Transparenz als Schlüssel

Transparenz in Echtzeit entlang der gesamten Supply Chain wird für Unternehmen zu einem Schlüsselinstrument.
Transparenz in Echtzeit entlang der gesamten Supply Chain wird für Unternehmen zu einem Schlüsselinstrument. – Bild: ©Kamonwan/stock.adobe.com

Autos in Europa haben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa zwölf Jahren, bevor sie exportiert und verschrottet werden. Hier gelten zukünftig neue EU-Vorschriften: Um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu fördern, müssen Neuwagen so konstruiert werden, dass möglichst viele Komponenten leicht ausgebaut und wiederverwendet und -verwertet werden können. Zudem muss eine bestimmte Anzahl recycelter Materialien, unter anderem aus Altfahrzeugen und gebrauchten Autoteilen, verwendet werden. Auch nach Ende der Lebensdauer werden Hersteller damit stärker in die Verantwortung gezogen.

Sieben Punkte

Um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinen, beschreibt die Circular Econ-omy sieben Ansatzpunkte. Vier beziehen sich auf das Konzept der R-Strategien: Recycling, Remanufacturing, Refurbish und Repurpose sowie Reuse. Beispiele sind etwa die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Traktionsbatterien oder das Umfunktionieren dieser Batterien als stationäre Stromspeicher. Drei beschreiben verschiedene Dienstleistungsmodelle. Die Dienstleistungsorientierung gilt als zentraler Ansatz für das Wirtschaften in Kreisläufen. Dabei geht es etwa um Leasing- oder Betreibermodelle. Ebenso wichtig sind zirkuläre Planungsstrategien, die bereits bei der Ideengenerierung und Planung neuer Produkte ansetzen, wie etwa ‚Reduce by Design‘, sowie technische Strategien, die die Produktlebensdauer verlängern, die Nutzung intensivieren und das Ende des Lebenszyklus einbeziehen. So gilt es bereits in der Designphase von Produkten, den Service-Aspekt in den Fokus zu rücken. Ein nachhaltigeres Fahrzeugdesign kann etwa bis zu 80 Prozent CO2 einsparen.

Sowohl zirkuläre Strategien als auch Dienstleistungsorientierung bilden die Basis für zirkuläre Geschäftsmodelle wie Full-Service-Angebote oder Pay-per-Performance-Modelle. Ihr Enabler ist die Digitalisierung.

Zwei Trends ergänzen sich

Die Digitalisierung unterstützt etwa die Transparenz bezüglich der verwendeten Materialien und Stoffe. Technologien wie digitale Zwillinge, künstliche Intelligenz, Blockchain, Internet der Dinge (IoT) und digitale Diagnose- und Fernwartungstechnologien, ermöglichen eine nahtlose Produkt- und Materialverfolgung, die für die Kreislaufführung von Ressourcen unerlässlich ist. Digitale Produktpässe (DPP), die ab 2027 mit dem Batteriepass verpflichtend werden, liefern die Informationen über verwendete Materialien und sollen so die Wiederverwertung erleichtern.

Laut Industrie 4.0 Barometer von MHP und der LMU sind in Deutschland, Österreich und Schweiz jedoch nur 53 Prozent der befragten Unternehmen partiell oder vollständig in der Lage, sowohl Einzelteile als auch Endprodukte von Eingangslogistik über Produktion bis hin zum Kundenservice zu orten.

Der Hebel zur Verbesserung liegt hier in einer modernen IT-/OT-Infrastruktur sowie im standardisiertem Management von Daten aus der gesamten Lieferkette und allen Fachbereichen. Es führt Daten aus diversen Quellsystemen und Schnittstellen zusammen, aggregiert diese und stellt sie in einem einheitlichen Format bereit. Über Instrumente wie den DPP werden relevante Produktdaten schließlich strukturiert für verschiedene Nutzergruppen zugänglich. Unternehmen erhalten einen Überblick über Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produkts. Das Idealziel liegt in einer zentralen Datenplattform, mit der sich jegliche Rechtsvorschrift abbilden lässt.

Wie gut Unternehmen bei der Kreislaufwirtschaft aufgestellt sind, können sie über das neue Global Circularity Protocol (GCP) prüfen und bewerten. Das Protokoll misst standardisiert Materialflüsse und Dematerialisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette und gibt Hinweise darauf, wo insgesamt weniger Ressourcen verbraucht werden sollten.



