Für große Datenmengen

Neben Grafana kommt in vielen Industrieprojekten eine Zeitreihendatenbank zum Einsatz, die auf hohe Performance und Skalierbarkeit ausgelegt ist. Lange Zeit galt Prometheus hier als Platzhirsch, doch mittlerweile entscheiden sich immer mehr Unternehmen für VictoriaMetrics. Die Open-Source-Datenbank wurde speziell für den Umgang mit großen Datenströmen entwickelt, wie sie bei der Überwachung kompletter Fertigungsstraßen auftreten. VictoriaMetrics zeichnet sich dabei nicht nur durch schnelle Verarbeitung aus, sondern auch durch den vergleichsweise geringen Ressourcenbedarf. Anwender berichten von einer bis zu 20-mal schnelleren Datenverarbeitung im Vergleich zu InfluxDB, sowie signifikant geringerem Ressourcenverbrauch gegenüber etablierten Anwendungen wie Prometheus, Thanos oder Cortex. Das ist besonders vorteilhaft in Umgebungen, in denen unzählige Sensoren gleichzeitig Daten liefern, etwa bei komplexen Maschinenparks mit mehreren Produktionsschritten. Darüber hinaus bietet VictoriaMetrics eine nahezu vollständige Kompatibilität mit der Prometheus-Welt. Das System unterstützt PromQL (bzw. die erweiterte Abfragesprache MetricsQL) und kann Dashboards, Exporter sowie vorhandene Konfigurationen weiternutzen, was eine schrittweise Migration ermöglicht. Unternehmen, die bereits Prometheus-Dashboards und Exporter im Einsatz haben, können ihre bestehende Architektur oft beibehalten und dennoch die Vorteile von VictoriaMetrics in puncto Langzeitarchivierung und Hochverfügbarkeit nutzen. Die integrierte Cluster-Architektur ermöglicht zudem eine sichere Speicherung selbst bei Ausfällen einzelner Knoten im Netzwerk. Für produzierende Betriebe, die ihre Prozessdaten oft über viele Jahre hinweg analysieren möchten, ist das ein wesentlicher Pluspunkt.

App kombiniert beide Tools

Um Industrieunternehmen beim Einstieg in Condition Monitoring zu unterstützen, hat die Firma In.Hub das Betriebssystem Siineos entwickelt. Diese Anwendung kombiniert Grafana und VictoriaMetrics in einer App, die sich vorkonfiguriert installieren lässt, um den Einrichtungsprozess des Monitoring-Systems zu beschleunigen – etwa auf einem Edge-Gateway nah an den Maschinen oder Anlagen. Dabei wurde das Prinzip Plug and Play als Leitlinie bei der Programmierung der App befolgt. Sobald das Gateway hochgefahren ist, stehen diverse Apps wie Grafana und VictoriaMetrics zur Verfügung. Sämtliche Daten können lokal verarbeitet werden, sofern keine Cloud-Anbindung gewünscht ist. Darüber hinaus lassen sich die aufgezeichneten Daten im Netzwerk freigeben, um sie mit anderen Systemen oder Abteilungen zu teilen. So kann die IT-Abteilung die Daten konsolidieren und übergreifend auswerten, während ein Techniker vor Ort weiter die Daten seiner Maschine überwacht.

Skalierbar und offen

Was heute noch eine überschaubare Anzahl an Sensoren und Maschinen ist, kann morgen bereits ein kompletter Fertigungscluster mit Dutzenden Anlagen sein. Grafana und VictoriaMetrics gelten hier als zukunftssicher, da sie sich skalieren lassen. Maschinen oder neue Datentypen können mit einfach eingebunden werden. Beide Tools sind Open Source und verfügen über eine große Community. Dadurch existieren zahlreiche Plug-ins, Dashboards und Integrationsmöglichkeiten, um besondere Anforderungen abzudecken. In.Hub will bei seiner Anwendung sicherstellen, dass neue Technologien oder externe Tools stets eingebunden werden können.

