De Dietrich steigert Liefertreue mit Felios: Glasklare Produktionsplanung

Bei der Herstellung der Glasverbindungen muss De Dietrich bestimmte Kühlprozesse einhalten, was die Komplexität der Planung zusätzlich erhöht.© De Dietrich Process Systems
Bei der Herstellung der Glasverbindungen muss De Dietrich bestimmte Kühlprozesse einhalten, was die Komplexität der Planung zusätzlich erhöht.© De Dietrich Process Systems – Bild: De Dietrich Process Systems

De Dietrich Process Systems ist auf die Herstellung hochwertiger Apparate, Anlagen und Komponenten aus Glas für die chemische und pharmazeutische Industrie spezialisiert. Die Produktpalette des Unternehmens reicht bis hin zu verfahrenstechnischen Gesamtsystemen. Das Unternehmen stellt die Glaskomponenten zunächst in der eigenen Fertigung her und fügt sie dann in der Montage zum Endprodukt zusammen. Vom Stammsitz in Mainz aus beliefert De Dietrich dann seine Kunden, die zu einem Großteil im Ausland sitzen.

Bei der Herstellung der Glasverbindungen muss De Dietrich bestimmte Kühlprozesse einhalten, was die Komplexität der Planung zusätzlich erhöht.
Bei der Herstellung der Glasverbindungen muss De Dietrich bestimmte Kühlprozesse einhalten, was die Komplexität der Planung zusätzlich erhöht. – Bild: De Dietrich Process Systems

Planung im Handwerksbetrieb

Termintreue steht für De Dietrich an oberster Stelle. Da das Unternehmen mehr als 50 Prozent der Materialien extern bezieht, waren Liefertermine für die Kunden mit den eigenen Produktionskapazitäten jedoch oft nur schwer in Einklang zu bringen. Verzögern sich Materiallieferungen, mussten bereits geplante Aufträge angepasst werden, was einen komplexen Steuerungsbedarf nach sich zog. Hinzu kam, dass sowohl Großprojekte als auch die Ersatzteilfertigung häufig auf den gleichen Ressourcen laufen. Während die größeren Projekte oft erhebliche Kapazitäten binden, ist das Ersatzteilgeschäft in der Regel durch geringere Volumina und Kurzfristigkeit gekennzeichnet. Hier die richtigen Prioritäten zu bestimmen und Ressourcen optimal einzusetzen, war eine ständige Herausforderung. Nicht zuletzt muss der Handwerksbetrieb bei der Glasherstellung bestimmte Kühlprozesse einhalten, was die Komplexität der Planung zusätzlich erhöht. Um diesen Fertigungsprozess möglichst optimal und transparent zu planen, setzt das Unternehmen daher seit Ende 2019 auf das Advanced-Planning-and-Scheduling (APS)-System Felios des Aachener Softwarespezialisten Inform. Dieses sorgt dafür, dass alle Produktionsschritte aufeinander abgestimmt sind.

Die Entscheidung, ein digitales Produktionsplanungssystem einzuführen, resultierte bei De Dietrich aus der hohen Personalabhängigkeit und dem damit verbundenen Aufwand. „Wenn bei uns in einem vierköpfigen Team jemand ausfiel, fehlten uns sofort 25 Prozent der geplanten Kapazität“, erinnert sich Dirk Schneider, der bei De Dietrich für die Supply Chain verantwortlich ist. „Dann mussten wir tagelang von Hand umplanen, was schnell dazu führte, dass wir manche Aufträge vier- oder fünfmal in die Hand nahmen.“ Früher lief die Planung ausschließlich über das ERP-System. Anhand einer Momentaufnahme von Kapazität und Materialverfügbarkeit wurde manuell festgelegt, wann der Auftrag laufen sollte. Heute übernehmen das APS-System alle planungsrelevanten Daten, um unter Berücksichtigung der real verfügbaren, begrenzten Ressourcen und Kapazitäten Terminpläne zu generieren. Das Ziel ist dabei immer das bestmögliche Gesamtergebnis und die höchste Termintreue über das Fertigungsnetz hinweg.

Die Planung optimiert

„Durch die Software nehmen wir Kapazitätsänderungen jetzt direkt im System vor und die Planung passt sich automatisch an, was uns viel Arbeit erspart“, ergänzt Steffen Riedel, der bei De Dietrich in der Arbeitsvorbereitung tätig ist. Einkauf und Arbeitsvorbereitung arbeiten direkt mit dem APS-System, während die Wareneingangskontrolle indirekt über den Export nach Excel mit den Felios-Daten interagiert. Der Vertriebsinnendienst erhält über das ERP-System aus der realistische Terminaussagen aus der APS-Software, die gegen die vorhandenen Kapazitäten und unter Berücksichtigung aller Aufträge berechnet werden und als Grundlage für die Auftragsbestätigungen an die Kunden dienen. In Zukunft möchte das Unternehmen jedoch auch den Innendienst direkt in die Software integrieren.

Früh reagieren

Mit der Einführung der Produktionsplanungssoftware reagierte De Deitrich auch auf den Wunsch nach mehr Transparenz. „Felios bietet uns den Vorteil, dass wir Terminänderungen frühzeitig erkennen und sofort darauf reagieren können“, sagt Riedel. Weitere Effekte bietet die Möglichkeit, zu simulieren, wie sich eine beliebige Änderung auf die Termintreue aller Aufträge auswirken würde. „Dank der Software können wir heute beispielsweise fünf verschiedene Szenarien durchspielen und uns dann für die Lösung entscheiden, mit der wir einen prognostizierten Engpass am besten abbauen können“, berichtet Riedel. So ließen sich in der Planungsabteilung Druck verringern und Prozesse optimieren.

Ein weiterer Nutzen liegt in der verbesserten Termintreue. „Durch die schrittweise Integration von Felios in den verschiedenen Fertigungsbereichen konnten wir unsere Termintreue um 30 Prozentpunkte steigern“, sagt Riedel. Zudem gestaltet sich die Produktionsplanung effizienter: „Durch die automatisierte Planung konnten wir rund 25 Prozent der Zeit einsparen. So können wir uns jetzt mehr auf die Dinge konzentrieren, die mehr Aufmerksamkeit erfordern. Zudem hat Felios auch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess unserer Prozesse angestoßen“, berichtet Riedel. „Das Besondere bei uns ist, dass die hergestellten Glaskomponenten nach jedem Schritt gekühlt werden müssen, das war in unseren alten Arbeitsplänen überhaupt nicht abgebildet. Jetzt machen wir nur noch das Feintuning, sodass die Arbeitspläne durch die Optimierungssoftware immer besser werden und uns anregen, unsere Abläufe stetig zu überdenken.“

Weitere Module in Planung

Zukünftig möchte das Unternehmen das Modul Felios SPE (Schichtplaneditor) einführen. Das Modul soll die Personal- und Schichtplanung effizienter machen und schnelle Reaktion auf kurzfristige Änderungen ermöglichen.



  • Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

    Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

    Gemeinsam mit CEO Peter Sorowka leitet Carsten Stiller seit 1. April das Softwareunternehmen Cybus. Er verantwortet die Bereiche Marketing und Vertrieb.

    mehr lesen: Carsten Stiller wird Geschäftsführer bei Cybus

  • Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

    Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

    Siemens Digital Industries bekommt einen neuen CTO. Dirk Didascalou soll zum 1. September neuer Technikchef werden.

    mehr lesen: Dirk Didascalou wird CTO bei Siemens Digital Industries

  • Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

    Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

    Die Wirtschaft blickt überwiegend optimistisch in die Zukunft: Knapp 40 Prozent der Unternehmen wollen laut der jüngsten Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft 2021 im Vergleich zu 2020 mehr produzieren.

    mehr lesen: Unveränderte Geschäftslage und Optimismus für 2021

  • Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz erklärbar machen

    Künstliche Intelligenz hat meistens Black-Box-Charakter. Doch nur Transparenz kann Vertrauen schaffen. Um die jeweiligen Lösungswege künstlicher Intelligenz zu erklären, gibt es spezielle Software-Lösungen. Eine Studie des Fraunhofer IPA hat die…

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz erklärbar machen

  • Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

    Quantencomputer können komplexe Berechnungen schneller durchführen als beispielsweise heutige Superrechner. Wie eine Befragung des Bitkom zeigt, verspricht sich die deutsche Wirtschaft viel von der Technologie.

    mehr lesen: Quantencomputing wird zum Wettbewerbsvorteil

  • Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

    Künstliche Intelligenz auch für KMUs nutzbar machen. Das ist das Ziel des Modellprojekts ’KI-Transfer Plus’

    mehr lesen: Künstliche Intelligenz für kleine und mittlere Unternehmen

  • Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weniger Daten für geringere Emissionen

    Weltweit entstehen 6,4Mio.t CO2 durch den Speicherbetrieb in Rechenzentren. Dabei werden viele der gespeicherten Daten gar nicht mehr gebraucht – es handelt sich um sogenannte Dark Data.

    mehr lesen: Weniger Daten für geringere Emissionen

  • Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

    Seit April hat die Cosmo Consult-Gruppe einen neuen Geschäftsbereich gestartet. In diesem sollen Beratungsleistungen für Digitalisierungsprojekte gebündelt werden.

    mehr lesen: Cosmo Consult startet Geschäftsbereich ’Business Design’

  • Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

    Pierre Tanguy übernimmt bei Creaform die Vertriebsleitung für die DACH-Region und folgt damit auf Stefan Hoheisel.

    mehr lesen: Neuer Vertriebsleiter bei Creaform

  • Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Intralogistik und Produktion zusammenbringen

    Im Projekt BaSynaos wollen Synaos und das DFKI den Datenaustausch zwischen Assets aus der Produktion und der Logistik ermöglichen. Dabei greifen die Forschungspartner auf das im Vorgängerprojekt BaSys 4.0 entwickelte…

    mehr lesen: Intralogistik und Produktion zusammenbringen

  • Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

    Der Maschinenmarkt für Antriebe könnte bis 2030 jährlich um knapp 3 Prozent schrumpfen, Umsätze mit Werkzeugmaschinen für elektrische Antriebe wachsen hingegen mit mehr 10 Prozent. Dies prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey…

    mehr lesen: Investitionen in Werkzeugmaschinen sinken

  • IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten

    Mit 102,4 Punkten verzeichnet das IAB-Arbeitsmarktbarometer den höchsten Stand seit Mai 2019. Das Risiko negativer Effekte durch die aktuelle Infektionslage bleibt jedoch bestehen.

    mehr lesen: IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,4 Punkten