Datendrehscheibe im Shopfloor mit SAP-Anschluss

501922
Bild: ©Александр Ивасенко/stock.adobe.com

In den vergangenen Jahren mussten sich Unternehmen im produzierenden Umfeld extrem dynamischen Veränderungen stellen, mit Auswirkungen auf nahezu alle Geschäftsbereiche. Viele Rahmenbedingungen haben sich grundlegend geändert und zu deutlich gestiegenen Anforderungen für die Fachbereiche geführt. Zudem befördern der Fachkräftemangel und die Komplexität im Shopfloor vielerorts die Digitalisierung weiter. Industrie 4.0, Automatisierung und Mobility sind fester Bestandteil vieler IT-Roadmaps. Wie Unternehmen die aktuellen Herausforderungen bewältigen können und was mobile Prozesse und Industrie 4.0 im SAP-Umfeld hier leisten können, behandelt dieser Beitrag.

Ganzheitlich denken und handeln

Digital-gestützte Prozesse vernetzen abteilungsübergreifend Arbeitsabläufe im Shopfloor. Hierfür müssen Unternehmensbereiche wie Materialwirtschaft, Fertigung oder Logistik in Echtzeit angebunden werden, um Transaktionssicherheit sicherzustellen. Aufgrund der steigenden Komplexität in den IT-Ökosystemen ist das ohne systemtechnische Unterstützung, gesteuert etwa aus dem ERP-System, kaum mehr abzubilden. Unternehmensprozesse sollen digital vereinfacht, automatisiert und direkt mit dem führenen System synchronisiert werden.

Verwaltungsaufwand minimieren

Übergreifende Digitalisierungsstrategien helfen dabei, Medienbrüche und menschliche Fehler zu vermeiden sowie Prozessketten von der Materialwirtschaft über die Fertigung bis hin zur Logistik zu optimieren. Insellösungen schaffen zwar punktuelle Effizienzsteigerungen, bringen aber oft unerwünschte Nebeneffekte mit sich. Außerdem geraten sie mitunter an Grenzen, etwa bei ihrer Erweiterbarkeit. Eine so gewachsene Systemlandschaft erhöht zudem den Verwaltungsaufwand der IT-Infrastruktur.

Abhängigkeiten beseitigen

Der auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen basierende Ansatz, Datenproduzenten und -konsumenten, führt zu Abhängigkeiten und wird problematisch, wenn die Anzahl der Komponenten wächst. Insbesondere bei der Erfassung von Maschinendaten im Shopfloor behindert diese Architektur oft die flexible Kommunikation. Um das IoT-Ökosystem einfacher zu gestalten, sollten deshalb Publish/Subscribe-Kommunikationsmuster, insbesondere mit Edge-Komponenten wie Maschinensteuerungen und Sensoren, zum Einsatz kommen. Diese Muster beseitigen direkte Abhängigkeiten zwischen Datenkonsumenten und -produzenten. Die Einführung einer Pub/Sub-Architektur, etwa mit dem MQTT-Protokoll, ermöglicht eine abstraktere Kommunikation und löst direkte Verbindungen zwischen IoT-Komponenten ab. Die digitale Plattform bildet in einer solchen Architektur eine Art Drehscheibe für das Verteilen von Daten. Dadurch lassen sich Komponenten einfacher erweitern und anpassen.

Apps im Shopfloor

Aufgrund der Nachfrage nach Echtzeitfähigkeit sowie der medienbruchfreien Dokumentation von Prozessen etablieren sich Apps zunehmend im Shopfloor von Unternehmen. Apps ersetzen Papier bei der Arbeit und reduzieren menschliche Fehler in den Abläufen. Mobile Geräte wie Smartphone, Tablets und Industriescanner optimieren Prozesse und sorgen mit Echtzeitinformationen für mehr Transparenz im Shopfloor.

SAP-Prozesse mobil abbilden

Um ein SAP-System mit dem Shopfloor bidirektional zu verbinden, wird eine Industrie 4.0 Plattform benötigt, die Daten transaktionssicher aus den Backend-Systemen auf mobilen Geräte bringt. So will der Systemanbieter Membrain mit seiner Industrie 4.0 Plattform für transaktionssichere Prozesse und automatisierte Abläufe sorgen, indem ein integrierter Ansatz auf Basis einer modularen Softwarearchitektur verfolgt wird. Diese Plattform des Anbieters dient als Datendrehscheibe und verbindet das Frontend mit dem Backend. Eine zertifizierte SAP-Schnittstelle ermöglicht die Anbindung an das ERP-System. Dabei spielt Modularität eine besonders wichtige Rolle. Denn nur so kann eine herstellerneutrale Integration, Mobility sowie systemische Erweiterungen in das bestehende IT-System gewährleistet werden.

