MES-Integration beim Medizintechnik-Spezialisten Medmix

Foto1 Produktion medmix
Bild: Medmix

Wer regelmäßig zum Zahnarzt geht, ist mit Produkten von Medmix Switzerland vielleicht schon in Berührung gekommen – auch im wörtlichen Sinne. Viele der Spritzen und Kanülen, die Pasten, Gelees und Füllungen für die Zahnbehandlung aufnehmen, stammen vom Schweizer Unternehmen. Die gefertigten Produkte kommen in Medizin, Healthcare, Beauty sowie in Industrie und Baubranche zum Einsatz. Damit sie funktionieren, müssen die Bauteile genau verarbeitet sein. Kritische Parameter wie die Beschaffenheit der Rohstoffe, Homogenität der Mischungen, Temperaturen, Druck in der Spritzgussform, Qualität der Form und Abkühlvorgang sind abzustimmen. Fehler bedeuten: Maschine stoppen, Teile aussortieren, Anlage neu einstellen. Das kostet Zeit und Geld.

Aufgabe und Anwendung

Um das zu vermeiden, war den Verantwortlichen bei Medmix klar, dass ein System gebraucht wird, das den Fertigungsprozess transparent macht und Daten erfasst, analysiert und kontrolliert. Wichtig war, dass sich das System über standardisierte Schnittstellen an das SAP-System anbinden lässt und Planungsfunktionen bietet. Das Manufacturing Execution System (MES) sollte einfach bedienbar sein. Das Partnerunternehmen sollte zudem in Asien Standorte haben. „Im Vorfeld haben wir daher viele Optionen diskutiert und uns verschiedene Anbieter angesehen. Doch bei MPDV passte das Gesamtpaket“, sagt Ronny Graf, Abteilungsleiter Injection-Moulding am Standort Haag in der Schweiz.

Sauberkeit und Präzision sind zentrale Anforderungen an die Produktion bei Medmix.
Sauberkeit und Präzision sind zentrale Anforderungen an die Produktion bei Medmix. – Bild: Medmix

Roll-out Schritt für Schritt

Die Einführung verlief von Beginn an zügig. Vom Kick-off bis zum Go-Live vergingen neun Monate. Das Team um Graf implementierte die Module schrittweise. In Phase eins wurden am Standort Haag die Module Leitstand (HLS), Betriebsdaten (BDE) sowie Werkzeug- und Ressourcenmanagement (WRM) eingeführt. In Phase zwei kam das Modul Maschinendaten (MDE) hinzu. Am Standort Haag sind 120 Spritzgussmaschinen und 42 Montageautomaten ans MES angebunden. Inzwischen nutzen auch der Standort in Shanghai und der in Wroclaw, Polen, das MES.

Zentrale Steuerung möglich

Mit den Modulen HLS, BDE und MDE lassen sich am Terminal an der Maschine Produktionszahlen wie Ausschuss oder Stückzahl in Echtzeit erfassen und vergleichen. Das Modul HLS ermöglicht zudem einen Überblick über Ressourcen. So kann die Fertigung über den Leitstand gesteuert und geplant werden. Mitarbeitende behalten die relevanten Ressourcen im Blick und können bei Maschinenausfall reagieren. „Durch Hydra können wir Stillstände heute auf ein Minimum reduzieren oder teilweise vermeiden. Denn Prozessschritte wie Planung, Beschaffung, Maschineneinstellung, Betrieb, Wartung und Qualitätskontrolle lassen sich aufeinander abstimmen“, sagt Ronny Graf. Das MES meldet die Zahl der produzierten Teile sowie den Status der Maschine zurück. Liegt der Output einer Maschine unter dem Soll, lassen sich Aufträge auf andere Maschinen verteilen, sodass Liefertermine eingehalten werden können. Zuvor wurden die Stückzahlen pro Maschine in Excel-Listen erfasst – ein Verfahren, das Zeit kostete und wenig Flexibilität bot. Heute sorgt insbesondere die gut eingestellte Kommunikation zwischen ERP-System und Hydra für flüssige Abläufe. So kann die Planungsabteilung Fertigungsaufträge an die Produktion übermitteln und schnell auf Veränderungen reagieren.



  • Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Die Nutzung von Containertechnologien steigt, was aber gilt es bei der Auswahl zu beachten? Der Software-Entwickler Red Hat gibt Antworten darauf.

    mehr lesen: Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

  • Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine…

    mehr lesen: Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

  • Software-as-a-Service für die Fertigung

    Software-as-a-Service für die Fertigung

    Die Komplexität des Maschinenparks erschwert es oft, geeignete Parameter für den optimalen Betrieb zu definieren. Hier kommt das Startup FactoryPal ins Spiel, das mit seiner KI-basierten Lösung Abhilfe schaffen will.

    mehr lesen: Software-as-a-Service für die Fertigung

  • Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

    Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

    Karl Tucholski ist neuer Head of Business Development bei Prime Computer für Deutschland und Österreich.

    mehr lesen: Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

  • Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

    Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

    Bitkom-Studie Nachhaltige Industrie durch neue Technologien Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Industrie 4.0-Technologien zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen können. Viele Unternehmen haben sich bereits eine Selbstverpflichtung zu Senkung…

    mehr lesen: Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

  • Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

    Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

    Die Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam. Bis das Vorkrisenniveau erreicht wird, könnte es laut Bundeswirtschaftsministerium noch bis 2022 dauern.

    mehr lesen: Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

  • Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

    Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

    Der Maschinen- und Anlagenbau kämpft gegen die Folgen der globalen Corona-Pandemie, aber auch gegen einen nach wie vor belastenden Protektionismus im internationalen Handel. Hinzu kommt ein industrieller Wandel, der sich…

    mehr lesen: Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

  • Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

    Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

    Das Fraunhofer IFF baut eine neue Forschungsfabrik im Magdeburger Wissenschaftshafen. Diese soll im Herbst 2021 fertig sein und neue Forschungsschwerpunkte beheimaten.

    mehr lesen: Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

  • KIT forscht an 6G-Technologien

    KIT forscht an 6G-Technologien

    Ein am KIT in Karlsruhe entwickeltes Konzept soll hohe Datenübertragungsraten bei niedrigen Kosten ermöglichen — für die sechste Generation des Mobilfunks. Dabei haben die Forscher die bislang höchste Datenrate in…

    mehr lesen: KIT forscht an 6G-Technologien

  • Industrie erwartet Produktionsplus

    Industrie erwartet Produktionsplus

    Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich laut aktuellen Zahlen des Ifo-Instituts leicht verbessert. Im Maschinenbau kletterten die Erwartungen, nach minus 12 Punkten im Juli, wieder in den positiven Bereich.

    mehr lesen: Industrie erwartet Produktionsplus

  • Expleo bezieht neues Technologiezentrum

    Expleo bezieht neues Technologiezentrum

    Anfang August hat Expleo sein neues Technologiezentrum bezogen. Dort sollen zukünftig Software- und Elektroniksysteme für automobile Anwendungen entwickelt werden.

    mehr lesen: Expleo bezieht neues Technologiezentrum

  • Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation

    Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation

    Der VDMA Fachverband Robotik + Automation hat mit Ralf Winkelmann ein neues Vorstandsmitglied berufen.

    mehr lesen: Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation