Compliance als Grundlage für den Wandel

240823 Reifegradmodellpptx
Bild: valantic GmbH

Getrieben von Unternehmen, die gemäß LkSG oder CSRD Berichtspflichten unterliegen, oder eine ambitionierte Nachhaltigkeits-Strategie verfolgen, kaskadieren die Anforderungen auf deren Lieferanten. So müssen sich sogar Kleinstunternehmen mit ihrer Klimabilanz befassen. Doch der Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen ist ein Prozess, der Zeit, Überzeugung und Engagement erfordert. In diesem ersten Beitrag der Serie ‚Wettbewerbsvorteil Nachhaltigkeit‘ erläutert Marco Fuhr vom Softwareanbieter Valantic die erste Stufe des dort entwickelten Reifegradmodells zur Nachhaltigkeitstransformation. Die ersten Schritte hin zu einem nachhaltigen Unternehmen sind oft die schwersten, da sie neben neuen Prozessen auch eine Veränderung in der Unternehmenskultur erfordern. In der erste Phase Compliance des Reifegradmodells sollen Unternehmen die an sie gerichteten Anforderungen zunächst verstehen und erfüllen.

valantic Marco Fuhr
Bild: PIABO PR GmbH

Nach den Regeln spielen

Compliance bedeutet zum einen, dass Unternehmen alle relevanten Gesetze und Vorschriften einhalten. Dies umfasst Umweltschutzrichtlinien, Sicherheitsstandards und soziale Anforderungen, die von nationalen und internationalen Regulierungsbehörden vorgegeben werden. Zum anderen muss in dieser Phase sichergestellt werden, dass Anfragen aller Beteiligten beantwortet werden können. Das können Kunden sein, die nur noch mit ’nachhaltigeren‘ Lieferanten zusammenarbeiten wollen, oder auch Kreditinstitute, die keine Kredite oder solche mit schlechteren Konditionen an Unternehmen vergeben, die nicht aussagefähig zu ihren Nachhaltigkeitsbestrebungen sind. Unternehmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, riskieren nicht nur Bußgelder, rechtliche Konsequenzen und Imageverlust, sondern auch den Verlust von Kundenbeziehungen. Wie können Unternehmen diese Aufgabe angehen?

Regulatorik-Check und Risikoanalyse

Zunächst sollten Unternehmen feststellen, welche Anforderungen auf sie zutreffen und welche Prozesse und Maßnahmen bereits darauf abzielen, diese abzudecken. Das umfasst die Analyse aktueller Umweltschutzauflagen, Sicherheitsstandards und sozialer Kriterien. Zusätzlich sollten die Anforderungen und Fragebögen von Kunden analysiert werden. Eine Risikoanalyse legt Schwachstellen und Risiken offen und geeignete Maßnahmen werden planbar. Beispielsweise könnte ein Fertigungsunternehmen in einer Risikoindustrie seine Lieferkette überprüfen, um sicherzustellen, dass alle Zulieferer umweltfreundliche Produktionsmethoden anwenden und faire Arbeitsbedingungen bieten. Diese Informationen lassen sich auf Nachfrage an die Kunden weitergeben. Als Ergebnis der Risikoanalyse kennt das Unternehmen die für sich relevanten Nachhaltigkeitsthemen sowie die das Unternehmen betreffende Regulatorik. Auf dieser Basis können betroffene Abteilungen identifiziert, Maßnahmen zur Umsetzung der Anforderung abgeleitet und eine Zeit- und Ressourcenplanung zur Umsetzung erarbeitet werden.

Verantwortung verteilen

Die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten ist ein weiterer wichtiger Baustein in dieser Stufe. Es ist entscheidend, dass spezifische Abteilungen und Personen für die Einhaltung der Compliance-Vorgaben zuständig sind. Diese Verantwortlichen sollten regelmäßig über neue gesetzliche Anforderungen geschult und über Kunden-Anfragen informiert werden und sicherstellen, dass anfallende Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden.

Seiten: 1 2



  • VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

    VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

    Nur zwei von drei Unternehmen im Maschinenbau können aktuell die Mehrheit ihrer offenen Stellen für Fachkräfte besetzen. Der Arbeitskräftemangel kostet sie nun auch Umsatz.

    mehr lesen: VDMA-Befragung: Arbeitskräftemangel kostet Umsatz

  • Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

    Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

    Deutsche und Schweizer C-Level Manager sehen besonders für das Homeoffice Handlungsbedarf, um dort in der Zukunft sensible Daten besser zu schützen. Die Österreicher halten Smart-Building-Technologien für anfällig. Dies zeigen die…

    mehr lesen: Wo Manager zukünftig Cybergefahren sehen

  • Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

    Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

    Forschende am IPH-Institut für Integrierte Produktion Hannover entwickeln eine Methode, um die Nachhaltigkeit von Automatisierungssystemen zu bewerten und solche Systeme einzuführen. Produzierende Unternehmen können sich am Projekt beteiligen.

    mehr lesen: Produzenten mit Montage als Teilnehmer gesucht

  • Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

    Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

    Die Onoff GmbH, eine hundertprozentige Tochterfirma der SpiraTec AG, ist mit der Muttergesellschaft verschmolzen. Die Kombination der Ressourcen, des Knowhows und der Teams soll die Grundlage für die zukünftigen Expansionspläne…

    mehr lesen: Tochterunternehmen Onoff verschmilzt mit SpiraTec

  • Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

    Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU hat den Bau des neuen Forschungszentrums begonnen. Im Neubau soll dann an Systemen im Sinn einer kognitiven Produktion geforscht werden. Konkreter ist damit…

    mehr lesen: Neues Forschungszentrum für die kognitive Produktion entsteht

  • 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

    Für 86 Prozent der Firmen ist es sehr herausfordernd, die DSGVO umzusetzen, ergab eine Umfrage von Piwik Pro. Doch dass Konformität und ihre Marketingaktivitäten vereinbar seien, gaben 90 Prozent der…

    mehr lesen: 86 Prozent finden DSGVO-Umsetzung schwierig

  • SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

    Der CRM-Softwareanbieter SuperOffice hat Lars Engbork zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt die Leitung von Gisle Jentoft, der das norwegische Unternehmen 18 Jahre lang geführt hat. Seit 2020 hält der…

    mehr lesen: SuperOffice-CEO Jentoft geht nach 18 Jahren

  • Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

    Im neu gestarteten Projekt DUH-IT sollen KMU aus Dortmund, Unna und Hamm den Einsatz von Blockchain-Technologie in der Lieferkettengestaltung erkunden. So wollen das Fraunhofer IML und die TU Dortmund die…

    mehr lesen: Transferprojekt vermittelt Blockchain-Wissen für KMU

  • Maschinenausfuhren gehen zurück

    Maschinenausfuhren gehen zurück

    Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im ersten Quartal 2024 nominal 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr exportiert, meldet der Branchenverband VDMA. Die Exporte nach China sinken weiter, das Wachstum…

    mehr lesen: Maschinenausfuhren gehen zurück

  • All About Automation in Heilbronn vorüber

    All About Automation in Heilbronn vorüber

    Das Messekonzept der All About Automation: überschaubar, praxisnah und regional. Damit ist Veranstalterin Easyfairs erfolgreich, die dritte Ausgabe der Automatisierungsschau in Heilbronn verzeichnete rund 30 Prozent mehr Aussteller und 40…

    mehr lesen: All About Automation in Heilbronn vorüber

  • Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

    Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

    Der 28. Jahreskongress SAP EAM 2024 findet am 20. und 21. Juni in Berlin statt. Auch dieses Mal stehen auf der unabhängigen Konferenz Neuigkeiten und Herausforderungen rund um SAP-softwaregestütztes Instandhaltungsmanagement…

    mehr lesen: Instandhaltung und Field Service mit SAP-Software abwickeln

  • AI Act nimmt letzte Hürde

    AI Act nimmt letzte Hürde

    Die Mitgliedsstaaten der EU wollen am 21. Mai 2024 im Ministerrat den AI Act beschließen. In der Verordnung werden Systeme mit künstlicher Intelligenz nach Risikoklassen unterteilt und reguliert. Bitkom-Präsident Dr.…

    mehr lesen: AI Act nimmt letzte Hürde