Risikoreiche KI per Red Teaming testen

Programmer people working laptops or smartphones with AI artificial intelligence software engineer coding on laptop computers with technology icons and binary code big data Ai bot digital machine
Bild: ©Bussarin/stock.adobe.com

Die KI-Verordnung der EU sieht vor, dass Künstliche-Intelligenz-Modelle (KI) „für allgemeine Zwecke mit systemischem Risiko“ besonders strikt überprüft werden. In diese Modellkategorie gehören auch populäre generative KI-Modelle wie GPT4 von OpenAI. Forschende vom ZEW Mannheim schlagen nun Rahmenbedingungen vor, wie die Prüfungen solcher Modelle systematisch durchgeführt werden sollten. Der Vorschlag basiert auf einem Forschungsprojekt, das von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wurde.

„Die Prüfung generativer KI mit systemischen Risiken benötigt klar definierte Ziele, abgegrenzte Rollen sowie Anreiz- und Koordinierungssysteme für alle Beteiligten. Nur so sind verlässliche Prüfergebnisse zu erwarten – und diese sollten in standardisierter Form veröffentlicht werden. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollte die Prüfung durch unabhängige Dritte durchgeführt werden. Als externe Dienstleistung kann so ein spezialisierter Markt für KI-Sicherheitstests entstehen“, fasst Dr. Dominik Rehse, Ko-Autor des Vorschlags und Leiter der ZEW-Nachwuchsforschungsgruppe ’Design digitaler Märkte’, zusammen.

KI-Verordnung sieht Adversarial Testing vor

Die KI-Verordnung sieht vor, dass betreffende KI-Modelle durch sogenanntes Adversarial Testing systematisch auf Schwachstellen geprüft werden. Dabei handelt es sich um Stresstests, die darauf ausgelegt sind, die KI-Modelle durch wiederholte Interaktion zu unerwünschtem Verhalten zu provozieren.

Allerdings sei das Adversarial Testing in der KI-Verordnung nicht genauer geregelt, so Rehse. „Die Vorgabe verweist lediglich auf Verhaltenskodizes und harmonisierte Standards, die nun entwickelt werden. Es gilt, diese Kodizes und Standards so zu gestalten, dass sie zu einer effizienten und effektiven Prüfung führen.“

Per Red Teaming testen

Hierfür eignet sich aus Sicht der ZEW-Wissenschaftler insbesondere das sogenannte Red Teaming. Diese umfassendere Form des geforderten Adversarial Testing bezieht zusätzlich verschiedene Arten von Angriffen auf das Modell selbst ein.

„Internes Red Teaming wird zwar nach eigenem Bekunden von den meisten großen KI-Entwicklungshäusern bereits durchgeführt, allerdings gibt es dafür keine standardisierten Ansätze, auch nicht für KI-Modelle desselben Typs. Dadurch wird der Vergleich der Ergebnisse unnötig erschwert. Vor allem fehlt bei den derzeitigen Versuchen meist ein klar definiertes Ziel, sodass unklar ist, ob und wann ein Modell ausreichend getestet wurde“, kritisiert ZEW-Wissenschaftler Sebastian Valet, Ko-Autor aus dem Forschungsbereich ’Digitale Ökonomie’.

Vier definierte Rollen

Entsprechend müssen für das Red Teaming klare Strukturen und Rollen definiert werden, damit die Potenziale dieses Prüfverfahrens effizient genutzt werden können. Die ZEW-Wissenschaftler schlagen dafür vier definierte Rollen vor, die je eigene Aufgaben, Ziele und Anreize haben, um den Prüfprozess möglichst effizient zu gestalten. Die Rollen sind 1) die Organisatoren der Prüfung, 2) das testende Red-Team, 3) Validierer, die entscheiden, ob tatsächlich ein Fehlverhalten gefunden wurde, und 4) das KI-Entwicklerteam. Jede dieser Rollen sollte dabei von unabhängigen Einheiten ausgefüllt werden. Nur so habe beispielsweise ein testendes Red-Team einen Anreiz seine Aufgabe bestmöglich zu erfüllen, so die Wissenschaftler.



  • Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

    Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

    Itac Software hat Monika Pienkos die Leitung der Software- und Produktentwicklung übertragen. Die Diplom-Informatikerin kommt von CompuGroup Medical Deutschalnd zum MES-Sepzialisten.

    mehr lesen: Monika Pienkos leitet Produktentwicklung bei Itac

  • Keine Datengrundlage für besseren Service

    Keine Datengrundlage für besseren Service

    Vielen Unternehmen fehlt die nötige Datengrundlage, um ihre Serviceangebote zu verbessern. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Bearing Point hervor. Demnach haben 40 Prozent der befragten Unternehmen keinen oder…

    mehr lesen: Keine Datengrundlage für besseren Service

  • Maintenance in Dortmund

    Maintenance in Dortmund

    Die Maintenance geht 2020 ins mittlerweile elfte Jahr. Vom 12. bis zum 13. Februar werden rund 220 Aussteller in den Dortmunder Messehallen erwartet.

    mehr lesen: Maintenance in Dortmund

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

    Die Nutzung von privaten 5G-Frequenzen kann beginnen. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mitteilt, können Unternehmen ab sofort Anträge stellen.

    mehr lesen: Unternehmen können Anträge für 5G-Frequenzen stellen

  • Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

    Seit Anfang November ist Frank Steinhoff (Bild) neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation. Er ist am Hauptsitz des Unternehmens in Haar bei München tätig.

    mehr lesen: Neuer Geschäftsführer bei Softing Industrial Automation

  • Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

    Nach dem Start der Frequenzvergabe für industrielle und landwirtschaftliche 5G-Netze äußern sich die vier Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI in einer gemeinsamen Pressemitteilung zu den Vergabebedingungen.

    mehr lesen: Industrieverbände begrüßen Vergabebedingungen

  • Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

    Die Abkühlung der Weltwirtschaft hinterlässt Bremsspuren in den deutschen Maschinenexporten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten die Auslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 0,6% oder 0,82Mrd.€…

    mehr lesen: Frankreich als Wachstumsmotor für deutsche Maschinenausfuhren

  • Automation trifft Software

    Automation trifft Software

    Vom 26. bis zum 28. November 2019 wird das Nürnberger Messegelände zum Branchentreff der Automatisierungstechnik. Dabei weist die SPS – Smart Production Solutions in diesem Jahr erstmals bereits im Namen…

    mehr lesen: Automation trifft Software

  • Branchentreff in Hamburg

    Branchentreff in Hamburg

    Die Nortec – Fachmesse für Produktion lädt vom 21. bis zum 24. Januar nach Hamburg ein. Unter dem Motto ‘Zukunft? Läuft!‘ finden Besucher Lösungen und Technologien für eine moderne Produktion.

    mehr lesen: Branchentreff in Hamburg

  • Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

    Der Softwareanbieter Sage hat fünf IT-Trends identifiziert, die 2020 für Unternehmen wichtig werden — darunter die Themen Hybrid Cloud, Predictive Data Analytics und Nachhaltigkeit.

    mehr lesen: Was im nächsten Jahr auf die Unternehmens-IT zukommt

  • VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück

    Im dritten Quartal 2019 sank der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25%. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 29% zurück. Die Auslandsbestellungen verloren 23%.…

    mehr lesen: VDW nimmt Produktionsprognose für 2019 zurück