Hybride IT-Landschaften mit SAP-Software: Zwischen Agilität und Kontrolle

311229CUT 1
Bild: ©RareStock/stock.adobe.com

Der Aufbau und Betrieb hybrider Landschaften stellt nicht nur aufgrund der Verbindung von Cloud-Systemen und lokalen Infrastrukturen (On-Premises) eine adäquate Strategie dar, sondern bildet auch die Realität ab: Schließlich sollen nicht alle Unternehmensdaten auf Cloud-Servern gespeichert werden. Geschäftsgeheimnisse, sensible Kunden- und Finanzdaten, andere interne Informationen und anderes geistiges Eigentum wollen Unternehmen kontrollieren, daher eher lokal bewahren. Dennoch wollen Unternehmen in vielen Fällen Cloud Services einsetzen. Dabei lassen sich As-a-Service-Dienste (AAS) an die On-Premise-Systeme anbinden und bei Bedarf skalieren.

Wirtschaftliche Szenarien

Beispielsweise für Proof of Concept- oder Sandbox-Systeme, die nur vorübergehend genutzt werden, sind Pay-as-you-go-Modelle für Unternehmen oft eine wirtschaftliche Variante. Sie werden via Infrastructure as Code (IaC) in hoher Geschwindigkeit ausgerollt und kosten meist nur einen Bruchteil von vergleichbaren On-Premise-Lizenzen. Cloud-Strategien haben daher in vielen Fertigungsunternehmen an Schwung gewonnen und werden von ihnen häufiger strategisch vorangebracht.

Wechsel verhindert Kompatibilitätsprobleme

Gerade im Umfeld von SAP-Technologien zeichnet sich inzwischen ein Trend zu hybriden IT-Landschaften ab. Rund ein Drittel der SAP-Kunden ist bereits auf die Software S/4Hana umgestiegen, die sowohl in der Cloud als auch On-Premise betrieben und genutzt werden kann. Die Transformation der alten Systeme bezieht sich aber nicht nur auf die ERP-Systeme. Denn nicht nur der S/4Hana-Vorläufer ECC soll Ende 2027 mit Einstellung der kostenlosen Wartung abgelöst werden. Weitere Produkte laufen bis dahin aus dem Support – darunter Enterprise Portal, Solution Manager, Content Server mit MaxDB und Process Integration/Orchestration. Im Gegensatz zum System S/4Hana, mit dem nach wie vor eine On-Premise-Variante angeboten wird, wandern alle anderen angekündigten Produkte mit ihren Nachfolgern komplett in die Cloud.

Hybrid wird zur Notwendigkeit

Wollen Unternehmen die neuen Releases dieser Anwendungen nutzen, S/4Hana aber On-Premise betreiben, kommen sie um eine hybride IT-Landschaft nicht umhin. Solche Migrationsprojekte sind für Unternehmen allein allerdings kaum zu stemmen, weil sie umfangreich und zeitintensiv sind. Die internen Kapazitäten und die Erfahrung mit solchen Projekten fehlen häufig. Externe Dienstleister können dabei aber unterstützen.

Change Management nötig

Obschon die Hybridsysteme eine Brücke zwischen den beiden Technologien schlagen, gilt es, sie sorgfältig zu planen, zu implementieren und zu verwalten. Dadurch lassen sich Synergien nutzen und die Komplexität im Griff halten. Zudem sollte beim Aufbau einer hybriden IT-Landschaft das Management neue Arbeitsweisen vorleben und insbesondere die IT in die Zukunftsplanung einbeziehen. Die IT-Abteilung wiederum sollte offen für die Interaktion mit den anderen Unternehmensbereichen sein. Erfordert der Einsatz neuer Technologie Veränderung im Unternehmen, könnte eine Kommunikation über den erwarteten Nutzen die Akzeptanz für diese erhöhen. Denn Technologien, die von den Anwendern nicht richtig genutzt werden, lassen bis zur Nutzlosigkeit Potential liegen. Bei der abteilungsübergreifenden Kommunikation, Interaktion und Organisation helfen Methoden wie Design Thinking, Lean-Prinzipien und agile Ansätze.

In beiden Welten unterwegs

Mit einem fachkundig aufgesetzten hybriden Ansatz können Unternehmen dann die Vorzüge aus beiden Infrastruktur-Konzepten nutzen. Sie gleichen etwa mit den Stärken der Cloud-Systeme die Schwächen von On-Premise-Rechenzentren aus – und umgekehrt. Sie kontrollieren ihre Daten, aber erhalten gleichzeitig skalierbare und wartungsarme Services. Vor allem innerhalb des SAP-Produktportfolios sind die Integrationsszenarien nahezu unbegrenzt, um zu interoperablen Systemen zu gelangen. Innerhalb hybrider IT-Landschaften können ihre Betreiber agil auf veränderte Anforderungen reagieren und gleichzeitig kritische Daten und Workloads in der kontrollierten Umgebung behalten.



  • IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

    Attivo Networks hat seine auf der Deception-Technologie basierende ThreatDefend-Plattform in das Microsoft Azure Security Center integriert. Dadurch wird die Erkennungsrate und Reaktionszeit bei Angriffen auf den Microsoft-Dienst Azure IoT Edge…

    mehr lesen: IoT-Geräte als Köder für Cyberangreifer

  • Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

    Im Februar verfehlten die Auftragseingänge im deutschen Maschinenbau ihr Vorjahresniveau real um 4 Prozent. Während die Bestellungen der inländischen Kunden um 6 Prozent sanken, lagen die Auslandsorders um 3 Prozent…

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau im Februar 2020

  • Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Neuer Vice President Americas bei Leuze

    Sergio Resendiz (Bild) ist neuer Leuze-Vice President Americas und berichtet direkt an den CEO Ulrich Balbach.

    mehr lesen: Neuer Vice President Americas bei Leuze

  • Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

    Eine zentrale Anwendung beim Roboter-Einsatz ist die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine – beispielsweise die Unterstützung bei für den Menschen belastenden Aufgaben. Welche Vorteile eine produktive Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) haben kann,…

    mehr lesen: Wenn der Roboter beim Prüfen hilft

  • Körperschall im Edge analysieren

    Körperschall im Edge analysieren

    Der Condition-Monitoring-Workshop ‚Smart Monitoring – Körperschallanalyse im Edge‘ (max. 20 Teilnehmer) von Systec Electronic zeigt, wie sich mit unterschiedlichen Technologien physikalische Eigenschaften von Maschinen und Anlagen erfassen und zusammenführen lassen.

    mehr lesen: Körperschall im Edge analysieren

  • PWC steigt bei Adamos ein

    PWC steigt bei Adamos ein

    Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC Deutschland beteiligt an der Adamos GmbH. Adamos verfolgt mit mehr als 30 Partnern das Ziel, ein Ökosystem zu etablieren, in dem gemeinsam durchgängige Lösungen für…

    mehr lesen: PWC steigt bei Adamos ein

  • Maschinen leasen statt kaufen

    Maschinen leasen statt kaufen

    Seit einigen Jahren erfreuen sich Leasingmodelle für Maschinen einer wachsenden Nachfrage. Doch welche Vorteile bietet dieses Modell für kleine und mittlere Handwerksbetriebe und wie kann man sich vor möglichen Schäden…

    mehr lesen: Maschinen leasen statt kaufen

  • Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

    Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

    Deutsche Unternehmen stellen sich in einer aktuellen Bitkom-Studie in Sachen Digitalisierung nur ein ‘befriedigend‘ aus. Die Coronakrise sei dabei ein Weckruf, die Digitalisierung massiv voranzutreiben, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

    mehr lesen: Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung?

  • Kurzarbeit in der Industrie steigt

    Kurzarbeit in der Industrie steigt

    Kurzarbeit in der Industrie steigt 25,6% aller Firmen der deutschen Industrie erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es…

    mehr lesen: Kurzarbeit in der Industrie steigt

  • Erwartungen an die Cloud in der Praxis

    Erwartungen an die Cloud in der Praxis

    Entscheider erwarten durch den Einsatz der Cloud vor allem mehr Agilität sowie schnell zur Verfügung stehende performante Services. In einer Studie von Exasol übertrifft die Cloud im Praxiseinsatz in vielen…

    mehr lesen: Erwartungen an die Cloud in der Praxis

  • Sechs Prozent der Deutschen Unternehmen nutzen KI-Technologien

    Sechs Prozent der Deutschen Unternehmen nutzen KI-Technologien

    Im Rahmen einer Studie hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermittelt, dass nur sechs Prozent der Deutschen Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen. Diese Unternehmen investierten rund 4,8Mrd.€ in die Technologie.

    mehr lesen: Sechs Prozent der Deutschen Unternehmen nutzen KI-Technologien

  • Zustände überwachen im Industrial IoT

    Zustände überwachen im Industrial IoT

    Schildknecht bietet auf dem Automatisierungstreff 2020 ein Tagesprogramm rund um das Condition Monitoring von industriellen Maschinen und Anlagen an. Nach einer Keynote widmen sich drei Workshops dem Thema mit dem…

    mehr lesen: Zustände überwachen im Industrial IoT