SAP Group Reporting bei Linde Engineering

Martin Mueller Caleo
Bild: CALEO Consulting GmbH

Um im Konzern wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, bedarf es eines regelmäßigen, umfassenden und transparenten Finanzreportings. Denn dieses gibt Aufschluss über die aktuelle Lage des Unternehmens und gibt zudem Hinweise darauf, wie Unternehmen in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld schnell agieren und gegebenenfalls Veränderungen vornehmen können. Bis Ende 2023 nutzte Linde Engineering, also der Engineering-Bereich des Industriegase- und Ingenieurunternehmens Linde, für die monatliche Konsolidierung und Berichterstattung noch das auf SAP SEM-BCS basierende System Core, das seinerzeit allerdings hauptsächlich für die Division Linde Gas entwickelt worden war. Die besonderen Anforderungen der Division Engineering konnte Core nur bedingt erfüllen: „Uns war es vor allem wichtig, die Transparenz über die Segmente und auf die Managementstruktur von Linde Engineering hinweg zu verbessern, um auch diesen Teil des Gesamtkonzerns mit maximaler Effizienz und Flexibilität finanztechnisch erfassen zu können“, sagt Tomasz Brzoza, SAP Financial Consolidation Manager beim Unternehmen.

Julia Kowal 300dpi
Bild: Wordfinder GmbH & Co. KG

Anforderungen bestimmen

Da Linde Engineering ohnehin das ERP-System SAP S/4Hana eingeführt hatte, lag der Schritt nahe, die Reportingprozesse auf das integrierte Konsolidierungstool Group Reporting umzustellen, um damit die Prozesse deutlich zu verschlanken. Brzoza und sein Team arbeiteten einen detaillierten Anforderungskatalog aus und suchten anschließend einen passenden Partner für das Implementierungsprojekt, der die gewünschten Anforderungen umsetzen konnte. Diesen fanden die Verantwortlichen schließlich in dem aus Süddeutschland stammenden Beratungshaus Caleo, das auf Konzernberichterstattung, Finanzplanung und Reporting mit SAP-Software spezialisiert ist. „Wir waren mit vier Unternehmen in Kontakt, Caleo hat sich als Team und fachlich am besten präsentiert“, begründet Tobias Krapp, Head of Finance Global Systems & Processes bei Linde Engineering, die Entscheidung.

Umsetzung nach Plan

Im September 2022 begann das Projekt mit Design-Meetings im Rahmen eines Blueprintings, um die bevorstehenden Prozesse zu visualisieren und die Schnittstellen zwischen beiden Geschäftsbereichen zu identifizieren. „Da wir bereits einen Anforderungskatalog erstellt hatten, entfiel die entsprechende Vorphase mit Caleo und wir konnten direkt mit der Umsetzung starten“, sagt Krapp. Diese verlief zwar über die gesamte Projektlaufzeit im Zeitplan, jedoch nicht ohne Herausforderungen: „Group Reporting ist erst seit Kurzem am Markt, da sind technische Komplikationen, vor allem bei der Einführung in einem Großkonzern, manchmal nicht zu vermeiden“, schildert Martin Müller, Manager bei Caleo. So stellt SAP zwar eine Schnittstelle bereit, über die die erforderlichen Daten in das Modul Group Reporting gelangen sollen, im Fall von Linde Engineering mussten die Softwarespezialisten von Caleo auf Empfehlung von SAP aber auf ein anderes Szenario zurückgreifen. So wurden die Funktionalitäten des Preparation-Ledger-Szenarios in einem gewissen Maße nachgebaut und manuell umgegliedert.

Kreativität ist gefragt

Kreativität bewiesen die Projektbeteiligten von Caleo auch in konzeptioneller Hinsicht, da die Implementierung des Systems Group Reporting auf andere Weise als beim Vorgängersystem SEM-BCS erfolgen musste. „Es war notwendig, sich von den Umsetzungen des Vorgängersystems zu trennen, da Group Reporting nicht für alle BCS-Funktionalitäten eine analoge Implementierung bereitstellt“, erläutert Fabian Zollikofer, geschäftsführender Partner bei Caleo. Nach zahlreichen Tests lief das Group Reporting schließlich vier Monate parallel zum Core-System, Ende 2023 wurden bei Linde Engineering zum letzten Mal Finanzdaten mit Core gemeldet. Seit Anfang 2024 ist allein Group Reporting im Einsatz und stellt die Finanzdaten auch dem von der Linde-Zentrale genutzten Hyperion-System bereit.

