Alle Services im Kundenportal bündeln

Young Caucasian hardworking heavy industry worker in protective
Bild: ©dusanpetkovic1/stock.adobe.com

B2B-Einkäufer erwarten zunehmend ein Niveau, das sie privat aus dem B2C-Bereich gewohnt sind. In der produzierenden Industrie sind jedoch gerade bei vielen KMU oft veraltete Online-Shop- und E-Commerce-Systeme anzutreffen. Sowohl die Anforderungen der Kunden als auch die Zielgruppen haben sich zwischenzeitlich verändert und werden vom Shop oft nicht adressiert. Zugleich hat die Auseinandersetzung, wie eigene Produkte und Geschäftsmodelle um sinnvolle digitale Services oder Abomodelle ergänzt werden können, mittlerweile viele Unternehmen erreicht. Hier kann ein digitales Kundenportal als zentrale Plattform kundenbezogene Prozesse bündeln. Die Voraussetzung dafür ist, IoT-Echtzeitdaten aus dem Produkt-Lebenszyklus zu analysieren und so zu verstehen, was die Kunden mit den Produkten machen. Daraus lassen sich weitere Leistungen generieren, wie etwa die proaktive Material- oder Ersatzteilbestellung sowie Trainingsangebote oder Services wie Predictive Maintenance. Vorausgesetzt, das Portal ist mit den Hintergrundsystemen vernetzt.

Die Möglichkeiten

Ein Beispiel: Ein Anbieter von landwirtschaftlichen Geräten könnte als zusätzlichen Service etwa anonymisierte Analysen über alle Kunden hinweg zu Boden- und Wetterverhältnissen und deren Einfluss auf den Verschleiß liefern. Auf Basis dieser Erfahrungsdaten bietet eine App Tipps für optimale Einstellungen je nach Szenario an. Anwender konfigurieren die Geräte über das Kundenportal entsprechend des Einsatzszenarios und können zusätzlich Wartungsmodelle buchen und Apps herunterladen. Kunden werden zudem über den anstehenden Austausch von Verschleißteilen und Terminvorschlägen für eine anstehende Wartung informiert. Das Produkt sendet IoT-Daten, die wiederum per Dashboard Aufschluss über das Nutzungsverhalten geben. Eine digitale Kundenplattform eignet sich zudem, um Feedback einzuholen oder Interaktionen zu analysieren. Die Erkenntnisse daraus sollten Unternehmen wiederum in die eigenen Prozesse einfließen lassen, etwa zur Produktentwicklung.

Analysieren Unternehmen über ein zentrales Portal das Feedback der Kunden, 
können sie die Erkenntnisse daraus in zukünftige Entwicklungen einfließen lassen.
Analysieren Unternehmen über ein zentrales Portal das Feedback der Kunden, können sie die Erkenntnisse daraus in zukünftige Entwicklungen einfließen lassen. – Bild: ©littlewolf1989/stock.adobe.com

Was Kunden erwarten

Zu einem stimmigen Kauferlebnis gehört, dass Kunden schnell relevante Informationen wie etwa individuelle Preise und Rabatte finden. Strukturierte Produktdaten sind hier eine Voraussetzung. Darüber hinaus ist die schnelle Zahlungsabwicklung ein Faktor. Zudem setzen Kunden voraus, dass sie über den Status ihrer Bestellung informiert werden. Self Service-Möglichkeiten versprechen weiteres Potenzial. Auch können das eigene Team, Partner und Lieferanten direkt in die Prozesse im Portal integriert werden. Unabhängig vom Sales Team entsteht so eine 24/7-Verfügbarkeit: Kunden wählen selbst, wie und wann sie interagieren möchten. Integrierte Konfiguratoren helfen, komplexe Produkte besser zu verstehen und zu planen.

Die Cloud als Datendrehscheibe

Bei Cloud-Plattformen wie etwa Microsoft Azure können Unternehmen Apps und Services für ein Kundenportal nach eigenem Bedarf auswählen. Für die Integration stehen Standardschnittstellen zwischen ERP- und Shopsystemen zur Verfügung. Wichtig ist jedoch, die Kundenplattform so zu konzipieren, dass über einen zentralen Daten-Hub gearbeitet wird, statt mit verschiedenen direkten Verbindungen zu einzelnen Marktplätzen. Über eine solche zentralen Datendrehscheibe können unterschiedliche Verkaufskanäle und Marktplätze automatisiert mit den jeweiligen, dynamischen Preisen bespielt werden. Veränderungen bei Kanälen oder Apps lassen sich damit einfacher umsetzen. Werden Daten, etwa Lifecycle-Daten aus IoT-Devices, in der Cloud zusammengführt, müssen sie nur einmal bereitgestellt und gepflegt werden. Kunden, Belegschaft und Lieferanten erhalten jeweils eigene Sichten darauf.

Individualisierung per generativer KI

Generative KI hat mit großen Sprachmodellen (Large Language Models – LLM) wie ChatGPT das Potenzial, manuelle Abläufe rund um Produktbeschreibungen und die Beantwortung von Fragen zu verändern. Werden KI-Chatbots auf Basis von LLM mit den eigenen Produktdaten trainiert, können sie etwa Kundenanfragen in natürlicher Sprache automatisiert beantworten. KI-Assistenzsysteme wie Microsoft Copilot können Vorschläge für die kundenoptimierte Gestaltung von Websites liefern. Sie helfen auch dabei, aus vorhandenen Datenblättern Produktbeschreibungen für unterschiedliche Zielgruppen zu generieren.

