Traceability vom Rohstoff bis zum Kunden

Warehouse
Bild: MKW GmbH Digital Automation

Unternehmen müssen nachvollziehen können, welche Rohstoffe in der Fertigung verwendet wurden, in welchen Produktionsschritten diese verarbeitet wurden und an welche Abnehmer die Endprodukte geliefert wurden. Ohne ein funktionierendes Rückverfolgbarkeitssystem entsteht eine intransparente Lieferkette, die anfälliger für Fehler, Compliance-Verstöße und ineffiziente Prozesse ist. In einer globalisierten Wirtschaft mit komplexen Produktions- und Distributionsnetzwerken kann ein einziger Fehler weitreichende Konsequenzen haben. Die Rückverfolgbarkeit ermöglicht es, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gezielt Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen.

Regulatorische Treiber und branchenspezifische Anforderungen

Die zunehmende Regulierung verstärkt den Druck auf Unternehmen, transparente Lieferketten sicherzustellen. Vorschriften wie die EU-Verordnung zur Entwaldungsfreiheit, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sowie branchenspezifische Standards (z.B. ISO9001, IATF 16949 für die Automobilindustrie) erfordern eine detaillierte Dokumentation entlang der Wertschöpfungskette. Besonders in sicherheitskritischen Industrien wie der Lebensmittel-, Medizin- oder Automobilbranche sind umfassende Track-and-Trace-Systeme längst verpflichtend. In der Lebensmittelindustrie ermöglicht die Rückverfolgbarkeit die gezielte Identifikation problematischer Rohstoffquellen und trägt zur Risikominimierung von großflächigen Rückrufaktionen bei. In der Elektronikbranche ist eine präzise Rückverfolgbarkeit von Halbleitern und Baugruppen von entscheidender Relevanz, insbesondere angesichts wachsender Sicherheits- und Nachhaltigkeitsanforderungen und auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie ist die Rückverfolgbarkeit elementar, da selbst Materialabweichungen gravierende Konsequenzen haben können.

Rückverfolgbarkeit lässt sich heutzutage bis auf die Produktebene hinab realisieren.
Rückverfolgbarkeit lässt sich heutzutage bis auf die Produktebene hinab realisieren. – Bild: MKW GmbH Digital Automation

Herausforderungen bei Implementierungen

Obwohl der Nutzen von Traceability unbestritten ist, stehen viele Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen bei der Umsetzung. Häufig mangelt es an durchgängigen Systemen zur Erfassung, Speicherung und Auswertung relevanter Daten. Informationen sind oft über unterschiedliche ERP-, ME- oder Lagersysteme verteilt und nicht harmonisiert abrufbar. Dies führt zu isolierten Datensilos, die eine ganzheitliche Analyse erschweren. Fehlende Echtzeitüberwachung stellt ein weiteres Problem dar. Ohne kontinuierliche Datenerfassung und Analyse werden Probleme oft erst erkannt, wenn sie bereits operative Auswirkungen haben. Ein weiteres Hindernis ist die mangelnde Standardisierung der Datenstandards entlang der Lieferkette. Darüber hinaus sind Unternehmen einem hohen administrativen Aufwand ausgesetzt, da die manuelle Dokumentation von Materialbewegungen zeitaufwendig, fehleranfällig und ineffizient ist.

Chargenrückverfolgung als zentrale Komponente der Traceability

Ein wesentlicher Aspekt ist die Chargenrückverfolgung, welche es Unternehmen ermöglicht, die Herkunft und Verarbeitung einzelner Materialchargen zu dokumentieren und kritische Abweichungen frühzeitig zu identifizieren. Ein präzises Tracking über den gesamten Produktionsprozess hinweg erhöht nicht nur die Produktsicherheit, sondern vereinfacht auch regulatorische Prüfungen und Qualitätskontrollen. Die Effizienz der Produktionssteuerung wird gesteigert und Engpässe oder Qualitätsmängel können zielgenauer adressiert werden, anstatt flächendeckende Maßnahmen ergreifen zu müssen.

Beispielhafte Umsetzung einer Chargenrückverfolgung

Zur Veranschaulichung dient das nachfolgende Szenario: Zwei Vormaterialien, die jeweils mit individuellen Chargennummern versehen sind, werden zur Fertigung eines Endprodukts verwendet. Die hergestellten Produkte erhalten wiederum eigene Chargennummern und werden in Kartons verpackt, die auf Paletten gelagert werden. Bei einer Qualitätsabweichung in einem bestimmten Karton kann mithilfe einer digitalen Chargenrückverfolgung, wie sie Software wie MK-Label liefert, bestimmt werden, welche Charge an Vormaterial betroffen ist und welche weiteren Produkte potenziell fehlerhaft sein könnten. Dadurch lassen sich gezielt betroffene Chargen aus dem Verkehr ziehen, anstatt großflächige Produktionsausfälle zu riskieren.

Digitaltechnik für Rückverfolgbarkeit

Im Zuge der digitalen Transformation haben sich die Möglichkeiten der Rückverfolgbarkeit erheblich erweitert. Traceability-Systeme, die die Technologien des IoT, künstliche Intelligenz (KI) sowie cloudbasierte Plattformen integrieren, erlauben die Echtzeit-Erfassung von Materialflüssen und unterstützen datengetriebene Entscheidungsprozesse. Die automatisierte Datenerfassung durch den Einsatz von RFID-Tags sowie QR-Codes ermöglicht eine lückenlose Dokumentation und einen schnellen Zugriff auf kritische Informationen, was die Fehleranalyse erleichtert und die vorausschauende Wartung und Optimierung von Produktionsprozessen unterstützt. Echtzeit-Dashboards und -analysen ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der Lieferkette und frühzeitige Anomalieerkennung. Die Integration in bestehende IT-Systeme wie ERP-, MES- oder Scada-Plattformen kann die Effizienz über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg erhöhen.

www.mkware.de



  • Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

    Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ging im Juli auf 5,6 Millionen zurück, gegenüber 6,7 Millionen im Juni. Doch während immer mehr Händler und Dienstleister aufatmen können, sinken die Zahlen…

    mehr lesen: Nur noch 5,6 Millionen in Kurzarbeit

  • Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

    Rund 37 Prozent der produzierenden Unternehmen wollen Homeoffice auch nach der Corona-Krise nutzen. Vor Ausbruch der Pandemie waren es nur etwa 25 Prozent der Fertigungsbetriebe, wie eine repräsentative Umfrage des…

    mehr lesen: Auch nach der Pandemie mehr Homeoffice

  • Erwartungen für August steigen deutlich

    Erwartungen für August steigen deutlich

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im August 2020 gegenüber dem Vormonat wieder deutlich an, nachdem sie im Juli leicht zurückgegangen waren. Die Konjunkturerwartungen liegen aktuell bei 71,5 Punkten, also 12,2…

    mehr lesen: Erwartungen für August steigen deutlich

  • Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

    Die internetbasierte Veranstaltung IT meets OT am 08. September 2020 bietet Hintergrundwissen zu den zentralen Aspekten von OT- und IT-Architekturen. Dabei werden Fragen adressiert wie: Warum ist Integrität das Schutzziel…

    mehr lesen: Hintergrundwissen zur OT- und IT-Welt

  • Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric übernimmt Proleit

    Schneider Electric hat den MES-Anbieter Proleit AG erworben. Mit diesem Schritt will der französische Konzern seine Kompetenzen bei der Software-gestützten Automatisierung erweitern.

    mehr lesen: Schneider Electric übernimmt Proleit

  • Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

    Im Juli ist der Bitkom-Ifo-Digitalindex erneut gestiegen — der dritte Anstieg in Folge. Die Bitkom-Branche blickt zudem wieder in die Zukunft. Die Erwartungen an das nächste halbe Jahr liegen wider…

    mehr lesen: Konjunkturerholung in der Digitalbranche setzt sich fort

  • Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

    Siemens stellt sein Topmanagement um: Roland Busch übernimmt ab Oktober die Verantwortung für das Geschäftsjahr 2021. Auf der Hauptversammlung nächsten Februar löst Busch Topmanager Joe Kaeser als Vorstandsvorsitzenden ab. Digital…

    mehr lesen: Roland Busch folgt auf Joe Kaeser

  • Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

    Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.

    mehr lesen: Weniger Aufträge im ersten Halbjahr

  • Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

    Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.

    mehr lesen: Alexander Kläger ist neuer SAP Deutschland-Chef

  • Emotet ist zurück

    Emotet ist zurück

    Bereits im Februar 2020 berichteten wir von einem Cyberangriff mit dem Trojaner Emotet auf das Berliner Kammergericht. Mehr als 160 Tage nach der letzten bekannten Verbreitung der Schadsoftware konnten Sicherheitsforscher…

    mehr lesen: Emotet ist zurück

  • Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

    Das Internet der Dinge setzt sich in großem Stil durch, weil die potenziellen Vorteile immens sind. Ob es sich um Gebäude- und Straßenlichtsensoren, Überwachungskameras, IP-Telefone, Point-of-Sale-Systeme, Konferenzraumtechnik und vieles mehr…

    mehr lesen: Kein Unternehmen kommt ohne IoT-Sicherheit aus

  • Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen

    In jedem dritten Unternehmen (28 Prozent) gab es im letzten Jahr mindestens einen gravierenden Sicherheitsvorfall. Das sind 2 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Meist handelte es sich dabei…

    mehr lesen: Unternehmen sollten mehr auf Sicherheitsexperten setzen