Digital dashboard with real time financial data visualizations and a blurred cityscape in the backgroundhighlighting the interconnection between technologyfinanceand urban infrastructure
Bild: ©Heng Heng – AI Stock/stock.adobe.com

Seiten: 1 2



  • Internationale Lieferketten bleiben bestehen

    Internationale Lieferketten bleiben bestehen

    Deutsche Unternehmen halten an ihren international aufgestellten Lieferketten fest — trotz der Probleme während der Pandemie. Dabei setzen Großunternehmen auf mehr Zulieferer, kleinere und mittlere Unternehmen auf mehr Lagerhaltung, so…

    mehr lesen: Internationale Lieferketten bleiben bestehen

  • German Edge Cloud und Schuler kooperieren

    German Edge Cloud und Schuler kooperieren

    German Edge Cloud kooperiert mit dem Anlagenbauer Schuler. Im Zuge der Kooperation bietet Schuler innerhalb seiner Digital Suite eine Track- und Trace-Lösung für Presswerke an, die auf der Technologie der…

    mehr lesen: German Edge Cloud und Schuler kooperieren

  • Bechtle übernimmt Cadmes

    Bechtle übernimmt Cadmes

    Bechtle baut die Präsenz in den Niederlanden und Belgien aus. Das Unternehmen hat den CAD/CAM/PLM-Spezialisten Cadmes übernommen.

    mehr lesen: Bechtle übernimmt Cadmes

  • Anzeige
    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

    Die Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen von Retarus ermöglichen effiziente Abläufe ohne manuellen Aufwand oder Kompromisse bei der Datensouveränität

    mehr lesen: Retarus beschleunigt Datenaustausch in der Produktion

  • Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

    Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

    Torsten Nolting (Bild) übernimmt am 1. August die Leitung der Business Area Elektrifizierung in Deutschland. Er folgt damit auf Uwe Laudenklos, der am 1. April des Jahres zum Lead Business…

    mehr lesen: Wechsel in der Leitung bei ABB Elektrifizierung in Deutschland

  • Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus

    Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus

    Mit einem Auftrags- und Umsatzplus hat Siemens das dritte Quartal abgeschlossen. Der Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr wurde zudem angehoben.

    mehr lesen: Siemens erzielt Auftrags- und Umsatzplus

  • Hoher Schaden für die deutsche Wirtschaft

    Hoher Schaden für die deutsche Wirtschaft

    Ein Schaden in Höhe von 223Mrd.€ entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich durch Diebstahl, Spionage und Sabotage. Allein Ransomware-Angriffe nahmen im Vergleich zu den Jahren 2018/2019 um 358 Prozent zu.

    mehr lesen: Hoher Schaden für die deutsche Wirtschaft

  • Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

    Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

    Im Zuge der Pandemie setzten viele Unternehmen auf digitale Kommunikation. Laut einer Umfrage des Finanzdienstleisters CBAF treffen vier von fünf Industrieunternehmen ihre Kunden wieder persönlich. Probleme haben die Befragten derzeit…

    mehr lesen: Wieder mehr persönlicher Kundenkontakt in der Industrie

  • Software AG mit neuem Management-Team

    Software AG mit neuem Management-Team

    Die Software AG führt eine neue Management-Team-Struktur ein. Das neue Team soll aus den vier Vorstandsmitgliedern sowie zwei intern ernannten Mitgliedern bestehen und die Struktur ergänzen: Scott Little wird ab…

    mehr lesen: Software AG mit neuem Management-Team

  • HoreKa schafft 17 PetaFlops

    HoreKa schafft 17 PetaFlops

    Am KIT in Karlsruhe hat der neue Hochleistungsrechner HoreKa seine Arbeit aufgenommen. Die Rechenleistung des Supercomputers soll dabei unterschiedlichen Forschungsdisziplinen neue Erkenntnisse ermöglichen.

    mehr lesen: HoreKa schafft 17 PetaFlops

  • Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

    Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

    Der Anteil der Tätigkeiten, die heute schon potenziell von Computern erledigt werden könnten, ist in Fachkraftberufen mit 4,6 und Spezialistenberufen mit 4,8 Prozentpunkten zwischen 2016 und 2019 stark angestiegen. In…

    mehr lesen: Wo Technologien berufliche Tätigkeiten ersetzen können

  • Materialmangel behindert die Produktion

    Materialmangel behindert die Produktion

    Deutschen Industrieunternehmen fehlt es an Material. In einer Ifo-Umfrage geben rund 64 Prozent der befragten an, dass Probleme bei Vorlieferungen die Produktion behindern.

    mehr lesen: Materialmangel behindert die Produktion