40 Prozent höhere Liefertreue mit neuer Produktionsplanung

132 132 Z63 5818 copyright rack fotografie
Bild: Kessler Group

Die Kessler Group mit Hauptsitz in Bad Buchau und Niederlassungen in den USA, China und Mazedonien ist führender Motorspindelhersteller. Zum Portfolio gehören Hightech-Motorspindeln, Gabelfräsköpfe, Rundachsen, Dreh-Schwenktische sowie Motoren und Antriebssysteme. Wie viele produzierende Unternehmen stand auch Kessler vor der Herausforderung, die Lieferprozesse weiter zu optimieren. In der Vergangenheit war die Planung primär umsatzgetrieben, während Kapazitäten und Materialverfügbarkeit nicht immer optimal synchronisiert wurden. Dies führte gelegentlich dazu, dass Aufträge nicht vollständig bereitstanden oder durch fehlende Transparenz Verzögerungen entstanden. Um die Effizienz in der Fertigung und die Liefertreue zu erhöhen, entschied sich Kessler für eine Neuausrichtung der Produktionsplanung.

Ein neuer Ansatz

Weitere Ziele des Projekts waren die Verbesserung der Kundenkommunikation und eine engere Verzahnung zwischen Montage, Fertigung, Einkauf und Service.

Auf der Suche nach einer geeigneten Planungsanwendung wurde das Unternehmen auf die Methode PIT – Produzieren im Takt – sowie die Software 3Liter-PPS der Firma LF Consult aufmerksam. Der Besuch regionaler Unternehmen im Rahmen der Best Practice Days von LF Consult bot wertvolle Einblicke, die schließlich überzeugten – die Wahl fiel auf die Produktionsplanungssoftware dieses Anbieters.

Mitarbeiterschulung durch Planspiele

Um die Belegschaft auf die neue Taktplanung vorzubereiten, setzte Kessler auf ein interaktives Planspiel des Beratungs- und Softwareunternehmens. In einem realitätsnahen Szenario wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Planungsansätze auf Produktivität, Rüststrategie und Liefertermintreue dargestellt. Dieses Training legte den Grundstein für die Implementierung. Die Teilnehmer konnten erfahren, wie sich verschiedene Planungsansätze auswirken – von klassischer ERP-Planung bis hin zur taktorientierten Fertigung. Dabei wurden die Vorteile für das Unternehmen deutlich, wenn es Montage, Fertigung und Einkauf synchronisieren würde.

Konzept erarbeitet

Gemeinsam mit dem Beratungs- und Softwareunternehmen wurde ein maßgeschneidertes Taktmodell entwickelt, das optimal auf die Bedürfnisse von Kessler abgestimmt ist. Dabei wurden Faktoren wie Bearbeitungsdauer, Flexibilität der Mitarbeiter und angestrebte Durchlaufzeiten miteinbezogen. Wichtige Aspekte waren außerdem die Berücksichtigung vorhandener Kapazitäten, die Übersicht über den Materialfluss und die Definition von Schnittstellen zwischen den Abteilungen.

Automatisierte Präzision in der Motorenfertigung bei Kessler.
Automatisierte Präzision in der Motorenfertigung bei Kessler. – Bild: Kessler Group

Echtstart und Go-live

Im zweiten Quartal 2023 erfolgte der Start in der Montage und der ersten Fertigungslinie. In kurzer Zeit wurde das System auf alle Montagelinien ausgeweitet. Die gewonnene Transparenz ermöglichte eine präzisere Steuerung und optimierte die Kommunikation mit Kunden. Darüber hinaus wurde die Produktionssteuerung vereinfacht, sodass jede Abteilung über den aktuellen Stand der Aufträge informiert ist. Da die Dashboards die Echtzeit-Daten wie Auftragsfortschritte und mögliche Engpässe visualisieren, können die Teamleiter nun sofort reagieren und Maßnahmen ergreifen.

Messbare Fortschritte

Die erzielten Effekte zeigen messbare Erfolge. Bereits nach kurzer Zeit konnte die Liefertreue um 40 Prozent gesteigert werden, während eine höhere Transparenz über die Arbeitsvorräte die Personalplanung erleichtert. Durch die Zuordnung von Aufgaben und weniger Rückfragen werden Aufträge effizienter abgewickelt. Zudem wurden die täglichen Shopfloor-Meetings produktiver. Die Umsetzung des Pull-Systems führte darüber hinaus zu einer Reduzierung der Lagerbestände und trug zur Verkürzung der Durchlaufzeiten bei. Zusätzlich erleichtert das Ticketsystem die interne Kommunikation. Telefonate und E-Mails wurden deutlich reduziert, da alle relevanten Informationen über das Dashboard abrufbar sind.

