DMS- und ERP-Software: Verbesserter Datenaustausch über neue Schnittstelle

Mafell MT55 Titel F39 amc1 web
Bild: Mafell AG

Die Mafell AG wurde 1899 in Fellbach bei Stuttgart als Maschinenfabrik Fellbach gegründet. Heute fertigt das Unternehmen mit Sitz in Oberndorf am Neckar handgeführte Elektrowerkzeuge und Maschinen zur professionellen Holzbearbeitung und richtet sich insbesondere an das Zimmerei- und Schreinerhandwerk. Das Angebotsspektrum umfasst die Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Montage und den Service von Werkzeug- und Maschinenlösungen zum Sägen, Schleifen, Bohren, Hobeln, Fräsen und Saugen sowie Spezialanfertigungen. Produziert wird ausschließlich in Oberndorf mit einer Eigenfertigungstiefe von bis zu 85 Prozent.

Veränderte Anforderungen

Die im Lauf der Jahre veränderten bzw. gestiegenen Ansprüche an Entwicklung, Produktion und Montage hatten ebenso wie die hohe Fertigungstiefe, die Digitalisierung oder die Geschäftsabläufe Auswirkungen auf die IT-Landschaft. Die Verantwortlichen bei Mafell sahen unter anderem im Dokumentenmanagement hohes Rationalisierungspotential. Der Werkzeugspezialist setzt hier auf eine Archivierungslösung von Easy Software, die mithilfe des IT-Systemhauses Visionice zu einem integrierten Dokumenten-Management-System ausgebaut wurde. „Ein übergeordnetes Projektziel war dabei die automatisierte Prozesssteuerung und Informationsbereitstellung durch die Einführung eines digitalen Workflows“, sagt Kurt Ammann, IT-Leiter bei Mafell. Nach der Ablösung vorhandener Individualprogramme konnte etwa die Migration auf die aktuelle Easy-Softwareversion erfolgreich abgeschlossen werden.

Revisionssicher dokumentieren

Zur weiteren Optimierung der Geschäftsprozesse wurden mehrere digitale Workflows definiert, die inzwischen im Rechnungseingang und im technischen Änderungsdienst umgesetzt sind: Eingehende Rechnungsdokumente durchlaufen mit Hilfe eines Scanverfahrens bzw. eines automatisierten E-Mail-Imports eine intelligente Beleglesung. Die Belege werden vom Belegleser erfasst sowie digital verschlagwortet ins Dokumenten-Management-System übergeben. Für eine Verknüpfung mit dem ERP-(Enterprise Resource Planning) System von Abas Software wurde zunächst eine von Mafell selbst programmierte Schnittstelle genutzt. Der digitale Workflow im technischen Änderungsdienst ermöglicht, dass alle relevanten Informationen wie Änderungsaufträge, Konstruktionsgenehmigungen oder Zeichnungsstände eindeutig zugeordnet und revisionssicher dokumentiert werden.

Datenaustausch neu geregelt

In Zusammenarbeit mit den Visionice-Spezialisten wurde die Verknüpfung von Easy DMS und Abas ERP auf die unternehmensspezifischen Bedürfnisse neu konfiguriert. „Viele Strukturen und Prozesse zum Austausch von Daten und Dokumenten zwischen DMS und ERP waren im Lauf der Zeit veraltet und brachten eine unnötig hohe Komplexität sowie einen erhöhten Kontrollaufwand mit sich“, sagt Visionice-Projektleiter Sven-Udo Rösler. Jannika Wannenmacher, die bei Mafell für das DMS-System und die Betreuung der Schnittstelle zum ERP-System zuständig ist, ergänzt: „Insbesondere die von uns selbst entwickelte Schnittstelle zwischen DMS und ERP hatte ihre funktionelle Leistungsgrenze und somit einen negativen Nutzungsgrad speziell in Bezug auf die Übertragung bzw. den Abgleich der täglich anfallenden Belege erreicht.“ Bislang wurden die täglich rund 600 ein- und ausgehenden Dokumente über Nacht vom ERP- in das DMS-System überspielt und morgens kontrolliert. Der Zugriff auf aktuelle Daten war somit nur mit Zeitverzögerung möglich. Eine weitere Schwierigkeit stellte der für die Identifikation bei NCI-Belegen zusätzlich aufgebrachte Barcode dar, dessen Eindeutigkeit durch einen hohen Verwaltungsaufwand sichergestellt werden musste. Dieser überschnitt sich oft mit dem absendereigenen Barcode und konnte daher im Scanverfahren nicht erkannt bzw. der Beleg nicht korrekt zugeordnet werden.

