Maschinen-Health Check um 30 Prozent beschleunigt

smapone masa
Bild: SmapOne AG

Der Maschinen- und Anlagenbau steht vor großen Herausforderungen, die von technologischen Umstellungen bis zum Fachkräftemangel reichen und Veränderungen in den Produktionsprozessen erfordern. Insbesondere die Digitalisierung und Automatisierung – eine Schlüsselkomponente für die Wettbewerbsfähigkeit – werden durch den Fachkräftemangel stark beeinträchtigt. Laut dem VDMA sind rund 45 Prozent der Maschinenbauunternehmen direkt von diesem Problem betroffen, was die Implementierung neuer Technologien erschwert. Um sich langfristig am Markt zu behaupten, sind flexible Prozesse und innovative Herangehensweisen entscheidend.

Trotzdem digitaler arbeiten

No-Code-Plattformen können diese Lücke zwischen vorhandenen Ressourcen und technologischen Anforderungen schließen. Diese Technologie ermöglicht es auch Mitarbeitern ohne Programmierfähigkeiten, digitale Anwendungen zu entwickeln und so zur Digitalisierung des Unternehmens beizutragen. Intuitive Benutzeroberflächen, vorgefertigte Module und Drag&Drop-Funktionen unterstützen bei dieser Form der Anwendungsentwicklung.

No-Code eignet sich hervorragend zur Digitalisierung kleiner, bisher analog durchgeführter Prozesse in den Fachabteilungen. Dazu gehören manuelle Abläufe, die oft mit Klemmbrett, Papier und Stift durchgeführt werden, etwa Checklisten, Abnahmen, Protokolle oder Datenerfassungen. Indem Fachabteilungen ihre Prozesse selbst digitalisieren, erhöhen sie sowohl die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Unternehmens als auch die Geschwindigkeit bei digitalen Projekten.

Die digitale Revolution durch No-Code an der Masa Group

Die Masa Group stellt Maschinen und Anlagen für die Baustoffindustrie her, mit zwei Produktionsstandorten in Deutschland sowie weiteren Niederlassungen weltweit. Das Unternehmen ist ein Beispiel dafür, wie durch den Einsatz von No-Code Unternehmensprozesse optimiert werden können. Eine Herausforderung der Masa Group war der sogenannte Health Check. Bei diesem Vorgang überprüfen und bewerten die Mitarbeiter gemeinsam mit den Kunden den technischen Zustand der Kundenanlagen. Ursprünglich wurde dieser Prozess mittels Fragenkatalog mit Stift und Papier durchgeführt, was zu variierender Datenqualität und hoher Fehlerquote führte. Die erfassten Daten wurden anschließend per E-Mail, Telefon oder Whatsapp an den Innendienst übermittelt, wo der Nachbereitungsaufwand enorm war. Um Zeit und Kosten einzusparen, benötigte die Masa Group einen standardisierten Dokumentationsprozess für die Erfassung der Daten. Dabei war die Integration der Anwendung in die Systemlandschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen. Dokumentationsverfahren sind besonders effizient, wenn die Daten nicht über verschiedene Kanäle versendet werden müssen und keine oder kaum Nachbearbeitung anfällt. Ein Inselsystem kam für Masa daher nicht in Frage.

323478 smapone product4 cmyk 180x100 1
Digitale Helfer müssen oft weder komplizierte Aufgaben unterstützen noch schwierig einzurichten sein. Citizen Developer wissen in vielen Fällen am besten, wo dieser Ansatz glänzen kann. – Bild: SmapOne AG

30 Prozent schneller dokumentiert

Daher setzte Masa Group das Tool mit der No-Code-Plattform SmapOne um, die wie ein App-Baukastensystem organisiert ist und eine digitale Erfassung und Verarbeitung von Daten ermöglicht. Nach dem Erstgespräch mit dem IT-Anbieter dauerte es nur vier Wochen, bis Masa die erste selbst erstellte App, die im Jargon der Anwendung Smap genannt werden, benutzen konnte. Zurück zum Health Check, der als initiales Einsatzszenario diente. Für die Digitalisierung dieses Prozesses war es wichtig, Vorgaben in der Smap zu hinterlegen. Etwa zu welchem Zeitpunkt welcher Messwert aufgenommen werden muss und welche Messgeräte, Hilfsmittel und Werkzeuge dafür erforderlich sind. Die App sollte dem Techniker eine Anleitung bieten, die ihn durch den gesamten Vorgang des Heatlh Checks führt. Das spart dem Techniker rund 30 Prozent Zeit und reduziert den nachgelagerten Verwaltungsaufwand. Zu den weiteren Anwendungen bei Masa gehören das Erfassen von Arbeitszeiten und Urlaubsanträgen, das Dokumentieren von Projektfortschritten, das Erfassen reparaturbedürftiger Materialien, der Verleih von IT-Geräten sowie die Wartung von IT-Netzanlagen. Zudem entdecken die Mitarbeiter selbst immer wieder kleine Problemstellungen, die sich per Mini-App lösen lassen, etwa die Materialbestellung, das Anfordern von Büromitteln oder diverse Checklisten in den Prozessen.

