Human Machine Interfaces für Chemie- und Pharmaanlagen

Die VisuNet FLX-Geräte sind für den Einsatz etwa in der Chemie- oder Biopharmaindustrie ausgelegt. Mit GMP-gerechtem Design und Ex-Schutz bis Zone 2/22 und Div. 2.
Die VisuNet FLX-Geräte sind für den Einsatz etwa in der Chemie- oder Biopharmaindustrie ausgelegt. Mit GMP-gerechtem Design und Ex-Schutz bis Zone 2/22 und Div. 2.Bild: Pepperl+Fuchs SE

In der Chemie- und Pharmaproduktion gelten hohe Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Verfügbarkeit. Daher hat der Hersteller Pepperl+Fuchs die HMIs der VisuNet-Baureihen mit Edelstahlgehäusen ausgestattet, die für eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche sorgen und GMP-konforme Prozesse unterstützen. Mit einem IP66-Schutz, antibakteriellen Tastaturen und hoher chemischer Beständigkeit sind die Geräte gerade für raue Industrieumgebungen ausgelegt. Die HMI-Serien VisuNet FLX und VisuNet GXP sind zwei modulare Plattformen, die weltweit für explosionsgefährdete Bereiche zertifiziert sind. Der VisuNet FLX deckt Anwendungen bis Zone 2/22 und Div. 2 ab, während der VisuNet GXP auch für den Einsatz in Zone 1/21 konzipiert ist. Beide Serien verfügen über internationale Zulassungen, um sie auch in globalen Anlagenprojekten verbauen zu lassen.

Modularität reduziert Stillstandszeiten

Ein Merkmal der VisuNet-Geräte ist ihre modulare Bauweise. Rechner-, Display- und Netzteilmodule können einzeln getauscht werden, etwa wenn leistungsstärkere Prozessoren erforderlich sind. So lassen sich die Geräte warten, ohne dass Betreiber gleich die gesamte Bedienstation ersetzen müssen. Das spart oft Zeit und kann die Total Cost of Ownership erheblich senken.

Integration in bestehende Systemarchitekturen

In modernen Prozessanlagen sind Thin Clients weit verbreitet. Sie übernehmen die Visualisierung, während die eigentliche Rechenleistung zentral auf Servern bereitgestellt wird. Bedienstationen, die auf diesem Prinzip basieren, werden als Remote Monitore bezeichnet. Die VisuNet-HMIs sind speziell für dieses Konzept entwickelt, um sich einfach in bestehende DCS- und MES-Strukturen einbinden zu lassen.

Die firmeneigene Firmware VisuNet RM Shell bildet dabei das Herzstück. Sie basiert auf Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 und wurde für die Anforderungen der Prozessindustrie entwickelt. Über die Benutzeroberfläche können Verbindungen zu Host-Systemen via RDP, VNC oder Browser eingerichtet und als Profile gespeichert werden. Diese Profile lassen sich anschließend klonen, was die Inbetriebnahme und Verwaltung vereinfacht.

Der VisuNet FLX ist modular aufgebaut, um Wartungsarbeiten im Feld zu beschleunigen.
Der VisuNet FLX ist modular aufgebaut, um Wartungsarbeiten im Feld zu beschleunigen.Bild: Pepperl+Fuchs SE

Zentrale Verwaltung mit dem VisuNet Control Center

Für den Betrieb mehrerer Bedienstationen bietet der Systemanbieter das VisuNet Control Center als Zusatztool. Damit können Administratoren von ihrem Arbeitsplatz aus alle Remote Monitore im Feld und Box Thin Clients (BTCs) in der Leitwarte verwalten. Software-Updates, Profilkonfigurationen oder Shutdown-Befehle lassen sich damit simultan an ganze Gerätegruppen ausrollen.

Zudem können standardisierte Reports über Systemstatus, Seriennummern oder Konfigurationen erzeugt werden. Das erleichtert Wartung, Validierung und Audits und unterstützt bei der Dokumentation der Anlageninfrastruktur.

Ergonomie und Effizienz durch RFID-Login

Zur Bedienung im Feld lassen sich die HMIs mit integrierten RFID-Readern ausstatten. Mitarbeitende können sich damit schnell und kontaktlos anmelden, auch mit bereits vorhandenen Zugangskarten. Die Reader unterstützen gängige Kartenformate, damit sich die HMIs einfacher in bestehende Benutzer- und Zugangssysteme integrieren lassen. Die eindeutige Identifikation der Anwender ist eine Anforderung, die im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit und Dokumentation im GMP-regulierten Umfeld oft umgesetzt werden muss.

Der VisuNet GXP mit integriertem RFID-Reader und internationalen Zertifizierungen bis Atex/IECEx Zone 1/21.
Der VisuNet GXP mit integriertem RFID-Reader und internationalen Zertifizierungen bis Atex/IECEx Zone 1/21.Bild: Pepperl+Fuchs SE

Active Directory Integration und IT-Sicherheit

Die Geräte der VisuNet-Serie lassen sich zudem in Active Directory-Domänen integrieren. Benutzerrechte und Rollen können dadurch zentral verwaltet und automatisch synchronisiert werden. Das trägt zur konsistenten Umsetzung der Sicherheitsrichtlinien über alle Bedienstationen hinweg bei. Der Hersteller verspricht für die VisuNet RM Shell regelmäßige Firmware-Updates und bietet mit dem optionalen Update Service eine Möglichkeit, diese zentral auszurollen. So sollen sich die Bedienstationen langfristig sicher, stabil und auf dem aktuellen Softwarestand betreiben lassen.