  • Produktionserwartungen der Industrie sind gedämpft

    Produktionserwartungen der Industrie sind gedämpft

    Nach mehreren Anstiegen in Folge, sind die Produktionserwartungen der deutschen Industrie im Oktober insgesamt etwas zurückgegangen. Eine Mehrzahl der Branchen plane jedoch eine Ausweitung der Produktion, so Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

    mehr lesen: Produktionserwartungen der Industrie sind gedämpft

  • Leadec übernimmt AVI GmbH

    Leadec übernimmt AVI GmbH

    Leadec hat zum 1. November die AVI GmbH übernommen. Das Unternehmen ist im Bereich Automation sowie produktionsnaher IT tätig.

    mehr lesen: Leadec übernimmt AVI GmbH

  • Inlandsorders wieder im Plus

    Inlandsorders wieder im Plus

    Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland erholt sich schrittweise von den Folgen der Corona-Krise. Nach dem saisonalen Rückschlag im August zeigte der Auftragseingang im September 2020 wieder ein positives Bild.

    mehr lesen: Inlandsorders wieder im Plus

  • Mit ‘Sammi‘ Fremdkörper in Lebensmitteln aufspüren

    Mit ‘Sammi‘ Fremdkörper in Lebensmitteln aufspüren

    Fremdkörper in Lebensmittel können für Konsumenten gefährlich werden. Die etablierten Röntgenverfahren erkennen vor allem Metalle – Glas, Kunststoff und Holz stellen hingegen eine Herausforderung dar. Der Prototyp ‘Sammi‘ soll diese…

    mehr lesen: Mit ‘Sammi‘ Fremdkörper in Lebensmitteln aufspüren

  • Jens-Peter Hess neuer Geschäftsführer bei Centric Deutschland

    Jens-Peter Hess neuer Geschäftsführer bei Centric Deutschland

    Mit Jens-Peter Hess hat der SAP-Spezialist Centric einen neuen Geschäftsführer. Er wird das Unternehmen gemeinsam mit Steven Wernike leiten.

    mehr lesen: Jens-Peter Hess neuer Geschäftsführer bei Centric Deutschland

  • Ingenieurarbeitsmarkt gerät zunehmend unter Druck

    Ingenieurarbeitsmarkt gerät zunehmend unter Druck

    Die Corona-Krise hinterlässt auch auf dem Ingenieurarbeitsmarkt Spuren. Das zeigen die Zahlen für das 3. Quartal aus dem aktuellen Ingenieurmonitor, den der VDI mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW)…

    mehr lesen: Ingenieurarbeitsmarkt gerät zunehmend unter Druck

  • Keine FMB in diesem Jahr

    Keine FMB in diesem Jahr

    Vom 4. bis zum 6. November sollte in Bad Salzuflen die FMB – Zuliefermesse für den Maschinenbau über die Bühne gehen. Durch die aktuelle Pandemie-Lage haben die Veranstalter die Messe…

    mehr lesen: Keine FMB in diesem Jahr

  • Arbeitsmarktbarometer im Oktober stabil

    Arbeitsmarktbarometer im Oktober stabil

    Mit einem leichten Anstieg um 0,1 Punkte gegenüber dem Vormonat zeigt sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im Oktober stabil.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer im Oktober stabil

  • Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

    Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

    Der Markt für Serviceroboter erfährt durch die Covid-19-Pandemie einen Schub. So prognostiziert die International Fedaration of Robotics, dass sich der Umsatz mit in diesem Bereich bis 2022 mehr als verdoppeln…

    mehr lesen: Verkaufszahlen von Servicerobotern steigen weltweit um 32 Prozent

  • Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

    Erstmals nach fünf Anstiegen in Folge ist der Ifo-Geschäftsklima-Index im Oktober wieder gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator allerdings erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich.

    mehr lesen: Deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer

  • Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

    Die europäischen Produktionsstandorte des Embedded-Spezialisten Kontron sollen zu einem EMS/ODM-Verbund zusammengeschlossen werden.

    mehr lesen: Kontron-Standorte gründen europäischen EMS/ODM-Verbund

  • Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion

    Im Rahmen einer Partnerschaft vertreibt Siemens zukünftig die Lösung Moby.Check des Digitalisierungsspezialisten Log.Go.Motion.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Siemens und Log.Go.Motion