Seiten: 1 2



  • Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

    Deutsche Führungskräfte wollen dem Hype um künstliche Intelligenz (KI) folgen, so das Ergebnis einer Studie von IFS. Die Unternehmen sind jedoch noch nicht in der Lage, die Erwartungen an die…

    mehr lesen: Unternehmen können KI-Erwartungen des Managements nicht erfüllen

  • Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

    Die Unternehmen Trumpf und SiMa.ai entwickeln KI-Chips und Software zur Verbesserung von Schweiß-, Schneid- und Markierprozessen. Die Technologie soll für effizientere Laseranwendungen sorgen.

    mehr lesen: Trumpf und SiMa.ai statten Lasersysteme mit KI-Chips aus

  • Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

    Werkzeugbahnen für Zerspanprozesse in CAM-Systemen zu planen erfordert Expertenwissen. Viele Parameter müssen bestimmt und geprüft werden, um die Bahnplanung Schritt für Schritt zu optimieren. Im Projekt CAMStylus arbeiten die Beteiligten…

    mehr lesen: Werkzeugbahnen im virtuellen Raum planen und skizzieren

  • Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Automatisierungstreff wieder erfolgreich

    Die Agentur Strobl als Veranstalter des Automatisierungstreffs hat für die diesjährige Ausgabe im April ein positives Fazit gezogen.

    mehr lesen: Automatisierungstreff wieder erfolgreich

  • TXOne ernennt neuen CRO

    TXOne ernennt neuen CRO

    Stephen Driggers, zuletzt CRO bei Nozomi Networks, heuert bei TXOne Networks an und übernimmt dort ebenfalls die Position des Chief Revenue Officers.

    mehr lesen: TXOne ernennt neuen CRO

  • VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

    Auf dem 25. VDI-Kongress Automation haben die mehr als 350 Teilnehmenden unter dem Motto ’AI beats Automation?‘ über Zukunftstrends diskutiert.

    mehr lesen: VDI-Kongress diskutiert Zukunftstrends der Industrie

  • Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

    Durch NIS2 und KRITIS-Dachgesetz erweitert sich die Zahl der regulierten Organisationen auf über 30.000. Der Eco Verband gibt Unternehmen daher Tipps an die Hand, wie sie die Cyber-Resilienz ihrer industrieller…

    mehr lesen: Neun Tipps für mehr OT-Sicherheit

  • GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

    Im Projekt GenISys entwickeln Forschende der Bergischen Universität gemeinsam mit zwei Praxispartnern generative KI-Modelle, mit denen der Bau von Abfüllanlagen zukünftig intelligenter und ressourcenschonender vonstatten gehen soll.

    mehr lesen: GenISys will Abfüllanlagen einfach konfigurierbar machen

  • Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

    Die Stimmung im Maschinenbau hat sich eingetrübt, auch mit Blick auf das Gesamtjahr. Laut VDMA-Konjunkturumfrage werden die Investitionen erst 2025 wieder steigen.

    mehr lesen: Maschinenbauer rechnen erst 2025 mit Erholung

  • Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

    Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

    Vom Bodensee aus soll eine neue Entwicklungsabteilung die Teams des Wuppertaler Softwarespezialisten unterstützen.

    mehr lesen: Babtec eröffnet Standort in Friedrichshafen

  • Was Deskless Worker bewegt

    Was Deskless Worker bewegt

    Eine aktuelle Studie des Aachener Softwarespezialisten Inform unter Mitarbeitenden aus dem produzierenden Gewerbe zeigt, dass sich sogenannte Deskless Worker von ihren Arbeitgebern neben guter Bezahlung vor allem bessere Kommunikation und…

    mehr lesen: Was Deskless Worker bewegt

  • Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung

    Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung

    Open Mind beteiligt sich am Verbundprojekt ’CICAM – Computational Intelligence for Computer-aided Manufacturing’ des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften an der Technischen Universität München und Spanflug Technologies. Das Forschungsprojekt hat…

    mehr lesen: Selbstlernende Optimierung für hybride Bearbeitung