Werkzeugverwaltung mit Coscom-Software: Toolmanagement zentralisiert

Flechtmaschinen für den Weltmarkt: Das familiengeführte Unternehmen Herzog aus Oldenburg beschäftigt rund 150 Mitarbeiter - und liefert in die ganze Welt.
Flechtmaschinen für den Weltmarkt: Das familiengeführte Unternehmen Herzog aus Oldenburg beschäftigt rund 150 Mitarbeiter – und liefert in die ganze Welt. – Bild: Herzog GmbH

Seit 1861 fertigt die Firma Herzog aus Oldenburg Flecht- und Spulmaschinen. Diese werden hauptsächlich nach einem Engineering-to-Order-Geschäftsmodell auf den Markt gebracht. Konstruiert wird im Haus mit den PTC-Systemen Creo Elements/Direct Modeling und Creo Elements/Direct Model Manager. Businessprozesse wie die Auftragsplanung und -abwicklung und die Erstellung der Fertigungsstücklisten erfolgen über das ERP-System ProAlpha.

Die Plattform vernetzt Menschen, Maschinen und Softwaresysteme.
Die Plattform vernetzt Menschen, Maschinen und Softwaresysteme. – Bild: Coscom Computer GmbH

Neue Werkzeugverwaltung

Der Maschinenbauer wollte das zuvor im Einsatz befindliche Werkzeugverwaltungssystem durch die Software ToolDirector VM von Coscom ablösen. Die neue Software übernimmt nun neben der bisherigen Werkzeugverwaltung auch das Handling der Betriebsmittelprozesse insgesamt. So wurden etwa ein Messgerät sowie Lifte eingebunden, was zuvor nicht möglich war. Da der Maschinenbauer zu diesem Zeitpunkt einen Produktionsstandort in Oldenburg errichtete, war es den Verantwortlichen wichtig, die IT-Prozesse 1:1 in das neue Werk übernehmen zu können. Ein Ziel, das mit dem Anbieterwechsel erreicht wurde.

Datendrehscheibe unter dem ERP-System

Das Werkzeugverwaltungssystem ist in die Daten-Plattform Eco integriert. Diese funktioniert wie ein Drehkreuz, über das Daten zu ihren Bestimmungsorten weitergeleitet werden, beispielsweise an die CAM-Systeme oder die Werkzeugvoreinstellung. Zudem liefert die Software alle benötigten Prozessdaten, bis zu den Infopoints direkt an den Maschinen. Damit verfügt der Maschinenbauer nun über eine zentrale Daten- und Prozessdrehscheibe unterhalb des ERP-Systems.

CAM-Systeme angebunden

Als Herausforderung erwies sich die Anbindung der CAM-Systeme an die Plattform. Denn diese Systeme sind oft nicht offen und prozessfähig. „Erschwerend kommt hinzu, dass die CAM-Systeme individuelle Werkzeuginformationen aus dem Tool-Managementsystem erwarten, wie etwa im Bereich der Grafikformate oder Definition der Schneidengeometrie“, sagt Patrik Lüneberg, CNC-Programmierer bei Herzog. Mit der Einführung eines CAM-Systems konnte dennoch ein Fundament für die Digitalisierung des Bereichs im Shopfloor geschaffen. „Wir konsolidieren Schritt für Schritt die einzelnen Satellitensysteme im Shopfloor und schaffen damit eine solide Basis für die nachhaltige Homogenisierung von Daten, Informationen und Prozessen“, sagt Ingo Kolberg. „Uns ging es darum, die Tätigkeiten in der Fertigung über die Plattform komplett wertschöpfend abzusichern. Nicht nur, indem Maschinen, sondern auch die Menschen über die Plattform vernetzt werden. So ist es möglich, dass die Fachkräfte transparent miteinander kommunizieren können, ihr Fachwissen teilen und dieses vor allem auch in der Plattform für die Zukunft erhalten bleibt“, sagt Betriebsleiter Andreas Wiegner.

CNC-Programmierung integriert

Nicht nur klassische CAD/CAM-Systeme sind an die Plattform angebunden, sondern auch die spezifischen Programmierarbeitsplätze des Maschinenherstellers Mazak. Denn bei Herzog findet ein erheblicher Teil der Programmierung direkt an den einzelnen CNC-Bearbeitungszentren statt. Gerade kleinere Teile mit überschaubarer Komplexität werden vollständig an den Steuerungen programmiert. Die Anbindung der Infopoint-Terminals in die Plattform ermöglicht hier, dass auch bei der Werkstatt-orientierten Programmierung keine Doppelarbeiten ausgeführt werden, falls bereits ein CAM-Programm existiert.

Ausgeführt in Stern-Topologie

„Durch die Zentralisierung des gesamten Tool-Managements, bestehend aus Werkzeugverwaltung, Lagerlogistik, Bestellkreislauf und den Funktionalitäten des Factory Director VM spart Herzog rund 100.000 bis 120.000€ pro Jahr. „Der ToolDirector arbeitet bei uns als digitales Drehkreuz für alle Betriebsmittel, auch für die vielen sehr teuren Spezialwerkzeuge“, sagt Lüneberg. Den Werkern stehen aktuelle und verlässliche Informationen dort zur Verfügung, wo sie gebraucht werden: sowohl in der Arbeitsvorbereitung als auch direkt an der Maschine. Weniger versierte Mitarbeiter können sich in die Software zudem schnell einarbeiten. „Dies ist eine wesentliche Erleichterung in der gesamten Produktion. Alle NC-Programme sind stets in aktuell freigegebenen Versionen direkt auf Knopfdruck verfügbar. Nichts wird unnötig neu programmiert, was gerade bei Wiederholteilen ins Gewicht fällt. Rund 16.000 komplette Stammdatensätze zu unseren Fertigungsartikeln sind inzwischen im System hinterlegt“, sagt Wiegner. Mit der Plattform gelang es also, aus einer anfänglich als CIM-Projekt gestarteten CAM-Einführung ein ganzheitliches und nachhaltiges Digitalisierungsprojekt zu machen.



  • Konsortium für Quantencomputing gegründet

    Konsortium für Quantencomputing gegründet

    Mit dem QUTAC haben sich zehn Unternehmen in einem Konsortium zusammengeschlossen um industrielle Anwendungen für Quantencomputing zu entwickeln.

    mehr lesen: Konsortium für Quantencomputing gegründet

  • Remote Work in der Fertigungsindustrie

    Remote Work in der Fertigungsindustrie

    Okta hat im Rahmen einer Studie ermittelt, wie Arbeitnehmer künftig arbeiten wollen. Demnach möchten sie ihr Arbeitsmodell zukünftig selbst wählen. Einige glauben jedoch nicht, dass ihr Arbeitgeber ihnen diese Flexibilität…

    mehr lesen: Remote Work in der Fertigungsindustrie

  • Siemens kauft Nextflow Software

    Siemens kauft Nextflow Software

    Transiente Strömungssimulation mit Simcenter Siemens kauft Nextflow Software Siemens erwirbt das französische Startup Nextflow Software. Durch die Integration deren CFD-Technologie ins Xcelerator-Portfolio sollen Anwender komplexe Applikationen mit transienten Strömungen und…

    mehr lesen: Siemens kauft Nextflow Software

  • Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

    Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

    Unternehmen sind in Deutschland in unterschiedlichen Registern erfasst, zwischen denen Daten selten oder gar nicht ausgetauscht werden. Mit dem nun beschlossenen Basisregister müssen Unternehmen ihre Daten künftig nur noch einmal…

    mehr lesen: Bundestag beschließt Unternehmensbasisregister

  • BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

    BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

    Am neuen BSI-Stützpunkt in Saarbrücken will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtung seine Arbeit im Bereich künstliche Intelligenz ausbauen.

    mehr lesen: BSI eröffnet Stützpunkt in Saarbrücken

  • Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

    Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

    Mit einer VR-Version seines Simulationsspiels Interactive Protection Simulation will Kaspersky Führungskräften Knowhow darüber vermitteln, welchen Einfluss Entscheidungen auf die Cybersicherheit haben können.

    mehr lesen: Kaspersky schickt Führungskräfte in virtuelles Kraftwerk

  • Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel

    Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel

    Gemeinsam mit CEO Jed Ayres leitet CTO Matthias Haas zukünftig die Geschicke der Igel Technology GmbH.

    mehr lesen: Matthias Haas ist neuer Geschäftsführer bei Igel

  • AutoID-Märkte stehen wieder besser da

    AutoID-Märkte stehen wieder besser da

    Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder halbjährlich nach ihrer Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte. In der aktuellen Umfrage schlägt erneut die Pandemie zu…

    mehr lesen: AutoID-Märkte stehen wieder besser da

  • Sales-Transformation schreitet nur langsam voran

    Sales-Transformation schreitet nur langsam voran

    Trotz steigender Kundenerwartungen an ein digitales Einkaufserlebnis sind Industrieunternehmen bei der Umsetzung oft zurückhaltend. Laut einer Accenture-Studie planen nur etwa 14 Prozent der deutschen Unternehmen, ihre digitalen Vertriebsfähigkeiten innerhalb der…

    mehr lesen: Sales-Transformation schreitet nur langsam voran

  • Produktionserwartungen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau

    Produktionserwartungen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau

    Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich auf hohem Niveau etwas verschlechtert. Der Indikator sank im Mai auf 27 Punkte, nach 32 im April. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage…

    mehr lesen: Produktionserwartungen sinken, bleiben aber auf hohem Niveau

  • Videoschulung für Fach- und Führungskräfte

    Videoschulung für Fach- und Führungskräfte

    Um Fach- und Führungskräften aus dem produzierenden Gewerbe eine fundierte Grundlage in Sachen künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) zu vermitteln, stellen die Fraunhofer Institute IOSB und ICT sowie…

    mehr lesen: Videoschulung für Fach- und Führungskräfte

  • Pandemie erhöht den Druck auf IT-Architekten

    Pandemie erhöht den Druck auf IT-Architekten

    Eine Umfrage von Couchbase, einem Plattform-Anbieter für Datenmanagement, zeigt, dass IT-Architekten während der Corona-Pandemie mehr als dreimal so stark unter Druck stehen wie vorher. Die Ursachen dafür liegen laut Studie…

    mehr lesen: Pandemie erhöht den Druck auf IT-Architekten