Höherer Automatisierungsgrad

Durch die Einführung und Anpassung der Standard-Schnittstelle Abas SQL Connector werden die Daten des Werkzeugherstellers heute automatisiert und bidirektional zwischen ERP und DMS übertragen. „Das hat den früher aufwendigen Datenaustausch enorm erleichtert und die Effizienz unserer Arbeitsabläufe weiter gesteigert. Zum einen benötigen wir den eigenen Barcode nicht mehr, was die Qualität der Scanprozesse verbessert hat. Zum anderen haben wir einen einfacheren und schnelleren Zugriff auf den Datenbestand und konnten den administrativen Aufwand etwa durch die täglichen Kontrollarbeiten erheblich reduzieren“, sagt Wannenmacher.

Weitere Projekte geplant

Das Dokumenten-Management-System wird von rund der Hälfte der Mitarbeitenden in abteilungsübergreifend durchgängigen Workflows genutzt. Mit Unterstützung von Visionice arbeitet Mafell am weiteren Ausbau des DMS-Bereichs. Im Rahmen einer weiteren Optimierung der unternehmensweiten Prozesskette wurde inzwischen zudem mit der Digitalisierung des Human Resource Management begonnen, wobei die digitale Archivierung von Personaldokumenten inklusive einer Schnittstelle vom Easy-Archiv zur Personalmanagement-Software Hansalog bereits umgesetzt ist.



  • Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

    Knapp die Hälfte der im Rahmen einer von Hewlett Packard Enterprise in Auftrag gegebenen Studie befragten Firmen in Deutschland hat die eigene Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut.

    mehr lesen: Cloudnutzung nimmt zu, bleibt jedoch privat

  • Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

    84 Prozent der Unternehmen wurden von der Corona-Pandemie beeinträchtigt; 34 Prozent von ihnen nachhaltig. Dies hat eines Studie von Comarch ergeben, in der der Softwareanbieter die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie…

    mehr lesen: Comarch untersucht die Auswirkungen der Pandemie

  • Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

    Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.

    mehr lesen: Google Cloud und Siemens arbeiten zusammen

  • ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut…

    mehr lesen: ZEW-Konjunkturerwartungen gehen erstmals seit November zurück

  • Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

    Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen…

    mehr lesen: Industrieentscheider setzen auf das industrielle Internet der Dinge

  • Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen T-Systems und GFT

  • John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

    John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

    John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.

    mehr lesen: John Abel wird Chief Information Officer bei Extreme Networks

  • Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

    Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

    Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe…

    mehr lesen: Nächste Hannover Messe wird Hybridveranstaltung

  • Realistische Simulationen mit Security-Forschung

    Realistische Simulationen mit Security-Forschung

    Die neue Fraunhofer SIT Cyber Range verbindet komplexe Angriffssimulationen mit neuesten Erkenntnissen aus der angewandten Forschung, Expertenschulungen und der Vorstellung von innovativen Security-Werkzeugen: Mit realistischen Angriffssimulationen können Unternehmen die Leistungsstärke…

    mehr lesen: Realistische Simulationen mit Security-Forschung

  • VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen

    VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen

    Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert…

    mehr lesen: VDMA-Studie zeigt hohe Relevanz interoperabler Schnittstellen

  • Impfstoffproduktion in Marburg

    Impfstoffproduktion in Marburg

    Impfstoffproduktion in Marburg Siemens und Biontech rüsten Produktionsanlage um Siemens unterstützt Biontech bei Umrüstung auf Impfstoffherstellung in Marburg. Dabei waren wesentliche Teile des neuen Manufacturing Execution Systems in nur zweieinhalb…

    mehr lesen: Impfstoffproduktion in Marburg

  • Geld weg, Daten weg

    Geld weg, Daten weg

    Mit Ransomware verschlüsseln Cyberkriminelle den Zugang zum kompromittierten Gerät oder den dort gespeicherten Dateien. Anschließend fordern sie Lösegeld mit dem Versprechen, die Sperrung nach Zahlung wieder aufzuheben.

    mehr lesen: Geld weg, Daten weg