Integration ins SAP-System

Um zu verdeutlichen, wie die No-Code-Plattform in bestehende Prozesse integriert wird, betrachten wir exemplarisch den Zeiterfassungsprozess, der ebenfalls durch eine Smap realisiert wird. Diese Smap speichert die erfassten Zeitdaten in einer Cloud-Datenbank. Da Masa ein ERP-System von SAP nutzt, werden die Daten regelmäßig über die REST-API von SAP abgerufen, verarbeitet und im No-Code-Portal automatisch als ‚exportiert‘ markiert. Dieser Vorgang wiederholt sich alle zehn Minuten. Der Datensatz wird schließlich beim zweiten Durchlauf gelöscht, nachdem automatisch verifiziert wurde, dass die Daten korrekt verbucht sind. Die Integration in verschiedene Systeme hängt stark vom jeweiligen Anwendungsfall ab und erfordert eine individuelle Herangehensweise. Masa wurde daher von SmapOne in jedem Schritt des Integrations- und Implementierungsprozesses unterstützt. Dies umfasste einen Integrationscheck, Schulung zur Schnittstelle und Automationsmöglichkeiten sowie Deep-Dive-Workshops.

Mit No-Code digital vorankommen

Der Anwendungsfall von Masa illustriert die Möglichkeiten des No-Code-Prinzips für mittelständische Produktionsunternehmen, um etwa auf den Fachkräftemangel oder Kostendruck zu reagieren. Auch ohne Programmierungen können Unternehmen interne Abläufe optimieren, Kosten und Zeit sparen, Produktionsdaten in Echtzeit analysieren und schnell auf Veränderungen reagieren. Und eine schnelle Anpassungsfähigkeit ist ein großer Vorteil im hart umkämpften Wettbewerb.



  • Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

    25 Prozent der Unternehmen in Deutschland rechnen damit, dass in den kommenden fünf Jahren mehr Produktionsprozesse ausgelagert werden. Damit beschäftigen sich vor allem kleinere Unternehmen (bis 50Mio.€ Jahresumsatz). Etwa jede…

    mehr lesen: Jedes vierte Unternehmen will mehr Produktionsprozesse auslagern

  • Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

    Die Maschinenexporte aus Deutschland stabilisieren sich zunehmend. Im September verbuchten die Maschinen- und Anlagenbauer aus Deutschland beim Exportgeschäft ein Minus in Höhe von 7,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Zeitraum Juli…

    mehr lesen: Maschinenbauexporte überwinden Tiefpunkt

  • 90 Anträge für Campusnetze

    90 Anträge für Campusnetze

    Mit Campusnetzen können Industrieunternehmen ihr eigenes 5G-Netzwerk betreiben. Ein Jahr nach Inkrafttreten der entsprechenden Vergabebedingungen sind bei der Bundesnetzagentur rund 90 Anträge eingegangen.

    mehr lesen: 90 Anträge für Campusnetze

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

    Um das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potential von künstlicher Intelligenz auszuschöpfen, müssen Menschen den Entscheidungen von KI-Systemen und den mit ihnen verbundenen Prozessen vertrauen. Dazu kann eine entsprechende Zertifizierung beitragen. Nach…

    mehr lesen: Prüfkriterien zur KI-Zertifizierung

  • SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

    Die Innovationen der Automatisierung im Rampenlicht: Im Sonderteil GROSSER HERBST DER INNOVATIONEN des aktuellen SPS-MAGAZINs präsentieren die führenden Anbieter der Automatisierungstechnik die neuen Produkte und Lösungen, die sie eigentlich auf…

    mehr lesen: SPS-MAGAZIN zeigt Herbst-Innovationen 2020

  • Softeq eröffnet Innovation Lab

    Softeq eröffnet Innovation Lab

    Technologieentwicklung Softeq eröffnet Innovation Lab Das IT-Unternehmen Softeq, mit Hauptsitz in Houston und Dependance unter anderem in München, will mithilfe des Integrated Design and Management Program vom Massachusetts Institute of…

    mehr lesen: Softeq eröffnet Innovation Lab

  • Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Sicherer Datentransfer mit OPC UA

    Genua hat seine Cyber-Diode für OPC UA erweitert. Die Securitylösung lässt den Datentransfer ausschließlich in eine Richtung zu – in Gegenrichtung blockt sie jeden Informationsfluss ab.

    mehr lesen: Sicherer Datentransfer mit OPC UA

  • Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Thermografiekameras und deren Kalibrierung

    Praktisch alle im Handel erhältlichen Thermografiekameras zeigen für die Messpunkte im Kamerabild Temperaturwerte an. Jedoch ist nicht offengelegt, wie der Kalibrierprozess stattgefunden hat.

    mehr lesen: Thermografiekameras und deren Kalibrierung

  • Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

    Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die deutschen Industrieunternehmen zwar weniger Beschäftigte, im Vergleich zum August 2020 ist die Zahl der Beschäftigen jedoch erstmals seit einem Jahr wieder gestiegen.

    mehr lesen: Wieder mehr Beschäftigte in der Industrie

  • Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Webinarserie: IT&Production TechTalks

    Im November starten die IT&Production-Fachmedien eine eigene Webinarserie – die IT&Production TechTalks. Jedes Webinar bietet drei Vorträge zu einem Schwerpunktthema – u.a. MES/MOM (24. November), Robotic Process Automation (26. November),…

    mehr lesen: Webinarserie: IT&Production TechTalks

  • Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert

    Die Richtlinienreihe VDI/VDE 3695 ‚Engineering von Anlagen‘ wurde überarbeitet und an den Stand der Technik, insbesondere an I4.0-Vorgaben, angepasst. Die Reihe unterstützt Engineering-Organisationen dabei, geeignete Maßnahmen zur gezielten Weiterentwicklung der…

    mehr lesen: Richtlinien zum Anlagen-Engineering aktualisiert