
In der Chemie- und Pharmaproduktion gelten hohe Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Verfügbarkeit. Daher hat der Hersteller Pepperl+Fuchs die HMIs der VisuNet-Baureihen mit Edelstahlgehäusen ausgestattet, die für eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche sorgen und GMP-konforme Prozesse unterstützen. Mit einem IP66-Schutz, antibakteriellen Tastaturen und hoher chemischer Beständigkeit sind die Geräte gerade für raue Industrieumgebungen ausgelegt. Die HMI-Serien VisuNet FLX und VisuNet GXP sind zwei modulare Plattformen, die weltweit für explosionsgefährdete Bereiche zertifiziert sind. Der VisuNet FLX deckt Anwendungen bis Zone 2/22 und Div. 2 ab, während der VisuNet GXP auch für den Einsatz in Zone 1/21 konzipiert ist. Beide Serien verfügen über internationale Zulassungen, um sie auch in globalen Anlagenprojekten verbauen zu lassen.
Modularität reduziert Stillstandszeiten
Ein Merkmal der VisuNet-Geräte ist ihre modulare Bauweise. Rechner-, Display- und Netzteilmodule können einzeln getauscht werden, etwa wenn leistungsstärkere Prozessoren erforderlich sind. So lassen sich die Geräte warten, ohne dass Betreiber gleich die gesamte Bedienstation ersetzen müssen. Das spart oft Zeit und kann die Total Cost of Ownership erheblich senken.
Integration in bestehende Systemarchitekturen
In modernen Prozessanlagen sind Thin Clients weit verbreitet. Sie übernehmen die Visualisierung, während die eigentliche Rechenleistung zentral auf Servern bereitgestellt wird. Bedienstationen, die auf diesem Prinzip basieren, werden als Remote Monitore bezeichnet. Die VisuNet-HMIs sind speziell für dieses Konzept entwickelt, um sich einfach in bestehende DCS- und MES-Strukturen einbinden zu lassen.
Die firmeneigene Firmware VisuNet RM Shell bildet dabei das Herzstück. Sie basiert auf Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 und wurde für die Anforderungen der Prozessindustrie entwickelt. Über die Benutzeroberfläche können Verbindungen zu Host-Systemen via RDP, VNC oder Browser eingerichtet und als Profile gespeichert werden. Diese Profile lassen sich anschließend klonen, was die Inbetriebnahme und Verwaltung vereinfacht.

Zentrale Verwaltung mit dem VisuNet Control Center
Für den Betrieb mehrerer Bedienstationen bietet der Systemanbieter das VisuNet Control Center als Zusatztool. Damit können Administratoren von ihrem Arbeitsplatz aus alle Remote Monitore im Feld und Box Thin Clients (BTCs) in der Leitwarte verwalten. Software-Updates, Profilkonfigurationen oder Shutdown-Befehle lassen sich damit simultan an ganze Gerätegruppen ausrollen.
Zudem können standardisierte Reports über Systemstatus, Seriennummern oder Konfigurationen erzeugt werden. Das erleichtert Wartung, Validierung und Audits und unterstützt bei der Dokumentation der Anlageninfrastruktur.
Ergonomie und Effizienz durch RFID-Login
Zur Bedienung im Feld lassen sich die HMIs mit integrierten RFID-Readern ausstatten. Mitarbeitende können sich damit schnell und kontaktlos anmelden, auch mit bereits vorhandenen Zugangskarten. Die Reader unterstützen gängige Kartenformate, damit sich die HMIs einfacher in bestehende Benutzer- und Zugangssysteme integrieren lassen. Die eindeutige Identifikation der Anwender ist eine Anforderung, die im Hinblick auf Nachvollziehbarkeit und Dokumentation im GMP-regulierten Umfeld oft umgesetzt werden muss.

Active Directory Integration und IT-Sicherheit
Die Geräte der VisuNet-Serie lassen sich zudem in Active Directory-Domänen integrieren. Benutzerrechte und Rollen können dadurch zentral verwaltet und automatisch synchronisiert werden. Das trägt zur konsistenten Umsetzung der Sicherheitsrichtlinien über alle Bedienstationen hinweg bei. Der Hersteller verspricht für die VisuNet RM Shell regelmäßige Firmware-Updates und bietet mit dem optionalen Update Service eine Möglichkeit, diese zentral auszurollen. So sollen sich die Bedienstationen langfristig sicher, stabil und auf dem aktuellen Softwarestand betreiben lassen.
BTCs für die Leitwarte
Neben den HMIs für den Feldeinsatz bietet Pepperl+Fuchs mit den BTCs (Box Thin Clients) auch leistungsfähige Geräte für Leitwarten und Labore an. Der BTC22 und der BTC24 sind für Dual- oder Quad-Videoanwendungen ausgelegt und sind ebenfalls robust konzipiert. Dazu gehören ihre 24/7-Betriebsfähigkeit, die vibrationsresistente Konstruktion, Kabelsicherungen gegen unbeabsichtigtes Lösen von Kabelanschlüssen und die EDID-Emulation für einen stabilen Video-Output. Auch auf den BTCs kann die VisuNet RM Shell eingesetzt werden. Darüber hinaus sind alle VisuNet-Geräte und BTCs optional mit Igel OS oder ThinManager verfügbar. Über die Control Center-Software lassen sich BTCs und Feld-HMIs zentral verwalten und aktualisieren.
Alles aus einer Hand
Mit ihrem Sortiment will die Firma Pepperl+Fuchs alles anbieten, was Betreiber für die Bedienung und Beobachtung ihrer Anlagen benötigen, von der Bedienstation im Feld bis zur Leitwarte. Das Portfolio kombiniert weltweite Ex-Zertifizierungen, mit einer modularen Bauweise und praxiserprobten Anwedungen. Ob im Reinraum, in explosionsgefährdeten Bereichen oder in der zentralen Leitwarte: Die Systeme sollen sich an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen lassen, um zuverlässige, durchgängig integrierte Systeme in der Chemie- und Pharmaindustrie zu ermöglichen.
Darüber hinaus können bei Bedarf kundenspezifische HMIs entwickelt und mit den erforderlichen Zertifizierungen ausgestattet werden. Damit deckt Pepperl+Fuchs das Spektrum von standardisierten Serienprodukten bis hin zu maßgeschneiderten Systemen für spezielle Anwendungen ab.






