Benutzerfreundlich zentral im Shopfloor

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von Digitalisierungsprojekten ist die Akzeptanz bei den Anwendern im Fachbereich. So sollten beispielsweise auch Mitarbeiter ohne fundierte IT-Expertise in der Lage sein, die Systeme intuitiv zu bedienen, um etwa Daten direkt im komplexen SAP-System zu verbuchen.

No Code ist auf dem Weg

Immer mehr Bereiche im Shopfloor werden aufgrund von Alternativlosigkeit digitalisiert. Darüber hinaus gibt es eine rasant wachsende Nachfrage nach Anwendungen, die dank Vernetzung zu deutlich mehr Produktivität führt. Das sorgt für einen Projektstau in den IT-Abteilungen der Produktionsbetriebe. Um Fachbereiche zu befähigen, Geschäftsprozesse selbst zu automatisieren, stehen immer häufiger No-Code-Werkzeuge zur Verfügung. Auch Membrain hat in seiner IoT Suite eine solche Funktionalität hinzugefügt. Damit lassen sich z.B. Daten aus Maschinensteuerungen direkt mit Strukturen im SAP-System verknüpfen. So werden Maschinen- und Betriebsdaten kontextualisiert und dort zur Verfügung gestellt, wo sie benötigt werden. Codelos per Drag & Drop lassen sich Wenn-dann-Bedingungen erstellen und Datenbewegungen ohne spezielle IT-Expertise konfigurieren. Das spart kostbare Programmier- sowie IT-Ressourcen und befähigt die Mitarbeitenden der Fachbereiche, eigenhändig IoT-Einsatzszenarien zu erstellen.



  • Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

    Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

    Die neue Richtlinie VDI 3405 Blatt 8.1 soll Grundlagen für 3D-Druckverfahren von keramischen Bauteilen vermitteln,

    mehr lesen: Additive Fertigung von keramischen Bauteilen

  • Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

    Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

    Weltweit wurden in Folge der Coronavirus-Pandemie Unternehmen auf der ganzen Welt vorübergehend geschlossen. Nach der Phase des Stillstands bereiten sich nun viele Firmen auf die Wiedereröffnung vor.

    mehr lesen: Nach Lockdown: Vorsicht beim Hochfahren von Anlagen

  • Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

    Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

    Das Coronavirus stürzt fast die ganze Welt in eine Rezession. Das geht aus der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts hervor, an der 1.000 Experten in 110 Ländern teilgenommen haben. Demnach könnte…

    mehr lesen: Wirtschaftsleistung sinkt weltweit

  • Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

    Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

    Die Unternehmen der deutschen Informationswirtschaft sind oftmals unzufrieden mit der im Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Das zeigt eine Umfrage des ZEW. Demnach überwiegen in jedem zweiten Unternehmen…

    mehr lesen: Unternehmen oftmals unzufrieden mit der DSGVO

  • Crate.io und M&M Software kooperieren

    Crate.io und M&M Software kooperieren

    Crate.io und M&M wollen künftig als Technologiepartner für die IoT-Datenbank CrateDB zusammenarbeiten.

    mehr lesen: Crate.io und M&M Software kooperieren

  • Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

    Sick hat im Geschäftsjahr 2019 seinen Umsatz um 7% auf 1,7Mrd.€ erhöht. Der Auftragseingang lag bei 1,8Mrd.€ (2018: 1,7Mrd.€).

    mehr lesen: Sick erreicht prognostizierte Ziele für 2019

  • Eine App zur Bauteilerkennung

    Eine App zur Bauteilerkennung

    In der Bildverarbeitung kommt künstliche Intelligenz seit langem zum Einsatz. Neuronale Netze erkennen beispielsweise Objekte des alltäglichen Lebens mit einer höheren Genauigkeit wieder als der Mensch. Forscher des Fraunhofer-Instituts für…

    mehr lesen: Eine App zur Bauteilerkennung

  • VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

    Durch industrielle biotechnologischen Prozesse ist es möglich, Güter ressourcenschonender und nachhaltiger zu produzieren. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat als Online-Tool einen Prozess visualisiert, mit dem sich biotechnologische Verfahren…

    mehr lesen: VDI ZRE veröffentlicht neue Prozesskette und Ressourcencheck

  • Worauf CIOs achten sollten

    Worauf CIOs achten sollten

    Nicht Wachstum, sondern die Sicherung der Unternehmenszukunft steht während der Corona-Pandemie im Fokus der Unternehmen. Das Beratungsunternehmen Gartner hat diesbezüglich acht Maßnahmen identifiziert, die CIOs ergreifen sollten.

    mehr lesen: Worauf CIOs achten sollten

  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand