Einführung der E-Rechnung: Rechnungen direkt im ERP-System verarbeiten

Positive businesswoman working at the office
Bild: ©visualspace/istock.com

Die Pflicht zur E-Rechnung betrifft alle: Seit 2025 müssen Unternehmen strukturierte elektronische Rechnungen empfangen, ab 2027 wird der Versand schrittweise zur Pflicht. Wer über ein ERP-System mit integrierter E-Rechnungsverarbeitung verfügt, ist dieser Pflicht jedoch organisatorisch, rechtlich und wirtschaftlich einen Schritt voraus.

Klare Vorgaben, klare Perspektive

Das Wachstumschancengesetz verpflichtet Unternehmen, elektronische Rechnungen in einem strukturierten Format (z.B. XRechnung oder ZUGFeRD) zu verarbeiten. Ziel ist es, die Digitalisierung der Verwaltung zu fördern und Steuerbetrug durch medienbruchfreie Prozesse einzudämmen. Die positiven Effekte: Strukturierte Rechnungsdaten lassen sich automatisiert auslesen, prüfen und archivieren. Die Einbindung dieser Verfahren in die bestehenden Abläufe und das ERP-System verspricht auch für Unternehmen Potenziale, die von Verbesserungen der Prozessqualität bis hin zu mehr Transparenz im Finanzwesen reichen.

Sieben Argumente für die ERP-Integration

Die Effekte einer durchgängigen E-Rechnungsverarbeitung im ERP-System zeigen sich entlang des gesamten Prozesses – von der Erfassung bis zur Archivierung:

  • Aufwand: Rechnungen werden automatisch erfasst und korrekt zugeordnet.
  • Geschwindigkeit: Die Durchlaufzeit vom Eingang bis zur Buchung sinkt.
  • Fehlerquote: Digitale Validierung ersetzt manuelle Prüfungen.
  • Transparenz: Der gesamte Rechnungsprozess bleibt nachvollziehbar.
  • Rechtssicherheit: Archivierung, Formatprüfung und Zugriff erfolgen regelkonform.
  • Datenqualität: Strukturierte Daten verbessern nachgelagerte Analysen.
  • Ressourcenschonung: Papierberge, Scanprozesse und Lagerflächen entfallen vollständig.

Rechtlich absichern

Insbesondere Unternehmen aus dem Maschinenbau oder der Automobilzulieferindustrie verarbeiten täglich eine Vielzahl an Rechnungen. Komplexe Lieferketten, enge Zeitfenster und hohe Dokumentationspflichten erfordern hier durchdachte Prozesse. Eine ERP-gestützte E-Rechnungsverarbeitung hilft, das operative Geschäft zu entlasten und die rechtliche Absicherung zu stärken.

Da sämtliche Rechnungsdaten in einem zentralen System landen, können auch Einkaufs- und Projektteams darauf zugreifen. Statusmeldungen, Freigaben und Rückfragen erfolgen systemgestützt – ohne Medienbrüche und ohne zusätzliche Kommunikationsschleifen.

Integration mit System

Einige ERP-Anbieter haben ihre Systeme bereits um Funktionen zur E-Rechnungsverarbeitung erweitert. Der PSIpenta/ERP Invoice Connector von PSI Software integriert etwa strukturierte Eingangsrechnungen in Buchungs- und Archivierungsprozesse. Die Software verarbeitet eingehende E-Rechnungen automatisch und überträgt die Daten ins ERP-System.

Bessere Zusammenarbeit

Auch wenn gesetzliche Fristen die Umsetzung erzwingen – Unternehmen, die auf ein eingebundenes Tool im ERP-System setzen, erhalten nicht nur Rechtssicherheit, sondern schaffen auch eine Grundlage für skalierbare Abläufe, eine bessere Steuerbarkeit durch die Nutzung einer einheitlichen Datenbasis sowie eine höhere Reaktionsfähigkeit bei Marktveränderungen. Die Integration unterstützt darüber hinaus die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern: Digitale, normgerechte Rechnungen helfen, die Akzeptanz zu erhöhen, Rückfragen zu reduzieren und Zahlungsprozesse zu beschleunigen.