Kulturwandel in der Produktion

Neben den messbaren Verbesserungen findet bei Kessler auch ein Kulturwandel statt. Durch Coachings und Schulungen wurden sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter stärker in die Arbeitsprozesse eingebunden. Um den Transformationsprozess zu sichern, wurden regelmäßige Workshops und Feedbackrunden eta-bliert. Denn die Mitarbeiter sollen das System kontinuierlich weiterentwickeln. Das Unternehmen hat diesem Wandel sogar einen eigenen Namen gegeben: KIT, Kessler im Takt.



  • Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    Digitalindex rutscht auf Tiefststand

    ITK-Unternehmen bewerten Geschäftslage noch als befriedigend, blicken aber pessimistisch in die Zukunft. Der Digitalindex des Branchenverbandes Bitkom rutschte auf den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung.

    mehr lesen: Digitalindex rutscht auf Tiefststand

  • Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

    Etwa 55 Prozent der deutschen Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Darunter nicht nur Firmen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft…

    mehr lesen: Kurzarbeit: Unternehmen wollen vorbereitet sein

  • Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

    Mit einem Stand von 93,5 Punkten weißt das IAB-Arbeitsmarktbarometer den niedrigsten Wert seit seiner erstmaligen Erhebung im Jahr 2008 auf.

    mehr lesen: Arbeitsmarktbarometer sinkt auf Tiefststand

  • KI und ERP für verbesserten Service

    KI und ERP für verbesserten Service

    Durch die Kooperation zwischen Proalpha und Empolis können Unternehmen ihren Servicemitarbeitern Wissen kontextsensitiv zur Verfügung stellen. Konkret wird Empolis Service Express in das ERP-System von Proalpha integriert.

    mehr lesen: KI und ERP für verbesserten Service

  • Handel mit China stark beeinträchtigt

    Handel mit China stark beeinträchtigt

    Zwar konnten die deutschen Elektroexporte im Februar 2020 mit einem Volumen von 16,7 Milliarden Euro noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen. Jedoch gingen die…

    mehr lesen: Handel mit China stark beeinträchtigt

  • Ein FTS für kleine Unternehmen

    Ein FTS für kleine Unternehmen

    In einem gemeinsamen Forschungsprojekt wollen das Startup Flexlog und das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover ein besonders günstiges und flexibles Fahrerloses Transportsystem entwickeln, das noch dazu ganz einfach…

    mehr lesen: Ein FTS für kleine Unternehmen

  • Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

    Schneider Electric hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz in Höhe von 5,8Mrd.€ erzielt. Das ist ein Rückgang von 6,4% gegenüber dem Vorjahresquartal.

    mehr lesen: Schneider Electric: Umsatz um 6,4 Prozent rückläufig

  • Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

    Mit einer Kontaktstelle zur Sicherstellung in den Lieferketten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet.

    mehr lesen: Kontaktstelle für die Sicherstellung von grenzüberschreitenden Lieferketten

  • Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

    In der Coronakrise fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen Jobs abbauen. Das ist das vorläufige Ergebnis der neuesten Umfrage des Ifo-Instituts im April.

    mehr lesen: Kurzarbeit bei der Hälfte der Unternehmen

  • Software-Erweiterung bei Renesas

    Software-Erweiterung bei Renesas

    Renesas Electronics veröffentlicht ein neues Update seines Flexible Software Package (FSP) für die 32Bit-Arm-Cortex-m-Mikrocontroller (MCUs) der RA-Familie.

    mehr lesen: Software-Erweiterung bei Renesas

  • IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

    Die IG Metall hat ein Eckpunktepapier verabschiedet, das Betriebsräten bei der Umsetzung von Gesundheitsschutzmaßnahmen im Betrieb unterstützen soll.

    mehr lesen: IG Metall bietet Hilfestellung für Betriebsräte

  • Wo steht die IT-Sicherheit?

    Wo steht die IT-Sicherheit?

    Cyberangriffe nehmen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in ihrer Raffinesse zu. Allerdings beeinträchtigt der IT-Fachkräftemangel viele Unternehmen bei der Umsetzung von IT-Sicherheitsmaßnahmen.

    mehr lesen: Wo steht die IT-Sicherheit?