Echtzeit-Simulation im Digital Twin

smart industry 4.0 futuristic technology concept engineer use a
Bild: ©MangKangMangMee/stock.adobe.com

Mit der Simulationsplattform iPhysics ermöglicht Machineering die physikalisch exakte Modellierung komplexer Prozesse sowie die nahtlose Integration realer Steuerungssysteme und Automatisierungskomponenten. Damit schafft die Plattform die Basis für moderne Engineering-Konzepte, bei denen Themen wie der standortunabhängigen Cloud-Nutzung, Safety-Signale und Energieverbrauch eine immer größere Rolle spielen. All diese Funktionen sind Bestandteil der neuesten iPhysics-Version, die um Features wie die Simulation in der Cloud, Echtzeitsimulation von Safety-Signalen sowie detaillierte Energieverbrauchsanalysen erweitert wurde.

Simulation in der Cloud

iPhysics bietet die Möglichkeit, Simulationen cloudbasiert auszuführen oder den digitalen Zwilling zentral über Serverstrukturen bereitzustellen. Dies unterstützt die standortübergreifende Zusammenarbeit, reduziert die lokalen Hardwareanforderungen und ermöglicht flexiblere Entwicklungs- und Analyseprozesse. So können Teams weltweit auf denselben Simulationsstand zugreifen, Änderungen nachvollziehen und gleichzeitig an Projekten arbeiten.

Darüber hinaus lassen sich durch die Cloud-Anbindung Simulationsergebnisse mit anderen IT-Systemen verknüpfen, beispielsweise mit MES-, ERP-Systemen oder KI-Algorithmen zur Prozessoptimierung. Damit wird der digitale Zwilling zu einem voll integrierten Element der industriellen Datenarchitektur und unterstützt datengetriebene Entscheidungen auf Managementebene ebenso wie im operativen Betrieb.

371417 machineering Presse 02
Energie- und Leistungsdaten können realitätsnah abgebildet werden. – Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Bidirektionale CAD-Schnittstelle

Die Erstellung von Simulationsmodellen gehört nach wie vor zu den aufwendigsten Schritten in der virtuellen Inbetriebnahme. Häufig müssen Modelle doppelt aufgebaut und gepflegt werden, da Konstruktion und Simulation getrennt voneinander laufen. iPhysics bietet hier einen durchgängigen Ansatz: CAD-Modelle lassen sich direkt einlesen und in simulationsfähige Modelle überführen. Damit bleiben Konstruktion und Simulation jederzeit miteinander verknüpft. Änderungen im CAD werden automatisch übernommen und stehen sofort auch in der Simulation zur Verfügung. Der bidirektionale Datenaustausch ermöglicht es, Konstruktionen unmittelbar zu überprüfen, Varianten schnell zu vergleichen und Ergebnisse ohne Verzögerung allen Beteiligten zugänglich zu machen.

371417 image001 23
Ausgehend vom CAD-Modell kann das Steuerungskonzept mit den beteiligten Komponenten evaluiert werden. – Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Unterstützt werden gängige Systeme wie Creo Elements, Creo Parametric, Inventor, IronCAD, SolidWorks und Solid Edge. Darüber hinaus sind STEP- und AutomationML-Importe möglich sowie Anbindungen an PDM-Systeme wie SAP, Teamcenter oder Windchill. Eine automatische Datenentfeinerung reduziert Geometrien effizient, während CAD-Bauteile direkt mit Simulationseigenschaften angereichert werden.

Darauf basierend kann das Management die Arbeiten der Teams aus Mechanik-Konstruktion und Automation digital synchronisieren und insbesondere deren Datenräume zusammenzuführen. So wird die Zusammenarbeit rückwärtskompatibel – also unter voller Weiternutzung aller Datenbestände – in die Moderne geführt.

Energieverbrauch simulieren

In der aktuellen Version der Software werden Antriebssysteme und mechanische Komponenten so modelliert, dass Energie- und Leistungsdaten realitätsnah abgebildet werden können. Auf dem neu gestalteten Dashboard können Entscheidungsträger den tatsächlichen Energieverbrauch einzelner Achsen oder Aggregate ablesen. Kern der Neuerung ist die Möglichkeit, energieintensive Abläufe wie Beschleunigungsbewegungen oder Leerlaufzustände früh in der Planung zu erkennen und durch gezielte Profiloptimierung zu reduzieren. Das reduziert den Energieverbrauch und ermöglicht fundierte Entscheidungen in Bezug auf umweltfreundlichere Produktion und Ressourcennutzung. Die Simulation schafft damit eine Basis für strategische Entscheidungen mit Blick auf ESG-Ziele und die Reduktion des CO2-Fußabdrucks. In naher Zukunft sind automatische Regelmechanismen denkbar, die anhand von Live-Daten adaptive Anpassungen im Energiemanagement erlauben.

