Wie Process Mining die Nachhaltigkeit unterstützt

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Der Fokus auf Nachhaltigkeit verstärkt in vielen Unternehmen das Interesse an datenbasierten Ansätzten zur Optimierung von Geschäftsprozessen. Dabei spielt der digitale Zwilling eine zentrale Rolle. Als digitale Repräsentation eines Unternehmens bildet dieser sämtliche Prozesse präzise ab. Unternehmen erhalten so Einblicke in die Unternehmensabläufe und eine Basis für Analysen und Optimierungen.

Verborgene Prozesse

Sichtbar werden die sonst oft verborgenen Prozesse durch Process Mining. Ein Ansatz, der digitale Spuren in den IT-Systemen eines Unternehmens analysiert und aufdeckt, wie Arbeitsabläufe tatsächlich ablaufen. Gleichzeitig unterstützt Process Mining den digitalen Zwilling indem es kontinuierlich Daten liefert. Fehlerquellen und Ineffizienzen können so frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Das daraus datengetriebene Prozessmanagement unterstützt die operative Leistungsfähigkeit sowie eine nachhaltige Ausrichtung. Schwachstellen mit übermäßigem Ressourcenverbrauch oder unnötigen Emissionen werden sichtbar und Unternehmen können gegensteuern.

Optimierungspotenzial aufdecken

Die Analysen von Produktionsabläufen, Maschinenlaufzeiten und Logistikprozessen helfen etwa, die Ursachen für hohen Energieverbrauch und Verschwendung zu identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Durch Process Mining lässt sich der gesamte Materialfluss von der Beschaffung bis zur Entsorgung abbilden, sodass Unternehmen ineffiziente Lagerbestände, unnötige Produktionsschritte und Ressourcenverschwendung frühzeitig erkennen und gezielt optimieren können.

Auch in der Logistik spielt Effizienz eine zentrale Rolle. Warentransporte haben etwa einen erheblichen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck von Unternehmen. Auch hier unterstützt Process Mining in der Analyse von Lieferketten, Lagerbewegungen und Transportwegen. Wenn Unternehmen verstehen, wie ihre Warenströme ablaufen, können sie Routen und Lagerauslastung optimieren, Transportmittel effizienter nutzen und Lieferzeiten verkürzen. Das Ergebnis sind reduzierte Transportemissionen und eine optimierte, bessere Auslastung der Fahrzeuge, was sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt.

Denkbar ist auch eine Ausweitung des Process Minings auf die gesamte Lieferkette – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Endproduktion. Hier unterstützt der Ansatz die Identifizierung ineffizienter oder intransparenter Bereiche. Unternehmen können ihre Lieferkette so umwelt- und sozialverträglicher aufstellen.

Gesetzlichen Anforderungen begegnen

Gesetzliche Anforderungen, etwa in Bezug auf Nachhaltigkeit, sind oft Änderungen unterworfen. Process Mining hilft hier, Bereiche zu identifizieren und untersützt Unternehmen so, proaktiv zu handeln, um Vorschriften einzuhalten – beispielswesie durch die Einführung von Best Practices zur Emissionsreduktion.

Die Kombination von Process Mining mit künstlicher Intelligenz eröffnet weiteres Potenzial. Sogenannte Process Intelligence-Systeme analysieren nicht nur bestehende Prozesse, sondern können auch zukünftige Entwicklungen prognostizieren.

Schwachstellen angehen

Process Mining zeigt Unternehmen Schwachstellen und Ineffizienzen auf und unterstützt dabei, diese anzugehen. Wird die Technologie mit KI (Process Intelligence) kombiniert, ermöglicht dies Effizienzsteigerungen und zahlt auf die Nachhaltigkeitsziele ein.