BTCs für die Leitwarte

Neben den HMIs für den Feldeinsatz bietet Pepperl+Fuchs mit den BTCs (Box Thin Clients) auch leistungsfähige Geräte für Leitwarten und Labore an. Der BTC22 und der BTC24 sind für Dual- oder Quad-Videoanwendungen ausgelegt und sind ebenfalls robust konzipiert. Dazu gehören ihre 24/7-Betriebsfähigkeit, die vibrationsresistente Konstruktion, Kabelsicherungen gegen unbeabsichtigtes Lösen von Kabelanschlüssen und die EDID-Emulation für einen stabilen Video-Output. Auch auf den BTCs kann die VisuNet RM Shell eingesetzt werden. Darüber hinaus sind alle VisuNet-Geräte und BTCs optional mit Igel OS oder ThinManager verfügbar. Über die Control Center-Software lassen sich BTCs und Feld-HMIs zentral verwalten und aktualisieren.

Alles aus einer Hand

Mit ihrem Sortiment will die Firma Pepperl+Fuchs alles anbieten, was Betreiber für die Bedienung und Beobachtung ihrer Anlagen benötigen, von der Bedienstation im Feld bis zur Leitwarte. Das Portfolio kombiniert weltweite Ex-Zertifizierungen, mit einer modularen Bauweise und praxiserprobten Anwedungen. Ob im Reinraum, in explosionsgefährdeten Bereichen oder in der zentralen Leitwarte: Die Systeme sollen sich an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen lassen, um zuverlässige, durchgängig integrierte Systeme in der Chemie- und Pharmaindustrie zu ermöglichen.

Darüber hinaus können bei Bedarf kundenspezifische HMIs entwickelt und mit den erforderlichen Zertifizierungen ausgestattet werden. Damit deckt Pepperl+Fuchs das Spektrum von standardisierten Serienprodukten bis hin zu maßgeschneiderten Systemen für spezielle Anwendungen ab.



  • TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

    Der TÜV-Verband fordert in einem Positionspapier KI-gestützte Anwendungen und Systeme — etwa automatisierte Fahrzeuge oder Roboter — in Abhängigkeit vom Risiko zu regulieren.

    mehr lesen: TÜV-Verband fordert Regulierung von KI-Anwendungen

  • Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

    Die Nutzung von Containertechnologien steigt, was aber gilt es bei der Auswahl zu beachten? Der Software-Entwickler Red Hat gibt Antworten darauf.

    mehr lesen: Was es bei der Container-Nutzung zu beachten gilt

  • Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

    Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine…

    mehr lesen: Kulturelle Werte ebenso wichtig wie die technologische Innovation

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Software-as-a-Service für die Fertigung

    Software-as-a-Service für die Fertigung

    Die Komplexität des Maschinenparks erschwert es oft, geeignete Parameter für den optimalen Betrieb zu definieren. Hier kommt das Startup FactoryPal ins Spiel, das mit seiner KI-basierten Lösung Abhilfe schaffen will.

    mehr lesen: Software-as-a-Service für die Fertigung

  • Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

    Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

    Karl Tucholski ist neuer Head of Business Development bei Prime Computer für Deutschland und Österreich.

    mehr lesen: Karl Tucholski ist Head of Business Development bei Prime Computer

  • Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

    Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

    Bitkom-Studie Nachhaltige Industrie durch neue Technologien Deutsche Unternehmen gehen davon aus, dass Industrie 4.0-Technologien zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen können. Viele Unternehmen haben sich bereits eine Selbstverpflichtung zu Senkung…

    mehr lesen: Nachhaltige Industrie durch neue Technologien

  • Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

    Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

    Die Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam. Bis das Vorkrisenniveau erreicht wird, könnte es laut Bundeswirtschaftsministerium noch bis 2022 dauern.

    mehr lesen: Nach dem Lockdown setzt Erholung ein

  • Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

    Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

    Der Maschinen- und Anlagenbau kämpft gegen die Folgen der globalen Corona-Pandemie, aber auch gegen einen nach wie vor belastenden Protektionismus im internationalen Handel. Hinzu kommt ein industrieller Wandel, der sich…

    mehr lesen: Maschinenbau rechnet 2020 mit Produktionsrückgang von 17 Prozent

  • Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

    Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

    Das Fraunhofer IFF baut eine neue Forschungsfabrik im Magdeburger Wissenschaftshafen. Diese soll im Herbst 2021 fertig sein und neue Forschungsschwerpunkte beheimaten.

    mehr lesen: Fraunhofer IFF baut Forschungsstandort aus

  • KIT forscht an 6G-Technologien

    KIT forscht an 6G-Technologien

    Ein am KIT in Karlsruhe entwickeltes Konzept soll hohe Datenübertragungsraten bei niedrigen Kosten ermöglichen — für die sechste Generation des Mobilfunks. Dabei haben die Forscher die bislang höchste Datenrate in…

    mehr lesen: KIT forscht an 6G-Technologien

  • Industrie erwartet Produktionsplus

    Industrie erwartet Produktionsplus

    Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich laut aktuellen Zahlen des Ifo-Instituts leicht verbessert. Im Maschinenbau kletterten die Erwartungen, nach minus 12 Punkten im Juli, wieder in den positiven Bereich.

    mehr lesen: Industrie erwartet Produktionsplus