Digitalisierung der Produktion und Logistik bei Aisin

AISIN 63
Bild: Aimtec a. s.

Das Werk von Aisin Europe Manufacturing Czech in Písek ist Teil einer multinationalen Unternehmensgruppe und seit 23 Jahren in Betrieb. Das Unternehmen ist Tier-1- und Tier-2-Zulieferer für globale Automobilhersteller wie Toyota, Renault, Volvo und Nissan. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 700 Mitarbeitende und plant im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Produktionshalle eine deutliche Expansion. In den kommenden fünf Jahren sollen mehrere Hundert Mitarbeitende eingestellt werden. Aisin beliefert Automobilherstellende mit Komponenten für Verbrennungsmotoren sowie für Hybrid- und Elektroantriebe. Derzeit laufen mehrere Projekte zur Vorbereitung der Serienproduktion kompletter elektrischer E-Achsen-Antriebseinheiten, deren Produktionsstart für das Jahr 2027 vorgesehen ist.

Langjähriger IT-Dienstleister

Aimtec ist seit vielen Jahren Beratungs- und IT-Dienstleister von Aisin. Die Zusammenarbeit begann im Jahr 2006 mit der Implementierung eines SAP-Systems. Im Jahr 2023 entschied sich der Automobilzulieferer für eine schrittweise Ausweitung der Digitalisierung. Die ehrgeizigen Projektziele reichten von vollständiger Rückverfolgbarkeit über automatisierte Maschinendatenerfassung bis hin zur erweiterten Nutzung der ohnehin vorhandenen ERP-System funktionen.

Vor Projektbeginn

Aisin nutzte das ERP-System als zentrales ‚System of Record‘. Dieses diente in erster Linie als Instrument für das Finanzmanagement, die Lagerverwaltung sowie als Hauptdatenquelle für zentrale Unternehmensinformationen. Das Produktionsmanagement und die damit verbundenen Prozesse (z.B. Logistik und Qualität) basieren auf dem Toyota-Produktionssystem (TPS), das den Fokus auf Visualisierung, Standardisierung und manuelle Prozesssteuerung in der Produktionshalle legt. Neben der manuellen Datenerfassung mittels papierbasierter Formulare und Aufzeichnungen kam bereits in begrenztem Umfang digitale Technologie (Telit) zur Erfassung ausgewählter Produktionsdaten zum Einsatz. Diese digitale Datenerfassung war jedoch isoliert, ohne Integration in andere Unternehmenssysteme und ohne Anbindung an den umfassenderen Informationskontext, der für ein effektives Produktionsmanagement erforderlich ist.

Software von Aimtec

Aimtec schlug dem Produzent die Integration seiner SAP-Erweiterung Aimtec SCIx vor, die wesentliche Digitalisierungsziele etwa in Produktion, Logistik und Qualität unterstützen sollte. Das initiale Projekt bestand in der Migration des SAP-Systems auf die aktuelle Version S/4Hana. Darauf folgte ein MOM-Pilotprojekt (Manufacturing Operations Management), mit dem das bestehende Produktionsmanagementsystem transformiert wurde und das die Effizienz der Prozesse erhöhte. Produktionslinien und einzelne Arbeitszentren wurden an das SAP-System angebunden. An betreuten Arbeitsplätzen nutzen die dort Tätigen heute stationäre und mobile Terminals, um gefertigte Einheiten zu erfassen, Online-Qualitätsprüfungen durchzuführen sowie Verpackung, Palettierung und die Übergabe an den Versand zu unterstützen. Die Steuerung erfolgt systemgestützt unter Einsatz von Scannern und VNA-Flurförderzeugen. Dies stellt eine schnelle und reibungslose Versandvorbereitung mit geringer Fehlerquote sicher. Ein wesentlicher und integraler Bestandteil des Systems ist zudem die Unterstützung kundenseitiger Etiketten, der zugehörigen Dokumentation sowie der EDI-Integration.

Nachweisbares Produktwissen

Die Datenrückverfolgbarkeit herzustellen war ein zentrales Ziel des Projekts. Erreicht wurde es durch die Integration der SAP-Software mit der Telit-IoT-Plattform. Auf dieser Basis nutzt Aisin die SAP-Erweiterung Aimtec SCIx zur Kommunikation mit Maschinen, Terminals, Andon-Systemen, Signaltürmen und Lagertechnologien. Dabei werden große Datenmengen erfasst, die bis auf die Seriennummernebene (also einzelne Teile) aggregiert werden können. Der zweite Teil der Aufgabenstellung ermöglicht den Nutzenden, die relevanten Daten zu interpretieren und sowohl an den Arbeitsplätzen als auch in Managementberichten zu visualisieren. Für die Integration mit Analyse- und Visualisierungstools setzt Aisin die standardisierte OData-Schnittstelle von S/4Hana ein. Derzeit laufen Projekte zur Anbindung weiterer Datenquellen aus dem Qualitätsmanagement und der Instandhaltung an dieses digitale Ökosystem. Die eigentliche Herausforderung besteht heute in der Notwendigkeit, flexibel auf die Integration neuer Maschinen und Projekte reagieren zu können sowie auf die damit verbundenen Unterschiede und kontinuierlichen Veränderungen. Diese sind vielfältig und nicht im Voraus planbar, z.B. das Nebeneinander vollautomatisierter Linien und manuell betriebener Anlagen, die automatisierte Komponentenversorgung (E-Kanban), die Steuerung und Planung interner sowie lieferantenseitiger Verpackungen sowie die teilweise Steuerung der Supply Chain.

Beruhigt in die Zukunft sehen

Das Unternehmen ist erfolgreich auf S/4Hana migriert und verfügt damit über eine stabile und leistungsfähige Plattform für kommende Digitalisierungsschritte.

  • Die anschließende Implementierung eines MOM-Systems führte zu einer deutlichen Steigerung der Produktionseffizienz.
  • Produktionslinien und Arbeitszentren sind in Echtzeit mit dem SAP-System verbunden. Dabei übernehmen Terminals die Erfassung von Daten zu Produktion, Qualität, Verpackung und Versand.
  • Die Integration von SAP mit der Telit-IoT-Plattform stellt eine vollständige Rückverfolgbarkeit sicher.
  • Darüber hinaus wurde die Automatisierung auf weitere Prozesse ausgeweitet, darunter Versand, Komponentenbereitstellung (E-Kanban), Etikettenmanagement sowie der elektronische Datenaustausch (EDI). Doch bei allem was bereits erreicht wurde: Perspektivisch lässt sich das System etwa in Qualitätsmanagement, Instandhaltung, Logistik und Supply Chain weiter ausbauen.


  • Unzufriedenheit mit der Corona-Wirtschaftspolitik

    Unzufriedenheit mit der Corona-Wirtschaftspolitik

    177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.

    mehr lesen: Unzufriedenheit mit der Corona-Wirtschaftspolitik

  • Neuer Technik-Chef bei Phoenix Contact

    Neuer Technik-Chef bei Phoenix Contact

    Roland Bent hat sein Amt als CTO bei Phoenix Contact niedergelegt und sein Berufsleben beendet. Sein Nachfolger wird Frank Possel-Dölken.

    mehr lesen: Neuer Technik-Chef bei Phoenix Contact

  • Babtec erweitert Geschäftsführung

    Babtec erweitert Geschäftsführung

    Babtec hat bekanntgegeben, dass Peter Hönle, Dagmar Henkel und Lutz Krämer die Führungsebene des Wuppertaler Softwareherstellers erweitern. Zudem gibt es ein neues Leitbild sowie eine Stammkapitalerhöhung zu vermelden.

    mehr lesen: Babtec erweitert Geschäftsführung

  • Kontron stellt Switch-Familie vor

    Kontron stellt Switch-Familie vor

    Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal,…

    mehr lesen: Kontron stellt Switch-Familie vor

  • Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

    Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

    Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.

    mehr lesen: Neue Arbeitsgemeinschaft im VDMA

  • Autobauer wieder positiver gestimmt

    Autobauer wieder positiver gestimmt

    Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.

    mehr lesen: Autobauer wieder positiver gestimmt

  • LoadRunner organisiert sich im Schwarm

    LoadRunner organisiert sich im Schwarm

    Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren…

    mehr lesen: LoadRunner organisiert sich im Schwarm

  • Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

    Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

    Im Februar gibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer leicht optimistische Signale, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

    mehr lesen: Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Lockdown weiter stabil

  • AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

    AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

    Der Industrieverband AIM und die Omlox-Community der Profibus Nutzerorganisation wollen zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Interoperabilität zwischen AutoID-Technologien und Softwaresystemen zu fördern.

    mehr lesen: AIM und die Profibus Nutzerorganisation arbeiten zusammen

  • Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

    Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

    Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.

    mehr lesen: Forschungsteam arbeitet an skalierbaren Qubits

  • Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

    Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

    Q.beyond will sein Cyber-Security-Angebot durch eine Partnerschaft mit Northwave stärken. Beide Unternehmen haben zuvor bereits in Kundenprojekten zusammengearbeitet.

    mehr lesen: Partnerschaft zwischen Q.beyond und Northwave

  • Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit

    Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit

    Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.

    mehr lesen: Open Industry 4.0 Alliance gibt Rat zum Thema Cybersicherheit