Den Kundendienst an Bord holen

Über ein B2B-Portal ist die zentrale Abbildung mehrstufiger Vertriebsmodelle und unterschiedlicher Vertriebskanäle wie Händlernetzwerk und direktes B2B-Geschäft möglich, indem unterschiedliche Sichten geschaffen werden. Das reduziert die Systemvielfalt und den Schnittstellenaufwand. Entscheidend ist, das Fundament so zu legen, dass es zur eigenen Zielausrichtung passt. Auch gilt es, die Menschen im Unternehmen einzubinden – speziell den oft besonders betroffenen Außendienst. Hier sind Change Management, eine organisatorische Umstellung und neue Anreize wichtig für die erfolgreiche Umsetzung.



  • Industrie erwartet Produktionsplus

    Industrie erwartet Produktionsplus

    Die Produktionserwartungen der deutschen Industrie haben sich laut aktuellen Zahlen des Ifo-Instituts leicht verbessert. Im Maschinenbau kletterten die Erwartungen, nach minus 12 Punkten im Juli, wieder in den positiven Bereich.

    mehr lesen: Industrie erwartet Produktionsplus

  • Expleo bezieht neues Technologiezentrum

    Expleo bezieht neues Technologiezentrum

    Anfang August hat Expleo sein neues Technologiezentrum bezogen. Dort sollen zukünftig Software- und Elektroniksysteme für automobile Anwendungen entwickelt werden.

    mehr lesen: Expleo bezieht neues Technologiezentrum

  • Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation

    Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation

    Der VDMA Fachverband Robotik + Automation hat mit Ralf Winkelmann ein neues Vorstandsmitglied berufen.

    mehr lesen: Neues Vorstandsmitglied beim VDMA Robotik + Automation

  • Unternehmen erwarten exponentielles Datenwachstum

    Unternehmen erwarten exponentielles Datenwachstum

    Die Menge an Daten wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Wie gut Unternehmen darauf vorbereitet sind und welche Hindernisse durch Dark Data entstehen, zeigt eine aktuelle Studie von Splunk.

    mehr lesen: Unternehmen erwarten exponentielles Datenwachstum

  • Auftragsrückgang schwächt sich ab

    Auftragsrückgang schwächt sich ab

    Die Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau sind auch im Juli prozentual zweistellig gesunken, allerdings hat sich der Rückgang im Vergleich zu den Vormonaten abgeschwächt.

    mehr lesen: Auftragsrückgang schwächt sich ab

  • Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

    Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

    Mit einem Anstieg von 0,6 Punkten im Vergleich zum Juli liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer im August weiter auf Erholungskurs. Die Beschäftigungskomponente des Frühindikators sank jedoch leicht.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer legt erneut zu

  • Neue Technologie am Arbeitsplatz bietet Karrierechancen

    Neue Technologie am Arbeitsplatz bietet Karrierechancen

    Grundsätzlich stehen Arbeitnehmer der Einführung neuer Technologie am Arbeitsplatz positiv gegenüber. Entsprechende Modernisierungen sehen viele Arbeitstätige unter anderem als Chance, ihre Karriere voranzubringen. Das geht aus einer Studie des Payroll-…

    mehr lesen: Neue Technologie am Arbeitsplatz bietet Karrierechancen

  • Allianz kombiniert KI und IoT

    Allianz kombiniert KI und IoT

    Device Insight, Anbieter von IoT- und IIoT-Lösungen, und Sentian, schwedischer Spezialist für industrielle KI, bündeln ihre Expertise, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produktionsprozesse im Sinne einer Smart Factory zu…

    mehr lesen: Allianz kombiniert KI und IoT

  • Gerhard Knoch wechselt von Infor zu Procad

    Gerhard Knoch wechselt von Infor zu Procad

    Gerhard Knoch, bisher Vice President bei Infor, stößt als neuer Geschäftsführer zum PLM-Anbieter Procad.

    mehr lesen: Gerhard Knoch wechselt von Infor zu Procad

  • Die Sicherheit im Hafen erhöhen

    Die Sicherheit im Hafen erhöhen

    Häfen zählen zu den kritischen Infrastrukturen. Die möglichen Sicherheitsrisiken sind vielfältig, insbesondere in digitalisierten Containerterminal-Prozessen. Ein neues Methoden- und Werkzeugset, entwickelt am Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, soll die…

    mehr lesen: Die Sicherheit im Hafen erhöhen

  • Schwachstellen aufdecken und Krisenfester werden

    Schwachstellen aufdecken und Krisenfester werden

    Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass sich Unternehmen vermehrt mit der Digitalisierung beschäftigen. Trend-Technologien sind dabei jedoch weniger entscheidend, so der Software-Anbieter Proalpha. Wichtiger sei es, dass Unternehmen ihre Prozesse…

    mehr lesen: Schwachstellen aufdecken und Krisenfester werden

  • Starke Passwörter für starken Schutz

    Starke Passwörter für starken Schutz

    Bei Hackerangriffen sind die Mitarbeiter und ihre schwachen Passwörter nach wie vor Angriffspunkt Nummer Eins. Trotz gelegentlicher Diskussionen unter Fachleuten sind starke Passwörter noch immer die wohl wichtigste und sicherste…

    mehr lesen: Starke Passwörter für starken Schutz