iPhysics trifft CtrlX

Machineering ist bereits seit mehreren Jahren Mitglied des Bosch Rexroth CtrlX World Partnerprogramms. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde die iPhysics-Plattform mit dem offenen Automatisierungssystem CtrlX Automation verbunden. Über die Steuerung CtrlX Core kann iPhysics direkt mit realen Steuerungssignalen kommunizieren. Dadurch entsteht eine durchgängige Simulationsumgebung, in der sich Software- und Hardware-in-the-Loop-Szenarien mit originaler Steuerungssoftware realisieren lassen – bereits ohne physische Maschine. Die Partnerschaft beider Unternehmen zeigt, wie sich Simulations- und Automatisierungswelten verbinden lassen. Der gemeinsame Ansatz senkt die Hürden beim Einstieg in die Simulation, vereinfacht die Integration in bestehende Infrastrukturen und unterstützt Unternehmen dabei, Industrie 4.0-Potenziale konkret zu nutzen.



  • Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Die Agentur Strobl als Veranstalter des Automatisierungstreffs hat für die diesjährige Ausgabe im April ein positives Fazit gezogen.

    mehr lesen: Automatisierungstreff wieder erfolgreich

  • TXOne ernennt neuen CRO

    TXOne ernennt neuen CRO

    Stephen Driggers, zuletzt CRO bei Nozomi Networks, heuert bei TXOne Networks an und übernimmt dort ebenfalls die Position des Chief Revenue Officers.

    mehr lesen: TXOne ernennt neuen CRO

  • VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    Auf dem 25. VDI-Kongress Automation haben die mehr als 350 Teilnehmenden unter dem Motto ’AI beats Automation?‘ über Zukunftstrends diskutiert.

    mehr lesen: VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

  • Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Durch NIS2 und KRITIS-Dachgesetz erweitert sich die Zahl der regulierten Organisationen auf über 30.000. Der Eco Verband gibt Unternehmen daher Tipps an die Hand, wie sie die Cyber-Resilienz ihrer industrieller…

    mehr lesen: Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

  • GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    Im Projekt GenISys entwickeln Forschende der Bergischen Universität gemeinsam mit zwei Praxispartnern generative KI-Modelle, mit denen der Bau von Abfüllanlagen zukünftig intelligenter und ressourcenschonender vonstatten gehen soll.

    mehr lesen: GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

  • Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Die Stimmung im Maschinenbau hat sich eingetrübt, auch mit Blick auf das Gesamtjahr. Laut VDMA-Konjunkturumfrage werden die Investitionen erst 2025 wieder steigen.

    mehr lesen: Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

  • Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

    Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

    Vom Bodensee aus soll eine neue Entwicklungsabteilung die Teams des Wuppertaler Softwarespezialisten unterstützen.

    mehr lesen: Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

  • Was Deskless Worker bewegt

    Was Deskless Worker bewegt

    Eine aktuelle Studie des Aachener Softwarespezialisten Inform unter Mitarbeitenden aus dem produzierenden Gewerbe zeigt, dass sich sogenannte Deskless Worker von ihren Arbeitgebern neben guter Bezahlung vor allem bessere Kommunikation und…

    mehr lesen: Was Deskless Worker bewegt

  • Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung

    Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung

    Open Mind beteiligt sich am Verbundprojekt ’CICAM – Computational Intelligence for Computer-aided Manufacturing’ des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften an der Technischen Universität München und Spanflug Technologies. Das Forschungsprojekt hat…

    mehr lesen: Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung

  • PWC-Maschinenbaubarometer: Verunsicherung weiterhin hoch

    PWC-Maschinenbaubarometer: Verunsicherung weiterhin hoch

    Das aktuelle Maschinenbaubarometer von PWC zeigt zwar, dass die Anzahl derjenigen, die optimistisch auf die Entwicklung der deutschen und weltweiten Konjunktur blicken, im Vergleich zum Vorquartal gestiegen ist. Allerdings liegt…

    mehr lesen: PWC-Maschinenbaubarometer: Verunsicherung weiterhin hoch

  • Wie sicher ist Open Source Software?

    Wie sicher ist Open Source Software?

    Anfang April hat ein Microsoft-Ingenieur einen Hackerangriff auf die Linux Software in letzter Minute vereitelt. Dies warf die Frage auf, wie es um die Sicherheit von Open Source Software (OSS)…

    mehr lesen: Wie sicher ist Open Source Software?

  • MVTec sieht geistiges Eigentum verletzt

    MVTec sieht geistiges Eigentum verletzt

    Taiwanesische Behörden haben ein Strafverfahren gegen Kameralinsen-Hersteller Largan eingeleitet. Gegenstand des Verfahrens ist die unrechtmäßige Nutzung der Softwareprodukte von MVTec Software.

    mehr lesen: MVTec sieht geistiges Eigentum verletzt