Mit künstlicher Intelligenz gegen Krisen

Roboterhund Spot 1
Bild: ©Advancis Software & Services GmbH

Ob Streiks, geschlossene Häfen oder kriegerische Handlungen die Stabilität von Lieferketten gefährden oder Naturkatastrophen und infektiöse Krankheitswellen einen Krisenfall auslösen: Schnelles und entschiedenes Handeln ist erforderlich. Das ist aber gerade in Akutsituationen schwierig. Wie künstliche Intelligenz dabei helfen kann, Krisen besser zu antizipieren und zu managen, zeigen Forschungsprojekte des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten KI-Innovationswettbewerbs. Diese wurden nun auf dem Demo Day ’KrisenFest’ in Berlin vorgestellt:

  • Die KI-basierte Informationsplattform für effizientes Krisenmanagement des Forschungsprojektes CoyPu vernetzt, analysiert und bewertet gesamtwirtschaftliche, branchenspezifische und unternehmensinterne Daten. Folgende Anwendungsszenarien der Plattform wurden demonstriert: Die Identifizierung von krisenbedingten Lieferketten-Störungen in regionalen/sächsischen Wirtschaftsräumen, die dialogorientierte Abfrage zur Erkennung potenzieller Risiken in Lieferketten analog zu ChatGPT, der Material-Monitor zur dynamischen Material-Überwachung und ein KI- und simulationsbasiertes Produktionsplanungstool.
  • Daki-FWS entwickelt eine KI-basierte Analyse-Plattform, die eine Vielzahl verschiedener Datenquellen nutzt, um Unternehmen und öffentliche Organisationen mit Prognosen und Informationen im Rahmen von potenziellen und auftretenden Krisenszenarien zu versorgen. Konkrete Einsatzszenarien zeigte das Team einerseits im Rahmen einer KI-basierten Prognose zum Populationsverhalten in Städten und Regionen; andererseits in Form eines Dashboards, um saisonale Vorhersagen von Überschwemmungen und Dürren in deutschen Flusseinzugsgebieten zu ermöglichen.
  • Die Markt- und Vernetzungsplattform, die das Projekt Kiss entwickelt, vernetzt Krankenhäuser, Hilfsorganisationen und Hersteller. Ein Chatbot führt anhand von Fragen durch die Bedarfsanalyse und hilft dabei, die genauen Spezifikationen zu identifizieren, die ein benötigtes Produkt haben muss. Zusätzlich bietet die Plattform ein passgenaues Matching an. Insbesondere im Krisenfall können Einrichtungen so dank KI-gestützter Analyse und Simulationen niedrigschwellig und vor allem zügig mit Lieferanten aus der additiven Fertigung in Kontakt treten.
  • Bei Pairs werden KI-Services für das Krisenmanagement in Krankenhäusern, zum Bevölkerungsschutz oder Lieferkettenmanagement für KMU entwickelt, mit denen sich Krisen schon in ihrer Entstehung identifizieren lassen und entsprechende Maßnahmen abgeleitet werden können. Auf dem Demo Day präsentierte das Projektteam den Einsatz der Plattform in unterschiedlichen Szenarien: Vom Einsatz in der Epidemiefrüherkennung über eine Möglichkeit zur KI-basierten Einsatzplanung im Bevölkerungsschutz bis hin zum Supply Chain Radar zum präventiven Lieferkettenmanagement.
  • Das Projekt ResKriVer entwickelt eine wissensbasierte Plattform für resiliente Versorgungsnetze, mit der Krisenstäbe, Unternehmen und Redaktionen krisenrelevante Informationen beziehen und Auswirkungen von Engpässen in Versorgungsketten prognostiziert werden können. Sie kann, wie das Team auf der Veranstaltung zeigte, zum Social-Media-Monitoring in Krisensituationen für Leitstellen und Redaktionen eingesetzt werden, als KI- und simulationsbasierter Dienst zur Evaluierung der Versorgungssicherheit, um Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgabe zu unterstützen oder zur kartenbasierten Erfassung von Lieferketten-Informationen, um die Konsequenzen von Veränderungen zu analysieren.
  • Im Projekt Spell entsteht eine Plattform zur intelligenten Entscheidungs- und Einsatzunterstützung in Leitstellen und beim Lagemanagement, die in Krisensituationen zur Gefahrenabwehr und Nothilfe sowie zur Prävention von Gefahrensituationen und Koordination von Handlungen und Informationsverbreitung in Krisenereignissen eingesetzt werden kann. Auf dem Demo Day konnten Anwendende erleben, wie das System als KI-gestützte Notrufassistenz für Leitstellen Simultanübersetzungen, Vorschläge für weiterführende Fragen oder Entscheidungsunterstützung anbietet. Unter dem Namen EmEye-T kann der rechtssichere Zugriff auf mobile Endgeräte wie Smartphones, Datenbrillen und Drohnen vor Ort ebenfalls zum Informationsgewinn eingesetzt werden.

Der Demo Day ist ein regelmäßiges Event des Forums Digitale Technologien, das in diesem Jahr unter dem Titel ’KrisenFest’ zur Krisenbewältigung mit KI mit dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Technologieprogramm KI-Innovationswettbewerb veranstaltet wurde.



  • Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

    Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

    Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Bots und Automatisierung, um ihre Angriffe effizienter zu gestalten und einer Entdeckung zu entgehen. Barracuda analysierte eine zweimonatige Datenstichprobe zu Angriffen auf Webanwendungen, die von Barracuda-Systemen…

    mehr lesen: Automatisierte Cyberangriffe auf Webanwendungen

  • Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

    Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

    Bosch und Microsoft wollen eine Softwareplattform für die nahtlose Vernetzung von Autos und Cloud entwickeln.

    mehr lesen: Softwareplattform für vernetzte Fahrzeuge

  • Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

    Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

    Rund drei Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO und den damit verbundenen Verschärfungen im Umgang mit personenbezogenen Daten, waren sich noch zu Beginn des letzten Jahres immer mehr Unternehmen und Behörden…

    mehr lesen: Die Pandemie hat Missstände deutlich gemacht

  • Itac Software übernimmt Cogiscan

    Itac Software übernimmt Cogiscan

    Mit der Übernahme des kanadischen Unternehmens Cogiscan will Itac Software sein Portfolio an Industrie 4.0-Lösungen erweitern.

    mehr lesen: Itac Software übernimmt Cogiscan

  • Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

    Im Jahr 2019 haben die Innovationsausgaben deutscher Unternehmen einen neuen Rekordwert erreicht. Für 2020 gehen die Autoren der Innovationserhebung von einem Rückgang der Ausgaben aus.

    mehr lesen: Neuer Spitzenwert und unsicherer Ausblick

  • Neuer CEO für Visometry

    Neuer CEO für Visometry

    Klaus Dibbern wird CEO des Augmented Reality-Spezialisten Visometry. Gleichzeitig wird Harald Wuest CPO des Unternehmens.

    mehr lesen: Neuer CEO für Visometry

  • Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

    Kommt es durch eine Cyberattacke zum Datendiebstahl, so stellt es für Unternehmen ein Worst-Case-Szenario dar – können doch erheblich finanzielle und materielle Schäden entstehen. In solchen Situationen muss auch die…

    mehr lesen: Wie kommuniziert man eine Cyberattacke?

  • T-Systems setzt auf die Cloud

    T-Systems setzt auf die Cloud

    ‚Cloud First‘ T-Systems setzt auf die Cloud T-Systems will sich strategisch neu aufstellen. Mit ‘Cloud First‘ setzt das Unternehmen künftig auf die Cloud. Die Investitionen in den Ausbau der Cloud…

    mehr lesen: T-Systems setzt auf die Cloud

  • Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Markus Asch wird CEO bei Rittal

    Rittal hat einen neuen CEO. Markus Asch hat den Posten beim Herborner Unternehmen zum 1. Februar übernommen.

    mehr lesen: Markus Asch wird CEO bei Rittal

  • Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

    Wenn es um die Digitalisierung der eigenen Unternehmensprozesse geht, sehen IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen Bedarf in vielen Bereichen. Laut einer Studie des Analystenhauses Techconsult im Auftrag von Valantic liegt dabei…

    mehr lesen: Der Digitalisierungsbedarf ist hoch

  • Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

    Software und Hardware für vernetzte eingebettete Systeme müssen höchste Anforderungen an Sicherheit, Echtzeitfähigkeit, Energie- und Ressourceneffizienz erfüllen. In dem am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten Projekt Xandar erarbeiten acht…

    mehr lesen: Mehr Sicherheit für eingebettete Systeme

  • Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X

    Im Projekt Gaia-X sollen Datenräume entstehen, die europäischen Datenschutz-Standards entsprechen und die unabhängig von den großen Hyperscalern sind. Für Marc Schieder, CIO von Dracoon, entscheidet sich in diesem Jahr, ob…

    mehr lesen: Schicksalsjahr für die Eurocloud Gaia-X