Eingebettete künstliche Intelligenz: Eine KI für alle Fälle

339182 480709
Bild: ©ihorvsn/stock.adobe.com

Die Fertigungsbranche traut künstlicher Intelligenz einiges zu. So erwarten 91 Prozent der mehr als 200 für eine von aktuelle Studie von IFS befragten Unternehmen ‚massive Vorteile‘ durch KI. Dazu zählen allen voran Produkt- und Service-Innovationen, ein kontinuierliches Geschäftswachstum und eine höhere Mitarbeiter-Produktivität. Gleichzeitig zeigen sich viele der Befragten skeptisch, das Potenzial von Künstlicher Intelligenz nicht nutzen zu können. Sie befürchten, dass KI-Projekte in der Pilotphase stecken bleiben.

Diese Befürchtungen sind nicht unbegründet, denn viele KI-Projekte scheitern – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Oft konzentrieren sich Unternehmen zu sehr auf die Implementierung von Tools und Algorithmen, anstatt auf die Lösung von Geschäftsproblemen. Häufig liefern KI-Projekte auch nicht schnell genug Ergebnisse und werden deshalb abgebrochen. In vielen Fällen fehlt Unternehmen zudem das nötige Knowhow oder sie unterschätzen die Komplexität einer KI-Implementierung.

KI unterstützt durchgängig

Diese Hindernisse können ERP-Anbieter für Fertigungsunternehmen aus dem Weg räumen, indem sie KI in ihre ERP-Software integrieren bzw. zur Verfügung stellen: Seien es Anwendungen für Simulationen und Planung, für die Erkennung von Anomalien, für die Optimierung und Automatisierung von Prozessabläufen oder für die Generierung von Content. Eingebettete KI unterstützt nicht nur punktuell, sondern durchgängig Geschäftsprozesse. Fertigungsunternehmen können etwa mit Machine-Learning-Algorithmen zunächst präzise Bedarfsprognosen erstellen, die Produktion dann mit evolutionären Algorithmen effizient planen und den Produktionsbetrieb schließlich mit Machine-Learning-Anwendungen für vorausschauende Wartung und Qualitätskontrolle optimieren.

Die entsprechende Software-Architektur ermöglicht es ERP-Anbietern, ihr Angebot an KI-Anwendungen schnell zu erweitern. Viele grundlegende Muster und Ansätze von künstlicher Intelligenz wie etwa Algorithmen zur Anomalie-Detektion oder insbesondere die großen Sprachmodelle der generativen KI lassen sich für eine breite Palette von Anwendungen nutzen. Wenn diese Muster unterhalb der Use Cases angesiedelt sind, können sie vom ERP-Anbieter immer wieder verwendet werden, was die Implementierung beschleunigt.

Für alle User verständlich machen

Damit die KI auch von nicht-technischen Usern genutzt werden, müssen die Anwendungen speziell aufbereitet werden. Wenn Fertigungsunternehmen beispielsweise Machine Learning nutzen möchten, ist es erforderlich, die Algorithmen mit organisationseigenen Daten zu trainieren, das Funktionieren des trainierten Modells anschließend zu überprüfen und es dann im Produktivbetrieb zu überwachen. Dieser ‚Lifecycle‘ lässt sich automatisieren. Anbieter können Datenpipelines so vorbereiten, dass das Training unmittelbar beginnen kann und dabei Checks und Balances implementieren, die dafür sorgen, dass die Trainingsdaten eine repräsentative Stichprobe darstellen und keine Verzerrungen enthalten. Die Prüfung des trainierten Modells und das Monitoring im Produktivbetrieb kann durch entsprechende Mechanismen automatisch im Hintergrund erfolgen.

Ein weiterer Aspekt für nicht-technische User ist eine verständliche und nachvollziehbare KI (Explainable AI). Bei Berechnungen, die Auswirkungen auf Menschen haben, aber nicht durchschaubar sind, können so etwa entscheidende Faktoren für das Ergebnis der KI aufgezeigt werden. Diese Fähigkeit wird vor allem vor dem Hintergrund von gesetzlichen Regelungen in Bezug auf Transparenz wichtig. Zudem ist der Output von KI-Systemen oft sehr technisch und dadurch für Geschäftsnutzer oft schwer zu verstehen und zu interpretieren. Deshalb bedarf es einer zusätzliche Schicht, die die Ausgabedaten der KI in einen verständlichen Nutzen wie Zeit- oder Kostenersparnisse übersetzt.

