 2020 stark belastet.

    mehr lesen: Dauerkrisen kosten Deutschland fast eine Billion Euro

  • IT&Production AI Conference 2026

    IT&Production AI Conference 2026

    KI verändert die industrielle IT. Das Versprechen: Effizienzgewinne, Kostenvorteile und Risikoreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

    mehr lesen: IT&Production AI Conference 2026

  • Webinar: Unified Namespace und IIoT – Datenraum für die Smart Factory

    Webinar: Unified Namespace und IIoT – Datenraum für die Smart Factory

    Der Unified Namespace soll alle Produktions- und Geschäftsdaten aus Maschinen, Sensoren und Systemen in einem gemeinsamen Echtzeit-Raum verfügbar machen – eine Single Source of Truth entsteht.

    mehr lesen: Webinar: Unified Namespace und IIoT – Datenraum für die Smart Factory

  • Forescout ernennt Regional Director für Zentraleuropa

    Forescout ernennt Regional Director für Zentraleuropa

    Forescout Technologies, ein Spezialist für Cybersicherheit, hat die Ernennung von Dirk Decker (Bild) zum Regional Director für Zentraleuropa bekanntgegeben.

    mehr lesen: Forescout ernennt Regional Director für Zentraleuropa

  • Immer weniger Arbeitsplätze hängen vom China-Geschäft ab

    Immer weniger Arbeitsplätze hängen vom China-Geschäft ab

    Die Anzahl der Arbeitsplätze in Deutschland, die vom Export nach China abhängen, ist seit 2021 um rund 40% gesunken, wie eine neue Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.

    mehr lesen: Immer weniger Arbeitsplätze hängen vom China-Geschäft ab

  • Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

    Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

    Gegen zwei Drittel der IT-Dienstleister wurden im vergangenen Jahr seitens ihrer Auftraggeber Vorwürfe wegen angeblicher Schlechtleistung erhoben.

    mehr lesen: Mehr IT-Dienstleister erleben Vorwürfe wegen Schlechtleistung

  • Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

    Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

    Enbik, ein in Taiwan beheimateter Hersteller für Industrial Edge Computing und IT-Hardware, und Edgecon gründen in Deggendorf ein Logistik- und Service-Büro für den deutschsprachigen Raum.

    mehr lesen: Enbik und Edgecon gründen Service-Büro

  • Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

    Zur Münchner Sicherheitskonferenz (13. bis 15. Februar) hat die Google Threat Intelligence Group (GTIG) einen Bericht veröffentlicht, mit dem die Verfasser die Debatte um KI-gestützte Bedrohungen auf eine operative Ebene…

    mehr lesen: Wenn KI-Modelle zum Angriffsziel werden

  • Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Ein Tag ohne Internet und alles steht still

    Laut einer Untersuchung des Bitkom ist die deutsche Wirtschaft schlecht auf hybride Bedrohungen wie Stromausfälle, Sabotage oder durch Ransomware lahmgelegte Fabriken vorbereitet.

    mehr lesen: Ein Tag ohne Internet und alles steht still

  • Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

    Artschwager + Kohl Software ist seit Januar 2026 Teil der Heitec-Gruppe.

    mehr lesen: Heitec übernimmt Artschwager + Kohl

  • Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek expandiert nach Kanada

    Lantek, Anbieter von Software für die metallverarbeitende Industrie, gibt die Eröffnung einer Niederlassung in Kanada als Teil seiner Wachstumsstrategie in Nordamerika bekannt.

    mehr lesen: Lantek expandiert nach Kanada

  • All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    All for One Group beteiligt sich an BrightFlare

    Die All for One Group, ein IT-, Consulting- und Service-Provider aus Filderstadt, beteiligt sich an dem österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare.

    mehr lesen: All for One Group beteiligt sich an BrightFlare