Potenziale heben

Mit dem verpflichtenden Empfang seit 2025 und der schrittweisen Einführung der Versandpflicht rücken digitale Rechnungsprozesse zunehmend in den Fokus. Mit einer in das ERP-System integrierten Rechnungsverarbeitung können sich Unternehmen rechtssicher aufstellen und Effizienzpotenziale heben.



  • Positionspapier zur Gestaltung der Energiewende

    Positionspapier zur Gestaltung der Energiewende

    Die VDI-Fachgesellschaften Energie und Umwelt (GEU) sowie Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) planen, ein Positionspapier zur Umsetzung der Energiewende zu erstellen.

    mehr lesen: Positionspapier zur Gestaltung der Energiewende

  • AAA in Essen und Chemnitz startbereit

    AAA in Essen und Chemnitz startbereit

    Die All About Automation Messen am 9. und 10. September in Essen und am 23. und 24. September in Chemnitz sind startbereit. Das Konzept für eine sichere und erfolgreiche Besucher/Aussteller-Interaktion…

    mehr lesen: AAA in Essen und Chemnitz startbereit

  • SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

    SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen Siemens und SAP ihre sich ergänzenden Softwarelösungen für Product Lifecycle, Supply Chain und Asset Management kombinieren.

    mehr lesen: SAP und Siemens arbeiten an gemeinsamen Lösungen

  • Cybersicherheit für Ethernet-Antriebe

    Cybersicherheit für Ethernet-Antriebe

    Industrielle Netzwerke werden mit dem Internet der Dinge immer offener für die gefürchtete Cyberkriminalität. Umso wichtiger ist es, die kommunizierenden Komponenten davor zu schützen.

    mehr lesen: Cybersicherheit für Ethernet-Antriebe

  • SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

    Wem seine Daten wichtig sind, setzt auf mehr als nur eine Sicherheitslösung. Lokale Backup- oder Cloudlösungen sind ein Weg, seine Daten zu sichern. Wird der PC allerdings entwendet, durch Dritte…

    mehr lesen: SSD mit mehrschichtigem Datenschutz

  • Geschäftsklima erholt sich

    Geschäftsklima erholt sich

    Die Corona-Krise hat die deutsch Elektroindustrie in den vergangenen Monaten hart getroffen. Auch der Mai brachte trotz erster Lockerungen Verluste für die Branche.

    mehr lesen: Geschäftsklima erholt sich

  • Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

    In einer Studie des IIoT-Spezialisten Relayr wurden je 100 Unternehmen in den USA und in Deutschland zu aktuellen Entwicklungen während der Coronakrise befragt. Dabei zeigen sich sogar positive Effekte.

    mehr lesen: Wie ist die Stimmung in der Fertigungsindustrie

  • Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Cosmo Consult expandiert nach Asien

    Die Cosmo Consult-Gruppe eröffnet eine Niederlassung in Hongkong und plant darüber hinaus weitere Standorte in Asien.

    mehr lesen: Cosmo Consult expandiert nach Asien

  • Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

    Wie bereits im April blieb der Auftragseingang der deutschen Maschinenbauer auch im Mai weit unter dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen blieben 28 Prozent unter dem Vorjahreswert.

    mehr lesen: Auftragseingang im Maschinenbau weiter rückläufig

  • Produktion legt wieder zu

    Produktion legt wieder zu

    Laut statistischem Bundesamt hat sich die Industrie im Mai von den Einbrüchen verursacht durch die Corona-Pandemie etwas erholt. Die Produktion legte zu, verfehlt das Mai-Ergebnis des Vorjahres jedoch um 19,3…

    mehr lesen: Produktion legt wieder zu

  • Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

    Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmensleiter weltweit sind optimistisch, dass sich der europäische Markt relativ schnell vom wirtschaftlichen Abschwung durch die COVID-19-Pandemie erholen wird. Das geht aus einem Report des…

    mehr lesen: Drei von vier Unternehmen erwarten schnelle Erholung

  • Neuer CSO bei Proalpha

    Neuer CSO bei Proalpha

    Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen neuen Chief Sales Officer. Zum 1. Juli hat Michael T. Sander die Position übernommen. Er folgt auf Andree Stachowski.

    mehr lesen: Neuer CSO bei Proalpha