Neue technische Ansätze erforderlich

Die Einbettung von KI in seine ERP-Software erfordert vom Anbieter außerdem neue technische Ansätze. Dazu zählt die Trennung der Datenspeicherung und -verarbeitung durch den Einsatz einer Shared-Service-Plattform in der Cloud, auf der alle Algorithmen zentral betrieben werden. Egal, ob ein Fertigungsunternehmen die ERP-Software On-Premises, als Managed Service oder aus der Cloud nutzt: Immer, wenn Mitarbeiter eine KI-Anwendung verwenden, überträgt das ERP-System die Daten an die Plattform, diese führt die Berechnungen durch und sendet die Ergebnisse zurück. Dieser Ansatz ermöglicht dem Anbieter die Skalierung der Rechenleistung, was sich auf die Kosten der Anwenderunternehmen auswirkt.

Seiten: 1 2



  • Siemens und Merck kooperieren

    Siemens und Merck kooperieren

    Im Rahmen einer Partnerschaft wollen Siemens und Merck Vertrauen in Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) in industriellen Wertschöpfungsketten fördern.

    mehr lesen: Siemens und Merck kooperieren

  • Bitkom-Präsident Berg im Amt bestätigt

    Bitkom-Präsident Berg im Amt bestätigt

    Bitkom-Präsident Achim Berg wurde für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Zudem wurde Sabine Bendiek (SAP) zur neuen Vizepräsidentin ernannt.

    mehr lesen: Bitkom-Präsident Berg im Amt bestätigt

  • KI-Spezialist Cognostics gehört nun Cloudflight

    KI-Spezialist Cognostics gehört nun Cloudflight

    Cloudflight übernimmt den KI-Software-Development-Spezialisten Cognostics. Anwender sollen dadurch unter anderem zusätzliche KI-Expertise im Bereich Softwareentwicklung für kognitive Systeme erhalten.

    mehr lesen: KI-Spezialist Cognostics gehört nun Cloudflight

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Ifo-Institut beziffert Produktionsausfälle mit 40Mrd.€

    Ifo-Institut beziffert Produktionsausfälle mit 40Mrd.€

    Die deutsche Industrie hat derzeit mit Lieferengpässen zu kämpfen und laut Ifo Institut haben diese bereits zu Produktionsausfällen in Höhe von 40Mrd.€ geführt.

    mehr lesen: Ifo-Institut beziffert Produktionsausfälle mit 40Mrd.€

  • Orbis bündelt HR-Knowhow unter neuer Dachmarke

    Orbis bündelt HR-Knowhow unter neuer Dachmarke

    Die Orbis-Gruppe will mit der neuen Dachmarke Orbis People ihr SAP-Knowhow im Bereich Personalmanagement unter einem Dach bündeln.

    mehr lesen: Orbis bündelt HR-Knowhow unter neuer Dachmarke

  • Maschinen- und Anlagenbau bleibt trotz Materialengpässen auf Kurs

    Maschinen- und Anlagenbau bleibt trotz Materialengpässen auf Kurs

    Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die globalen Materialengpässe und Lieferschwierigkeiten zunehmend zu spüren. „Wie in allen Industrien, werden sich auch bei uns die Lieferschwierigkeiten bei einigen Vorleistungen noch längere Zeit…

    mehr lesen: Maschinen- und Anlagenbau bleibt trotz Materialengpässen auf Kurs

  • Ifo-Index fällt um 1,2 Punkte

    Ifo-Index fällt um 1,2 Punkte

    Lieferengpässe drücken die Stimmung der deutschen Wirtschaft. So gehen die Indexwerte von Industrie, Handel und Dienstleistungen im Oktober zurück. Lediglich aus dem Bauhauptgewerbe kommen positive Signale.

    mehr lesen: Ifo-Index fällt um 1,2 Punkte

  • Energieeffizienz verbessern, CO2-Ausstoß verringern

    Energieeffizienz verbessern, CO2-Ausstoß verringern

    Die EU soll bis 2050 klimaneutral werden – über den European Green Deal und eine Abgabe auf CO2-Emissionen. Fraunhofer-Forschende unterstützen Unternehmen bei der Reduktion ihrer Emissionen mittels Net-Zero-Technologien.

    mehr lesen: Energieeffizienz verbessern, CO2-Ausstoß verringern

  • Vier neue Vertriebspartner für Universal Robots

    Vier neue Vertriebspartner für Universal Robots

    Universal Robots (UR) baut sein Vertriebsnetz in Deutschland aus. Mit SCS Robotik, JDT Robotics, PTS Automation sowie der Somack sind vier neue Partner hinzugekommen.

    mehr lesen: Vier neue Vertriebspartner für Universal Robots

  • Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

    Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

    Im seinem neuen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland fordert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik der Cybersicherheit eine stärkere Bedeutung beizumessen. Die Gefährdungslage sei hoch, so Bundesinnenminister Horst Seehofer.

    mehr lesen: Cyberangriffe gefährden die Digitalisierung

  • Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck

    Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck

    Der 3D-Druck-Spezialist Materialise vergrößert seinen Bremer Standort und hat ein Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck eröffnet, das künftig 120 Mitarbeitern Platz bieten soll.

    mehr lesen: Materialise eröffnet Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck